Welche Zukunft haben die Beziehungen zwischen den USA und Europa

von Eisvogel um 19:30 am 29. September 2006

Original vom 13. September 2006 : What Future for US - Europe Relations?

 

Das Verhältnis, das Amerikaner zu Europa haben, ist immer kompliziert gewesen. Einerseits ist es der Mutterkontinent. Andererseits gibt es in den USA auch eine skeptische und leicht abfällige Sicht auf Europa, da viele Amerikaner europäischen Ursprungs ja exakt aus dem Grund, von Europa wegzukommen, auswanderten. Ich frage mich manchmal, ob man dieses Paradoxon am besten verstehen kann, wenn man sich vergegenwärtigt, dass die frühen Pioniere eine verbesserte Version von Europa erschaffen wollten: Ein Land, durchdrungen vom Besten von Europas kulturellen und philosophischen Traditionen, aber mit weniger seiner religiösen Intoleranz und seines elitären Denkens.


Die radikalste Ablehnung der These, dass irgendeine Beziehung zwischen Europa und den USA besteht, die ich jemals gesehen habe, kommt von dem Schriftsteller Spengler von Asia Times Online, der behauptet, dass “Amerika meiner Vermutung nach der Ausbreitung der westlichen Zivilisation niemals einen fruchtbaren Boden bot. Die Gründer von Massachusetts kamen nach Amerika, weil sie die westliche Zivilisation als korrupt verworfen hatten und planten ein Neues Jerusalem. Diejenigen, die nach Virginia kamen, mit ihren nachgemachten klassischen Tempeln und ihrer auf Sklaverei basierenden Kultur des Müßigganges identifizierten sich mit dem griechisch-römischen Klassizismus. Wir wissen, wer diese Auseinandersetzung gewonnen hat. Amerika, wie es sich darstellt, ist eher gar keine Fortsetzung der westlichen Zivilisation, sondern ein eigenartiger Rückfall auf hebräische Wurzeln, weit mehr als auf griechische.”

Allerdings ist Spengler in seiner Sichtweise keineswegs immer konsequent, da er sich in anderen Kolumnen mit dem Ausdruck “der Westen” auf die USA bezieht: “Angesichts einer einzigen Supermacht ist es die vorherrschende Strategiefrage, ob der Westen den Willen hat, weiterzuleben. Der Islam wird das kinderlose Westeuropa bis zum Ende des Jahrhunderts assimiliert haben. Wenn Amerika Europa in den Nihilismus folgt, wird das 21. Jahrhundert als Kopie des 5. Jahrhunderts enden”, in anderen Worten als Kopie des Niedergangs des Römischen Imperiums. Eine positivere Sicht der Dinge kommt von Victor Davis Hanson :“Europa ist der Hort westlicher Tradition, was sich am deutlichsten in Kulturstätten wie der Akropolis, dem Pantheon, den Uffizien oder dem Vatikan offenbart. Wir gestehen ein, dass die großen Bücher - wir haben bisher noch keinen Homer, Virgil, Dante, Shakespeare oder Locke hervorgebracht und noch viel weniger, einen Da Vinci, Mozart oder Newton - und die großen Ideen des Westens von Demokratie über Kapitalismus bis hin zu den Menschenrechten alleine in Eurem Kontinent ihren Ursprung haben. Und wenn wir Amerikaner auch glauben, dass unsere Verfassung und die Visionen unserer Gründerväter historische Verbesserungen gegenüber dem Europa des 18. Jahrhunderts sind , so anerkennen wir doch in aller Bescheidenheit. dass sie ohne Europa eben auch unvorstellbar gewesen wären.”


“Es gibt auch heute im Zeitalter der globalen Gleichheit eine größere Einheit zwischen uns, eine unausgesprochene Vertrautheit, die einen Amerikaner dazu bringt, sich in Amsterdam, Paris, Rom oder Athen auf eine Weise daheim zu fühlen, die in Istanbul, Kairo oder Bangkok nicht gegeben ist.” “Entweder Eure Wirtschaft reformiert sich, Eure Geburtenraten steigen und Eure Bevölkerungen verteidigen sich selber oder eben nicht. Und wenn nicht, dann wird Europa, wie wir es kannten, dahinschwinden - zur großen Freude der Islamisten aber zur tiefen Trauer Amerikas.”


Tony Blankley, Herausgeber der Washington Times und Autor des Buches The West’s Last Chance (die letzte Chance des Westens) schlägt einen ähnlichen Ton an:
“Die Bedrohung, dass die radikalen Islamisten Europa übernehmen könnten, ist exakt genauso groß wie die Bedrohung, dass die Nazis Europa übernehmen könnten, in den 40er Jahren war. Wir können es uns nicht leisten, Europa zu verlieren. Wir können es uns nicht leisten, zuzusehen, wie Europa in ein Sprungbrett für den islamischen Dschihad verwandelt wird. ” “Eine Verteidigung des Westens ohne den Geburtsort des Westens — Europa — ist fast undenkbar. Wenn Europa zu Eurabia wird, würde das den Verlust unserer uns kulturell und historisch am nächsten stehenden Cousins bedeuten, den Verlust unserer engsten wirtschaftlichen und militärischen Verbündeten und den Verlust unserer eigenen Zivilisation. Das ist ein Zustand, vor dem es Amerika grausen sollte und zu dessen Vermeidung es Berge versetzen sollte.”


“Noch vor Pearl Harbour verstand Präsident Roosevelt, dass ein von den Nazis dominiertes Europa mehr bedeuten würde als eine furchterregende militärische und industrielle Bedrohung. Es wäre eine zivilisatorische Bedrohung gewesen. Und jetzt stehen wir einer neuen solchen Bedrohung in Gestalt des aufständischen Islam gegenüber”


Das ist ein lehrreicher Vergleich. Die Angriffe, die die Vereinigten Staaten am 11. September 2001 erlitten, waren größer als Pearl Harbour. Und hier stehen wir nun, mehr als fünf Jahre später, hunderte von Milliarden von Dollar wurden für einen misslungenen Versuch, den Irak zu demokratisieren, ausgegeben, die Scharia kriecht immer näher an den Westen heran und westliche Kommentatoren warnen vor Islamophobie. Was ist schiefgelaufen? Warum diese schwächliche Antwort?


US-Präsident George W. Bush stellte persönlich ein Visum aus, das es Mohammed Khatami, der bis 2005 iranischer Präsident war, erlaubte, die Vereinigten Staaten zu besuchen und an der National Cathedral und der Harvard Universität zu sprechen, weil er seine Ansichten hören wollte. Das zu tun, während zur gleichen Zeit die Islamische Republik Iran nach Atomwaffen strebt und während Kathamis Nachfolger droht, Israel von der Landkarte zu tilgen und den Westen zu stürzen, lässt die amerikanische Regierung schwach und bereit zur Kapitulation vor dem Islam erscheinen.


2005 wurde mehr Menschen aus islamischen Ländern eine legale Daueraufenthaltserlaubnis in den USA gewährt als in jedem einzelnen Jahr der vergangenen zwei Jahrzehnte. Währenddessen warnt Cathy Young, die für den Boston Globe und das Reason Magazine schreibt, vor “Islamophoben” und griff Oriana Fallaci und im nachfolgenden Verlauf auch Jihad Watch an. Ralph Peters , der für die New York Post schreibt, tat es ihr nach und drosch auf etwas ein, was er “den verfaulten harten Kern amerikanischer Extremisten” nennt.


“Der wirklich hässliche “hausgemachte Aufruhr” ist der von Rechtsextremisten, die darauf erpicht sind, ehrbare Konservative zu diskreditieren. Wie? Dadurch, dass sie darauf bestehen, dass der Islam niemals reformiert werden könne, dass die gewaltsame Eroberung und Unterwerfung von Ungläubigen das grundlegende Programm des islamischen Glaubens sei - und , wenn man zwischen den Zeilen liest, dass alle Muslime böse und unmenschlich seien.” “Das Problem ist nicht der Glaube eines Mannes oder einer Frau sondern die kulturelle Umgebung. Wenn sie einmal von den Maläsen des Nahen Osten befreit sind, leben Muslime gut und erfolgreich in Amerika. So wie der Rest von uns auch.”

James Taranto vom Wall Street Journal unterstützte Peters’ Kolumne, indem er sie eine eloquente Antwort auf “Antimuslimische Eiferer” nannte. Der gleiche Ralph Peters schaffte es, Anfang 2006 während der Karikaturenaffäre neutral zu bleiben, mit “beide Seiten haben Unrecht”, verurteilte er den “Eurotrash” genauso heftig wie die Moslems: “Ein wohlbekanntes islamisches Tabu zu brechen, war unverantwortlich. Dafür gibt es kein anderes Wort.” “Diese Karikaturen sagen mehr über Europas eigene Arroganz gegenüber religiös Gläubigen und seine Intoleranz aus als sie über den Islam aussagen.” “Auf einmal können wir Amerikaner uns zurücklehnen und dem Kampf zusehen ( reicht mir doch bitte das Popcorn). Die Europäer kriegen wohl ein paar weitere Zähne ausgeschlagen”


Hat Mr. Peters Eier aus Titan oder was? Ich kann sehr gut verstehen, dass Amerikaner die Schnauze voll haben von dem Antiamerikanismus, der zur Zeit aus Europa kommt, aber der Karikatur-Dschihad war der falsche Moment, das zu zeigen. Zunächst einmal begann er in Dänemark, das neben Bulgarien das einzige Land in Europa war, dem es gelang, während des 2. Weltkriegs die meisten seiner Juden zu retten. Es ist kein Zufall, dass es auch das erste westliche Land war, in dem die islamische Einwanderung Thema einer öffentlichen Debatte wurde, und zwar schon vor 2001. Dänemark hat eine stolze Tradition des Widerstandes gegen antidemokratische Kräfte. Darüber hinaus wurden die Karikaturen in vielen Ländern Mitteleuropas nachgedruckt, auch in Frankreich und Deutschland, während die amerikanischen Medien zögerten, es ihnen nachzutun

Wenn ich so unbescheiden sein darf, es selber zu erwähnen, ich war vermutlich die erste Person außerhalb Dänemarks, die diese Karikaturen veröffentlicht und ausführlich in englisch darüber geschrieben hat. Die zwölf Mohammed-Karikaturen wurden in der dänischen Zeitung Jyllands-Posten am 30. September 2005 veröffentlicht. Ich veröffentlichte eine der Karikaturen - die mit dem explosiven Turban - nur wenige Tage später, nachdem ich die Story auf dem dänischsprachigen Blog Uriasposten gefunden hatte. Von da aus machte die Story Schritt für Schritt ihren Weg zu Jihad Watch, Little Green Footballs und in die internationale Bloggerszene. Paul Belien vom Brussels Journal, der ständig von den belgischen Behörden wegen seines Online-Magazins belästigt wird schrieb im
November 2005 : “Fjordman ist fast der einzige, der die Welt regelmäßig über diese (Karikaturen-)Affäre auf dem Laufenden hält.”

Vielleicht habe ich das getan, weil ich “Eurotrash” bin, ein antimuslimischer Eiferer. Vielleicht habe ich es aber auch getan, weil ich im Gegensatz zu Mr. Peters sofort verstand, dass diese Story Auswirkungen haben würde, die weit über Dänemark hinausreichen. Hier zitiere ich ein Posting, das einen Auszug aus einer unterstützenden Email an Jyllands-Posten enthält, die ich bereits im Oktober 2005 schrieb:

“Wenn ein paar Moslems sich beklagen, dass ihre Religion beleidigt wurde, scheint es, als ob die ganze islamische Welt sie unterstützt. Leider ist das bei Ungläubigen, die ihr Recht auf Redefreiheit ausüben, nicht der Fall. Sie werden zu oft allein gelassen und bekommen wenig Unterstützung. Die Organisation der Islamkonferenz (OIC) mit Dutzenden von Mitgliedsstaaten und dem Rückhalt der saudischen Petrodollars trifft nun auf eine Zeitung und die Regierung eines Landes mit rund 5 Millionen Einwohnern. Aber was auf dem Spiel steht, ist nichts Geringeres als das Konzept der Redefreiheit und damit die Demokratie an sich, etwas, das viel größer ist als Dänemark. Es ist absolut inakzeptabel, dass Moslems versuchen, die Bürger freier Nationen dazu einzuschüchtern, ihre Meinungsfreiheit nicht wahrzunehmen, und es wird Zeit, dass das in deutlichen Worten klargemacht wird.”

Es ist traurig, dass diese Einsicht so vielen westlichen, auch amerikanischen Journalisten verloren gegangen ist. Allerdings: Obwohl die Mainstream-Medien in den Vereinigten Staaten bei diesem Test weitgehend durchfielen, passierte das den amerikanischen Bloggern nicht. Viele davon, einschließlich einflussreiche wie Michelle Malkin, veröffentlichten die Karikaturen. Die Bedeutsamkeit unabhängiger Webseiten blieb auch der Kolumnistin Caroline Glick von der Jerusalem Post nicht verborgen. Sie stellte fest, dass die “Bloggerszene eine die Medien kontrollierende Rolle übernommen hat und zu einer kritischen Komponente bei der Verteidigung der freien Welt im aktuellen Krieg” wurde.” “Die Bloggerszene und darunter ganz besonders Little Green Footballs, Powerline, Zombietime, Michelle Malkin und EU Referendum haben unermüdlich die systematische Inszenierung von neuen Ereignissen wie erfundene Angriffe auf Mitarbeiter von Hilfsorganisationen und das Herumdoktern an Fotografien durch die Hisbollah mit der aktiven Hilfe internationaler Organisationen und der weltweiten Presse enthüllt.” “Mit jedem Tag, der vergeht, wird klarer, dass die Verantwortlichkeit, unsere Nationen und Gesellschaften vor dem inneren Zerfall zu schützen, in die Hände von Individuen übergegangen ist, die oft alleine arbeiten und die sich weigern, den Niedergang ihrer Gesellschaften hinzunehmen und so mit den innovativen Mitteln der Freiheit für unsere Art zu leben, kämpfen”

Ich habe immer noch den Glauben oder zumindest die Hoffnung, dass der Großteil Europas vor dem Islam gerettet werden kann, obwohl es ein schwieriger Kampf werden wird. Allerdings ist Europa heute so schwach und die islamische Infiltration schreitet so rasch voran, dass es töricht wäre, die Möglichkeit, dass Europa dieser Bedrohung tatsächlich erliegen könnte, von der Hand zu weisen.

Wie wird es den Neuen Westen, die Vereinigten Staaten, Kanada, Australien und Neuseeland beeinflussen, wenn der Alte Westen in Europa islamisch wird? Wird die westliche Zivilisation in der Neuen Welt überleben oder werden diese Länder Europa in den Niedergang folgen? Schließlich hat die westliche Zivilisation in Europa den Vorteil, bodenständig und heimisch zu sein und ist über Jahrhunderte hinweg organisch gewachsen, während sie nach Australien, Kanada und die USA transplantiert und anderen Kulturen übergestülpt worden ist.

Ein wichtiger Faktor in dieser Hinsicht ist, wie groß der Strom europäischer Flüchtlinge aus Eurabia sein wird und ob sie ihre Lektion bezüglich des Islam gelernt haben oder ob sie ihre gescheiterten Ideologien mit in ihre neuen Heimatländer bringen werden. Wenn Eurabia tatsächlich das Endergebnis sein wird, wird Europa langsam von einer Industrielandschaft zu einem weiteren fehlgeschlagenen, überbevölkerten islamischem Landstrich abbauen. Allerdings dauerte dieser Prozess in den meisten Gebieten, die heute zur islamischen Welt gehören, über Jahrhunderte an und er wird auch in Europa Jahrzehnte oder Generationen andauern. In der Zwischenzeit würde Europa eine existentielle Bedrohung für den Rest des Westens und sogar für große Teile der gesamten nichtislamischen Welt darstellen. Die westlichen Menschen wären von ihren zivilisatorischen Wurzeln getrennt und einige ihrer wertvollen Kulturschätze wären schlicht und einfach physisch zerstört.

Das wäre ein gewaltiger Schlag für den Westen und ein genauso gewaltiger Auftrieb für die Moral der islamischen Welt. Der Islam hat über mehr als 1300 Jahre versucht, das europäische Herzstück seines westlichen Rivalen zu erobern und ist daran gescheitert. Man kann gar nicht hoch genug einschätzen, was für einen enormen religiösen Sieg es für Moslems bedeuten würde, wenn ihnen das endlich gelänge. Zusätzlich zu der psychologischen Wirkung auf die weltweite islamische Gemeinschaft, würden auch die angehäuften finanziellen und technologischen Ressourcen Europas in die Hände der Umma gelangen. Das würde den Dschihad weltweit stärken, von Thailand bis Armenien. Wir können schon jetzt durch das Appeasement der EU gegenüber der arabischen Welt das gefährliche Potential einer solchen Konstellation erkennen. Zusammengefasst kann man sagen, dass ein islamisches oder islamisch-kontrolliertes Europa eine riesige und dauerhafte Bedrohung für den Rest des Westens darstellen würde.

Ich bin auch nicht vollständig überzeugt, dass die Amerikaner sich - trotz regelmäßiger gegenteiliger Behauptungen - als wesentlich resistenter gegenüber dem Dschihad erweisen werden als es die Europäer jetzt tun. Ich wäre begeistert, wenn’s so wäre, aber es gibt einige beunruhigende gegenteilige Anzeichen. Ein Video von einem Treffen zwischen Osama Bin Laden und zwei der 9/11-Attentäter zeigte, dass die Motivation der Massenmörder darin lag, Moslems zu rächen…… und zwar Moslems aus Bosnien, wo die USA Krieg führten, um Moslems zu schützen. Ich habe viele Amerikaner klagen hören, dass die USA Moslems in Kuwait, Bosnien und später im Kosovo retteten und dass nur wenige Moslems das zu schätzen scheinen. Das zeigt, wie wenig Politiker in Schlüsselpositionen von der Mentalität von Moslems ganz allgemein verstehen.

Westlern wird erzählt, sie sollen Wege finden, die Herzen und Köpfe der Moslems zu gewinnen. Nur sehr wenige wagen zu fragen, ob dieses Kunststück überhaupt möglich ist. Was, wenn die Herzen und Köpfe der Moslems bereits mit Allah und Mohammed besetzt sind und da nur sehr wenig Raum für die Ungläubigen bleibt? Wenn das der Fall ist, dann bedeutet das, dass finanzielle Unterstützung für Moslems bestenfalls Geldverschwendung ist und schlimmstenfalls ganz und gar kontraproduktiv. Jizya ist eine Strafsteuer, die von nicht-moslemischen Dhimmis nach dem Koran, Sure 9,29, zum “Schutz” und “in williger Unterwerfung” als Zeichen ihres gegenüber den islamischen Herrschern untergeordneten Status zu zahlen ist. Moslems werden daher Zahlungen von Nicht-Moslems als Zeichen sehen, dass diese besiegt und dem Islam unterworfen sind. Im Endeffekt könnten sie dadurch vermehrt aggressiv und fordernd reagieren, nicht weniger. Westler, die glauben, dass man mit finanziellen Hilfsleistungen an Moslems oder gar Bombardierungen von Nicht-Moslems zum Vorteil von Moslems , wie es die NATO auf dem Balkan tat, irgendwie Dankbarkeit von Moslems erkaufen kann, offenbaren einen grundlegenden Mangel an Verständnis für die Denkweise von Moslems. Moslems sind Fatalisten, Schicksalsgläubige. Für sie ist alles, was geschieht - Gutes oder Schlechtes - der Wille Allahs. Wenn etwas Schlimmes geschieht, ist dies eine Strafe dafür, dass sie laxe Moslems waren. Wenn etwas Gutes geschieht, wie zum Beispiel die Bombardierung christlicher Serben, die den Weg zur ethnischen Säuberung an Nicht-Moslems im Kosovo ebnete, ist das eine Belohnung dafür, dass sie gute Moslems waren. Moslems empfinden sehr wohl Dankbarkeit, allerdings gegenüber Allah, der das bewirkte, nicht gegenüber den Ungläubigen, die diese Bombardierung tatsächlich durchführten.

Wenn das westliche Eingreifen auf dem Balkan den Moslems überhaupt etwas signalisierte, dann das, dass der Westen nun schwach ist und reif, erobert zu werden, denn wir opferten die christlichen Serben zugunsten von Moslems. Als Folge davon könnten wir am Ende nicht mit einer Verwestlichung des Balkans dastehen sondern mit einer Balkanisierung des Westens.

Bat Ye’or hat von einem Konflikt zwischen Europäern und Eurabiern gesprochen, wobei die letzteren die Macht auf ihrer Seite haben, weil sie die Medien und das politische Establishment beherrschen. Dieser Konflikt ist in Europa höchst ernst zu nehmen, vor allem wegen der Europäischen Union und der großen Zahl von Moslems, aber ich sehe auch vergleichbare Konflikte in Kanada, Australien und den Vereinigten Staaten.

Ich frage mich manchmal, ob der Westen zu Anfang des 21. Jahrhunderts in einen ideologischen Bürgerkrieg verstrickt ist, der insbesondere in Westeuropa so gravierend ist, dass er leicht zu realen Bürgerkriegen führen könnte. Ich möchte die Kriegsparteien Westler und Post-Westler nennen. Das macht mehr Sinn als Rechte gegen Linke, denn obwohl Linke dazu neigen, bei der Verurteilung des Westens aggressiver und offener vorzugehen und obwohl die stärkste Opposition dagegen üblicherweise unter Konservativen zu finden ist, sind Post-Westler auch tief in den rechten politischen Flügel vorgedrungen.

Sowohl Linke als auch ein paar Rechte stimmen ironischerweise darin überein, dass lediglich ökonomische Fakten zählen und dass die Kultur keine signifikante Bedeutung hat. Linke reden über wirtschaftliche Ausbeutung und sind häufig kritisch, wenn nicht sogar feindselig gegenüber der westlichen Kultur eingestellt, daher kommt ihre Neigung zum Multikulturalismus. Manche Rechten sehen die Einwanderung nur unter dem Gesichtspunkt billiger Arbeitskräfte und zusätzlicher Konsumenten. Ein Land wird so zu einem gigantischen Arbeitsplatz-Beschaffungs-Unternehmen, nicht zu unterscheiden von Coca-Cola oder Toyota. Ein Ort, an dem man Geld macht, sonst nichts. Keine Nation mit einer Seele, keine gemeinsame Geschichte und Kultur. Im Gegensatz zu diesen Post-Westlern gibt es traditionelle Westler, deren oberste Loyalität ihrem Nationalstaat, ihrer Kultur und ihrer Zivilisation gilt.

Viele Amerikaner sagen heute, die Vereinigten Staaten wären eine “universelle” Nation, die “keine eigene Kultur hat”, was bedeutet, dass die USA selber zunehmend post-westlich und von ihren europäischen Wurzeln abgeschnitten wird. Es ist bezeichnend, dass die meisten westlichen Nationen sich den gleichen Herausforderungen, ihre nationalen Grenzen aufrechtzuerhalten, gegenübersehen und dass es als “rassistisch” angesehen wird, wenn man bestimmte Einwandergruppen anderen vorzieht. Das wird in der Debatte über illegale Einwanderung mehr und mehr offensichtlich. Die Aktivisten für offene Grenzen argumentieren, dass es ein “Menschenrecht” sei, sich im Westen niederzulassen und nicht, dass es Westlern erlaubt sein sollte, ihre eigene Kultur zu bewahren und zu entscheiden, wer sich in ihren Ländern niederlassen darf.

Unser Widerwille dagegen, unser physischen Landesgrenzen aufrechtzuerhalten, ist eng verwandt mit unserem Widerwillen, unsere kulturellen Grenzen zu setzen. Auf eine merkwürdige Art ist es die uns allen gemeinsame Verleugnung unserer eigenen historischen Wurzeln oder sogar die Leugnung der Tatsache, dass wir überhaupt eine Kultur haben, ist es die Ansicht, dass wir uns irgendwie ” jenseits der Geschichte” begeben haben und die Idee, es wäre “rassistisch” die Landesgrenzen aufrechtzuerhalten, die offenbart, dass Europa, Nordamerika und Australien trotz allem immer noch zur selben Zivilisation gehören. Serge Trifkovic, der Autor von Sword of the Prophet (Das Schwert des Propheten) und dem neuen Buch Defeating Jihad, (Den Dschihad besiegen) führt ebenfalls aus:

“Es ist die Unfähigkeit und der Widerwille der Eliten, sich dem Dschihad zu stellen, womit Europa und Nordamerika höchst eindrucksvoll unter Beweis stellen, dass sie die gleichen Chromosomen haben, dass sie zu EINER Kultur gehören und EINE Zivilisation sind.” “Eine weiteres Ergebnis ist der Konsens der Eliten, dass die de facto unbeschränkte Einwanderung, der Multikulturalismus und die Existenz einer großen islamischen Diaspora innerhalb der westlichen Welt als gegeben hinzunehmen sind und dass all dies bei der Antiterrordebatte keinesfalls jemals hinterfragt werden darf”

“Dieser Krieg wird von islamischer Seite aus mit der tiefen Überzeugung geführt, dass der Westen in den letzten Zügen liegt. Der Erfolg des demographischen Angriffs auf Europa fördert noch das Bild eines “Süßwarenladens mit unverschlossenen Türen” und diese Sichtweise wird durch historische Betrachtungen auch noch gestärkt, denn eine Zivilisation, die den Drang nach Selbsterhaltung verliert, ist tatsächlich in Gefahr.”

Europäer scheinen nach mehreren verheerenden Kriegen während des 20. Jahrhunderts zu glauben, dass wir uns jenseits des Krieges in einem Zeitalter des internationalen Rechts und des Dialogs befinden und dass Krieg böse ist, unabhängig davon aus welchem erdenklichen Grund er geführt wird. Das ist eine Ansicht, die Amerikaner definitiv nicht teilen, und damit haben sie auch recht. Aber die Amerikaner haben ihre eigenen utopischen Träume. Ich habe schon öfter davor gewarnt, die “Vielfalt” in einem Land, das bereits so vielfältig wie die USA ist, allzu sehr “zu bejubeln”. Sie sollten sich auf das besinnen, was ihnen gemeinsam ist und was sie verbindet, oder sie könnten eines Tages aufwachen und entdecken, dass sie weder durch Kultur, Religion, Rasse noch durch politische Überzeugungen vereint sind, möglicherweise aufgrund der zunehmenden Etablierung des Spanischen als halb-offizielle zweite Landessprache, nicht einmal mehr durch die Sprache. Das könnte ernstliche innere Spannungen nach sich ziehen und vielleicht sogar dazu führen, dass das Land auseinander bricht.

Die Vorstellung “Geschichte wäre Quatsch”, die Vorstellung, dass alle Kulturen gleichermaßen in den USA assimiliert werden können und dass die Vereinigten Staaten eine universelle Nation sind, die sich irgendwie magisch jenseits aller Konflikte, die die Menschheit anderswo austrägt, begeben hat, ist falsch und gefährlich. Sie hat auch Auswirkungen auf die Außenpolitik.

Wenn die Amerikaner sich daran erinnert hätten, dass ihr hochgeschätztes politisches System von einer westlichen und europäischen kulturellen Tradition durchdrungen ist und möglicherweise in allen anderen Kulturen nicht ganz so gut funktionieren könnte, hätten sie sich vielleicht nicht in das Projekt gestürzt, zum Preis von Hunderten von Milliarden Dollar Demokratie in ein tief islamisches Land wie den Irak exportieren zu wollen. Das geschah, weil die Amerikaner glaubten, ihr Land wäre eine universelle Nation völlig ohne eigenen kulturellen Kern. Falls das so wäre, dann könnte das politische System der USA tatsächlich überallhin exportiert werden.

Fünf Jahre nach 9/11 ist die islamische Einwanderung in die USA höher als sie jemals war, dem politischen Establishment widerstrebt es immer noch stark, den Feind beim Namen zu nennen und Präsident Bush klebt immer noch an seiner gescheiterten Strategie, Demokratie in die arabische Welt zu exportieren, derweil die Islamisierung des Westens immer rasanter voranschreitet.

Ich hoffe, dass die Amerikaner recht haben, ich hoffe, dass sich die USA als resistenter gegenüber der Islamisierung erweisen wird und dass die westliche Zivilisation in der Neuen Welt die Vorherrschaft behalten wird auch wenn sie in der Alten Welt sterben sollte. Aber ich gebe zu, dass meine Zweifel daran bleiben.

Anmerkung von Fjordman: Ich habe Pläne für mindestens ein Dutzend längere Essays für die Zukunft, vorausgesetzt ich habe zeitlich und finanziell die Möglichkeit, sie zu schreiben. Die Essays werden sich damit befassen, warum ich eine Reformation des Islam für unwahrscheinlich halte. Alle meine online gestellten Essays können von jedermann, der es möchte, nachveröffentlicht werden, sofern ich als Autor genannt werde. Spenden, die hier gegeben werden können, können als Vorauszahlung für zukünftige Essays angesehen werden.

Abgelegt unter: Übersetzungen - Fjordman

1 Kommentar »

  • 1

    Kommentar von Übertragung vom alten Blog

    3. Juni 2007 @ 16:41

    bisher 2 Kommentar(e) TrackBack-URL

    Mir (29.9.06 15:09)
    Danke für Deine Mühe mit der Übersetzung. Ich schätze Fjordmans Beiträge sehr, allerdings halte ich seine teilweise Vermischung von Kultur, Zivilisation und Werten für unzulässig. Weiterhin vertritt auch er die Mainstream-Meinung, daß die Befreiung Iraks (was ist mit Afghanistan?) gescheitert und von vornherein falsch gewesen sei. Ich warte immer noch auf Alternativen. Aber darüber haben wir ja schon wiederholt bei PI diskutiert.

    Ein Blick in die deutschen Medien läßt mich zumindest hoffen, daß die von Fjordman treffend beschriebene europäische Mentalität sich auch noch rechtzeitig ändern könnte.

    Insgesamt denke ich, daß Fjordmans Fähigkeit, die Probleme der Gegenwart treffend zu schildern, besser ist als seine Prognosen für die Zukunft.

    Acht-der-schwerter / Website (2.10.06 10:02)
    Ich hab’s mir gedacht, Mir, dass Du Fjordmans Analyse des Irakkriegs nicht zustimmst. Ob er richtig oder falsch war, ob er anders geführt hätte werden können, ist und bleibt ein kontroverses Thema - vor allem auch unter USA-Freunden. Hauptsache, Du denkst nicht, diejenigen, die da anderer Meinung sind als Du, wären von der gleichen Sorte wie die “No blood for oil”- Apologeten.

    Auch ich finde übrigens diesen Fjordman-Artikel etwas depremierend. Obwohl er ausdrücklich anführt, dass er Europa noch nicht aufgegeben hat, hat man zwischen den Zeilen das Gefühl: Doch, genau das hat er getan… er gesteht’s sich möglicherweise nur selber noch nicht ganz ein.

    Ich bin auch pessimistisch, aber nicht so sehr.

    Seine Zukunftsbeschreibungen sehe ich weniger als echte Prognosen denn als spekulative Prognosen…. beim Zweiten Fall Roms” hat er versucht, alle Möglichkeiten zu beschreiben…. hier hat er eine ( Eurabia) rausgepickt und die Auswirkungen aus dieser einen auf die USA analysiert. Unter der Eurabia-Annahme sind die Ausführungen m.E. einleuchtend. Die USA sind übrigens auch meiner Ansicht nach keineswegs so stabil gegen die Islamisierung wie immer behauptet wird.

    Sie haben allerdings andere Schwächen als Europa.

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