Die Sprache einer internationalen Diktatur
In letzter Zeit ist es mir mehr und mehr unmöglich geworden, politischen Diskussionsrunden wie zum Beispiel Sabine Christiansen oder dem Presseclub zu folgen. Eigentlich bin ich ziemlich überzeugt davon, nicht übermäßig dumm zu sein, aber es gelang mir weniger und weniger, mich auf das in solchen Runden Gesagte zu konzentrieren. Am schlimmsten ist es, wenn Spitzenpolitiker anwesend sind. Ich nehme mir vor, meiner demokratischen Bildungspflicht nachzukommen, aber ich ertappe mich ständig dabei, dass ich abschweife, dass ich - während einer unserer gewählten Vertreter von der dringenden Notwendigkeit einer nachhaltigen Förderung der Integrationsbemühungen spricht - anfange, die Form seiner Ohren zu studieren, nach physischen Anzeichen von übermäßigem Alkoholkonsum in seinem Gesicht zu fahnden oder darüber zu sinnieren, welcher der Anwesenden die hässlichste Krawatte hat.
Wenn man richtig Glück hat, ist Claudia Roth dabei, die für eine Frau ein reiches Anschauungsfeld dafür bietet, welche Fehler man beim Styling auf keinen Fall machen sollte. Oder der Leipziger Imam mit dem Zauselbart: Er regt dazu an, sich männliche Personen aus dem Bekanntenkreis im Imam-Kostüm vorzustellen, und man muss lachen, wenn’s klappt. Sabine Christiansen selber taugt wunderbar dafür, das schlechte Gewissen darüber, dass man faul auf dem Sofa rumkuschelt und Rotwein plus Chips konsumiert, etwas zu minimieren. Ok. Man will zwar immer abnehmen (das ist ein unerschütterliches Naturgesetz), aber den Anblick vor Augen zu haben, dass das in Verbiesterung ausarten kann, ist tröstlich für die weibliche Seele. (weiter …)