Islam ohne Allah - Teil 2: Nichts mit dem Islam zu tun?
Wenn ich im Folgenden das Gesamtkonzept Islam in drei verschiedene Bereiche aufspalte, bedeutet das nicht, dass ich der Ansicht bin, es würde auch drei unterschiedliche Lehren geben oder nur Teile davon wären durch den Koran legitimiert. Es gibt aber unterschiedliche Menschen, die sich nur an Teile des Gesamtkonzeptes halten.Und vor allem ist eine klare Aufspaltung notwendig, weil Moslems und Islam-Apologeten diese auch ständig vornehmen - allerdings nicht klar, sondern wild durcheinander - und damit zu absichtlicher Vernebelung, unabsichtlicher Verwirrung und Fehleinschätzungen beitragen.
Der religiöse Anteil
Als christlich geprägte Menschen haben wir ein Religionsverständnis, das vor allem die Beziehung des Individuums zu seinem Gott beinhaltet. Wenn man den Islam mit dieser Sichtweise betrachtet, kann man nur einen Teil dieses Gesamtkonzepts erfassen, und zwar den, den ich hier mit “religiösem Anteil” bezeichnen möchte. Die sind am besten mit den so genannten fünf Säulen des Islam umschrieben. Hugh Fitzgerald schreibt dazu (übersetzt):
Sie bestehen aus der Schahada oder dem Glaubensbekenntnis; Zakat oder Almosengeben; Salat oder den fünf vorschriftsmäßigen Gebeten; Ramadan oder dem jährlichen einmonatigen Fasten; und - wenn man es sich leisten kann - der Hadsch nach Mekka einmal im Leben. Stören Sie als Ungläubigen Almosen, die Reise nach Mekka, die Einhaltung des Ramadan oder das Aufsagen von Gebeten in irgendeiner Weise? Nein, nicht im Geringsten. Warum sorgen wir uns also? Aber indem wir uns auf diese dem Wesen nach trivialen Dinge konzentrieren, ignorieren wir die viel dunkleren und unheilvollen Aspekte.
Und exakt das tun wir. Was unsere Kinder zum Beispiel im christlichen Religionsunterricht über den Islam lernen, beschränkt sich fast ausschließlich auf die fünf Säulen, einige Feste und Riten. Damit wird eine Ideologie, die Anbetung, Soziales und Politisches erfasst, auf die Anbetung reduziert. Daher ist es leicht verständlich, wenn zum Beispiel Lale Akgün in ihrer Attacke gegen Ralph Giordano (wir berichteten) unter anderem fast widerspruchslos sagen kann:
Giordano blende bei seiner Kritik an Muslimen aus, dass «zumeist soziale und nicht religiöse Gründe» für die in der Öffentlichkeit wahrgenommenen Probleme verantwortlich seien.
Fasst man Islam nur als das auf, was ich hier unter dem “religiösen Anteil” einsortiert habe, hat sie Recht. Und das ist ihr Trumpf. Halbwahrheiten sind besser als platte Lügen. Und gefährlicher. Natürlich fallen die angesprochenen Probleme unter den sozialen (und zum Teil auch den politischen) Bereich des Islam und nicht unter den rein religiösen. Unter dem Blickwinkel haben auch alle Recht, die den hier allseits bekannten Satz “Das hat nichts mit dem Islam zu tun” bei allen Gelegenheiten gebetsmühlenartig einbringen. In schöner Inkonsequenz wird der Islam von seinen Anhängern und Apologeten bei Forderungen als Gesamtkonzept gesehen, bei Antworten auf Kritik aber flugs auf das rein Religiöse reduziert.
Auch das Wort “sozial” wird missbräuchlich benutzt. Frau Akgün hat vermutlich, als sie es in dem Zusammenhang erwähnte, gemeint, dass die Probleme aufgrund finanzieller Armut und daraus resultierender Misslaunigkeit entstehen, die man natürlich zwangsläufig in Kriminalität ausleben muss (an diesem Dogma bestehen ja kaum noch Zweifel) und somit uns anzulasten sind und nicht denen, die sie verursachen, und - Gott bewahre - ganz bestimmt nicht dem Islam. Das Wort “sozial” bedeutet aber nicht “wohltätig”, als dessen Synonym es fast ausschließlich gebraucht wird, sondern “die Beziehungen zwischen den Menschen betreffend”. Und ja: die wahrgenommenen Probleme mit der islamischen Bevölkerung sind in dem Sinne sehr wohl sozial verursacht, nämlich darin, was der Islam über die Beziehungen zwischen den Menschen so lehrt. Und das ist der zweite Anteil.
Der soziale Anteil
Während ich unter dem religiösen Anteil alles zusammengefasst habe, wie sich der Mensch als Individuum gegenüber seinem Gott verhält, möchte ich unter dem sozialen Anteil die Beziehungen unter den Menschen zusammenfassen. Das ist exakt genauso durch Koran und Hadithen legitimiert wie der religiöse Anteil und umfasst das Mann-Frau-Verhältnis, die Einstellung gegenüber Apostaten und Ungläubigen und das Rechtssystem der Scharia, das keineswegs nur aus Kopfabhacken und Steinigungen besteht, sondern viel umfassender ist und auch bei den Moslems, die die ganz rabiaten Teile ablehnen oder zumindest nicht befürworten, zur Bildung des inneren Rechtsempfindens beigetragen hat. Auch unser inneres Rechtsempfinden ist durch äußeres Recht geprägt und zu großen Teilen auch noch durch die Bibel (auch wenn das manche Atheisten nicht so gerne hören). Es liegt nahe, dass es da Unterschiede gibt.
Es gibt nur zwei Gründe, sich an die Gesetze eines Landes zu halten: Entweder sie entsprechen dem inneren Rechtsempfinden oder man fürchtet die Sanktionen für den Rechtsbruch. Wenn keines von beidem gegeben ist, bricht man Gesetze. Das tun Europäer (z.B. ist bei vielen die Achtung vor dem Recht auf Eigentum anonymer, reicher Versicherungen nicht sehr ausgeprägt) und das tun Moslems eben da auch, wo Gesetze mit ihrem Rechtsempfinden nicht übereinstimmen.
Der soziale Anteil ist derjenige, der uns am meisten auffällt. Denn es ist der, der zu Kriminalität wie z.B. Ehrenmorden, Zwangsverheiratungen und Messerstechereien führt. Auch die Probleme mit den so genannten Rütli-Schülern sind auf den sozialen Anteil des Islam zurückzuführen. Man muss nicht islamisch-religiös im christlichen Sinne sein, um islamisch-sozialisiert zu sein. Nun steht natürlich nirgends im Koran ausdrücklich: “Oh, Ihr Gläubigen! Wenn Ihr in den Schulen der Ungläubigen seid, so sollt Ihr dort nichts lernen sondern stattdessen pöbeln, randalieren und Papierkörbe aus dem Fenster werfen sowie die ungläubigen Lehrerinnen als Schlampen bezeichnen, die nichts zu melden haben.” Aber im Koran steht sehr wohl, dass die Ungläubigen schlimmer sind als das Vieh [8:55], dass der Moslem keine Ungläubigen zu Freunden nehmen solle, weil diese sie wollen, “dass Ihr ungläubig (integriert?) werdet wie sie.” [4:89] und dass Männern über Frauen Verantwortung haben, weil Allah sie vor diesen ausgezeichnet hat [4:34]. Das haben sie möglicherweise nicht einmal gelesen und regelmäßig in die Moschee gehen sie schon gar nicht - aber sie haben dieses Wissen verinnerlicht. Soziale Ordnungen schleifen sich ein, ohne dass jeder einzelne ihre Grundlagenliteratur liest. Es verstößt genauso wenig gegen das Rechtsempfinden eines moslemischen Vaters, wenn er seine Tochter mit Gewalt von einem ungläubigen Freund fernhält wie es gegen das unsere verstößt, wenn wir unsere Töchter mit massiver Überzeugungsarbeit bis hin zu Familienkrächen von einem kriminellen Freund abzuhalten versuchen. Vermutlich verstößt es im Gegensatz dazu gegen sein Rechtsempfinden, wenn er das nicht tut.
Wir müssten schon sehr harte Sanktionen und eine hohe Wahrscheinlichkeit, “erwischt” zu werden, haben, damit er es dennoch unterlässt. Sein inneres Rechtsempfinden werden wir nicht auf die Schnelle ummodeln können. Das braucht Zeit und vor allem braucht es eine Entfernung vom Islam, der das Rechtssystem transportiert. Und unsere Eliten arbeiten gerade emsig daran, dass diese Entfernung vom Islam im Rahmen des Respekts vor fremden Kulturen auf keinen Fall stattfindet.
Ein durchaus sehr gebildet wirkender Moslem hat bei einer Internet-Diskussion um die Rütli-Schule mal geantwortet, dass die Betreffenden sehr häufig eben nicht in der Moschee zu finden sind - was richtig ist - und dass daher ihr Verhalten nichts mit dem Islam zu tun hat - was falsch ist. Denn ihr Verhalten hat eben vor allem mit ihrem inneren Rechtsempfinden zu tun, das durch den Islam geprägt ist. Er argumentierte weiter, dass es sogar mit mangelnder Religiosität zu tun habe und daher unsere Schuld sei, weil wir nicht ausreichend Moscheen bauen, in denen diese jungen Randalierer dann “gezähmt” werden könnten. Sein Kommentar gipfelte in der dreisten Erpressung: “Ihr werdet Euch schon entscheiden müssen, was Ihr wollt: Islam oder Kriminalität.”
Dahinter steckt, dass die Kriminalität islamisch sozialisierter junger Männer nur in den Griff zu bekommen ist, wenn man sie vollständig(!) islamisch sozialisiert, also der Kuratel eines Imams unterstellt, dessen Wort sie gehorchen. Dieser Imam kann dann - wenn wir uns wohl verhalten - gnädigst bei seinen Unterweisungen ein paar Dinge berücksichtigen, die uns an den jungen Randalierern ärgern. Diese Ansicht wird durchaus auch von politischen Verantwortlichen übernommen und kommt darin zum Tragen, dass man Imame zum Schlichten von innerislamischen Streitigkeiten unter Familienclans oder verschiedenen Ethnien (Kurden-Türken, Türken-Araber) einbeziehen möchte.
Das soziale Fehlverhalten islamisch Sozialisierter und unsere Besorgnis darüber wird also als Mittel benutzt, islamisches Recht - das einzige, auf das die jungen Wilden eventuell reagieren - als Instanz in westlichen Staaten zu etablieren. In London werden Scharia-Gerichte in Familienangelegenheiten bereits geduldet, auch die säkulare Republik Indien mit ihrer großen Moslemminderheit erlaubt sie. Wir sind nicht weit davon weg und unsere Sorge wegen der Kriminalität islamischer Jugendlicher beschleunigt das. Es ist als ob man jemandem Wanzen in die Wohnung setzt, um ihm giftiges Insektenspray zu verkaufen.
Solche blödsinnigen Erwägungen sind da, wo sie nicht sowieso Vorsatz sind, auf die Wort-Verwirrung zurückzuführen, darauf, dass der Islam als Religion gilt und wir ein gewisses Religionsverständnis haben, das große Teile von ihm ausblendet.
Aber auch der soziale Anteil des Islam ist Teil des ganzen. Wenn man die Sache genau ansieht, ist er sogar der offenbar weit wichtigere. Selbst in streng islamischen Staaten wie im Iran oder Saudi-Arabien, in denen Verstöße gegen die sozialen Regeln mit Haft, Körperstrafen oder sogar dem Tode bestraft werden, werden Verstöße gegen die im Wortsinne religiösen Regeln höchstens sozial geächtet, aber nicht verfolgt. Niemand wird ausgepeitscht, weil er nicht betet. Niemand wird geköpft, weil er die Hadsch nicht macht, obwohl er reich genug dazu wäre. Es scheint, als ob die sozialen Regeln sehr viel mehr “mit dem Islam zu tun haben” als die der persönlichen Anbetung Allahs. Der “Islam ohne Allah” wird rigoroser durchgesetzt als der mit.
Der politische Anteil
Noch weniger als der soziale Teil des Islam wird sein politischer Anteil als zum Islam gehörig angesehen, obwohl er es ganz genau so ist. Hier greift das “nichts mit dem Islam zu tun” sogar noch massiver als bei den Verbrechen, die im sozialen Anteil wurzeln. Während durchaus einige Westler noch Zwangsehen, Ehrenmorde und rücksichtsloses Verhalten gegenüber Ungläubigen als islamisch wahrnehmen, gilt es bei politischenAktivitäten bis hin zu Terroranschlägen als extrem unanständig, es zu tun, bei politischen Ansichten ohne Aktivität wird der Einfluss des Islam so gut wie gar nicht zur Kenntnis genommen. Es ist der für uns wichtigste und bedrohlichste Teil des Islam - er kommt komplett ohne religiöses Beiwerk aus, obwohl dies natürlich in vielen Fällen dazu gehört, und ist für christlich Sozialisierte noch schwerer als Teil von etwas zu begreifen, das im allgemeinen als Weltreligion gehandelt wird.
Es gibt Menschen wie die “Rütli-Schüler”, die den sozialen Anteil ohne den religiösen leben - und für den politischen wahrscheinlich zu dumm sind. Aber es gibt auch Menschen, die den religiösen und sozialen Teil nicht leben, den politischen aber massiv vertreten. Als Beispiel kann der verstorbene Jassir Arafat gelten. Man kann ihm vieles vorwerfen - dass er ein überaus frommer Moslem im religiösen Sinne war, gewiss nicht. Er besuchte an Weihnachten die Kirche, er führte eine extrem moderne Long-distance-Ehe mit einer Luxus-Modepuppe in Paris. Vermutlich hatte er auch eine gewisse Vorliebe für junge Männer, was zwar der Öffentlichkeit weitgehend verheimlicht wurde, seinem Umfeld aber sicher bekannt war. Unislamisch? Ja. Im religiösen sowie im sozialen Sinne. Hat ihn deswegen die islamische Welt verurteilt oder gar als schlechten Moslem gesehen? Privat vielleicht, was aber nichts daran geändert hat, dass er als Ikone des Djihad galt und immer noch gilt. Wer den Djihad gegen die Juden und Kreuzzügler zu seinem Lebensinhalt macht, darf auch in Kirchen beten und sexuell ausschweifend leben. Ähnliches trifft auch auf Saddam Hussein zu, der alle Charakteristika eines klassischen Kalifen mit Expansionsansprüchen hatte, obwohl er wahrlich nicht religiös war.
Das Mädchen links auf dem Foto könnten wir als perfektes Beispiel für gelungene Integration einer modernen jungen Muslima sehen. Religiös-islamisch? Vielleicht. Sozial-islamisch? Ganz offenbar nicht, nicht einmal ein Kopftuch, geschweige denn eine Burka verbirgt die langen Locken, außerdem weist der “Doktorhut” auf den erfolgreichen Abschluss einer guten schulischen Ausbildung hin. Politisch-islamisch? Eine tickende Bombe? Ja. Es ist Wafa Idris, sie starb im Alter von 28 Jahren als erste palästinensische Selbstmordattentäterin, riss einen 81-jähirgen Israeli mit in den Tod und verletzte Hunderte. Sie gilt als Ikone und hochverehrtes Vorbild für junge palästinensische Mädchen. Es ist anzunehmen, dass es auch männliche Selbstmordattentäter mit vergleichbarer Einstellung gibt - nur ist es bei diesen nicht am Foto zu sehen.
Die ägyptische Feministin Dr. Nawal Al-Sa’dawi rief dazu auf,
“die ägyptische Verfassung zu ändern und den Artikel, der den Islam zur offiziellen Staatsreligion erklärt, zu streichen, weil wir ‘Kopten unter uns haben und weil Religion eine Sache zwischen einem Menschen und Gott ist und niemand das Recht hat, seinen Glauben, seinen Gott und seine Rituale anderen aufzuzwingen. Daher bin ich eine knallharte Gegnerin eines Religionsstaates, weil unser Gott in keiner Weise in die Politik involviert sein sollte.”
Schön oder? Sie setzt sich nicht nur für die Rechte von Frauen ein, sondern auch für die Rechte einer religiösen Minderheit, der sie nicht einmal angehört. Solche Moslems sollte unsere ganze Bewunderung und Unterstützung gelten, wir sollten sie aufnehmen, wenn sie in ihren eigenen Ländern verfolgt werden. Oder vielleicht doch nicht? Lesen wir ein anderes Interview mit ihr:
“Israel und der Westen nennen Widerstandsoperationen ‘Terrorismus’. Der irakische Widerstand wurde zu ‘Terrorismus’ und das gleiche geschah mit dem palästinensischen Widerstand. Sollen wir diejenigen geißeln, die mit ihren bloßen Händen kämpften und starben? Steht es uns zu, eine Frau zu kritisieren, die sich mit einem Sprengstoffgürtel ausrüstet, sich in die Luft sprengt und stirbt? Sollen wir sie dafür verurteilen, dass sie sich selbst in die Luft gesprengt hat, nachdem sie gesehen hatte, wie ihr Vater und ihre Brüder getötet worden waren? Wenn ich an ihrer Stelle wäre, würde ich mich mit Dynamit voll packen und in die Luft sprengen … Wie kann ich das Opfer verurteilen?”
Da ist sie: die islamische Verblendung! Eine Frau, die sich massiv gegen den islamischen Gottesstaat und für Religionsfreiheit der Kopten einsetzt, die mutig gegen die Unterdrückung der Frau und damit einen wichtigen Teil der sozialen Komponente des Islam kämpft - und: eine Frau, die das islamische Konzept des Djihad vollkommen verinnerlicht hat. Höchst wahrscheinlich nimmt sie es nicht einmal mehr als islamisch wahr. Sie tut es so wenig wie viele von uns die Gottesebenbildlichkeit des Menschen, die Grundlage für die Entwicklung der Menschenrechte war, als jüdisch-christlich wahrnehmen. In beiden Fällen ist es das aber dennoch.
Sie ist das perfekte Beispiel für den “Islam ohne Allah”. Sie ist gewiss nicht die einzige. Wir müssen genau hinsehen, wen wir als Verbündeten nehmen und wen nicht. Es reicht nicht, festzustellen, dass ein Moslem nicht regelmäßig betet oder gar Alkohol trinkt, es reicht nicht, dass eine Muslima kein Kopftuch trägt und für Frauenrechte eintritt. Die religiösen Anteile sind weitgehend gleichgültig, die sozialen führen häufig zu Kriminalität und stoßen uns ab.
Aber die Islamisierung läuft vor allem mit den politischen Anteilen, die wir am meisten ausblenden. Ich werde das Gefühl nicht los, dass Frau Dr. Al-Sa’dawi, wenn sie in Deutschland leben würde, als große Hoffnung für einen modernen Euro-Islam und uns als wunderbares Beispiel für gelungene Integration präsentiert würde. Hätte ihr - wenn sie bei der Islamkonferenz dabei gewesen wäre - irgendjemand die wichtigste Frage gestellt, die sie oben sehr ehrlich beantwortet hat? Ich glaube nicht. Wie viele von ihrer Sorte mag es unter den Moslems geben, die einen Islam ohne strenge Regeln, einen Islam ohne Kopftuch, einen “Islam ohne Allah” leben und dennoch den Djihad gegen die Ungläubigen verinnerlicht haben?
Wir sollten nicht alle verdächtigen. Aber wir sollten alle - zumindest die offiziellen Vertreter - fragen. Darüber, warum wir das nicht tun, möchte ich mir im dritten Teil Gedanken machen.
To be continued…





Kommentar von -MEM-
23. August 2007 @ 21:42
Es ist paradox was diese Religion hervorbringt
Scheich Karadawi: Musliminnen müssen kein Kopftuch tragen - wenn sie sich in die Luft sprengen
Frauen, die einen solchen Akt begehen wollen, haben das Recht, das Haus ohne männlichen Beistand (Mahram) zu verlassen. Sie müssen auch nicht ihren Ehemann oder Bruder oder Vater um Erlaubnis fragen. Und sie haben auch das Recht, wenn nötig zur Täuschung des Feindes ihr Haar zu zeigen, weil sie es ja nicht tun, um “ihre Schönheit zu zeigen”, sondern um für Gott zu töten.
Diese Logik muss man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen: Das Haar zu zeigen ist für Karadawi haram, wenn es um der Schönheit willen geschieht. Wird es aber heimtückisch mit Mordabsicht getan, tut er seinen halal-Stempel drauf:
As for the point that carrying out this operation may involve woman’s travel from place to another without a Mahram, we say that a woman can travel to perform Hajj in the company of other trustworthy women and without the presence of any Mahram as long as the road is safe and secured. Travel, nowadays, is no longer done through deserts or wilderness, instead, women can travel safely in trains or by air.
Concerning the point on Hijab, a woman can put on a hat or anything else to cover her hair. Even when necessary, she may take off her Hijab in order to carry out the operation, for she is going to die in the Cause of Allah and not to show off her beauty or uncover her hair. I don’t see any problem in her taking off Hijab in this case.
To conclude, I think the committed Muslim women in Palestine have the right to participate and have their own role in Jihad and to attain martyrdom.
Niemand soll sagen, islamischer Feminismus sei ein Widerspruch in sich. Im Zeichen des Terrors kommt er mit mächtigen Schritten voran, und Scheichs, die sonst gerne schlaflose Nächte über der Frage verbringen, wie sie die Frauen im Haus und unter dem Hijab halten, werden plötzlich sehr pragmatisch.