Wünschen wir uns eine islamische Reformation?

von Eisvogel um 18:19 am 13. Juli 2007

 

Original vom 22. Mai 2007: Do we want an Islamic Reformation?

Am Ende des Textes wird ein Ausschnitt aus einem Artikel der holländischen Autorin Margriet de Moor mit Hinblick auf den Islam in Europa vorgestellt. [Anm.d.Ü.:Der Artikel ist zwar ursprünglich auf deutsch in der Süddeutschen Zeitung erschienen, online aber nicht oder nicht mehr verfügbar, deshalb habe ich den Ausschnitt rückübersetzt].

Die vermutlich am ausgeprägtesten groteske Passage aus diesem Essay ist, dass sie [Margriet de Moor] die Niederlande als ein großes Laboratorium sieht und dass sie das ganz offensichtlich auch erfreulich findet. Das ist ein herausragendes Beispiel dafür, dass Multikulturalismus ein groß angelegtes Sozialexperiment und exakt genau so radikal und gefährlich wie der Kommunismus ist. Frau de Moor lebt in einer Art alternativer Wirklichkeit, in der "Europas Wohlstand und Redefreiheit" eine islamische Reformation schaffen werden. Tatsächlich stellt die islamische Einwanderung jedoch eine massive Austrocknung des ersteren dar und zerstört das letztere langsam aber sicher.

Dem holländischen Abgeordneten Geert Wilders, der unter ständigen Todesdrohungen von Moslems lebt, wurde kürzlich vom Nationalen Koordinierungsrat für Antiterrorismus gesagt, es wäre besser, wenn er seine politische Botschaft in einer milderen Form ausdrücken würde. Ist das ein gesundes Zeichen für Redefreiheit? Wilder hat provokante Dinge gesagt, wie zum Beispiel, dass das Land sich einer Überschwemmung durch "eine Flutwelle der Islamisierung" gegenüber sähe, dass Moslems, wenn sie in den Niederlanden bleiben wollten, besser die Hälfte der Seiten aus dem Koran reißen sollten, und "wenn Mohammed heute leben würde, würde ich vorschlagen, dass man ihn als Extremisten teert und federt und aus dem Land jagt." 

Wilders behauptet, dass ein Klima von "Hass und Aggression" geschaffen wurde, in dem so manch einer denken könnte, dass "illegale Mittel gerechtfertigt sind, um mich und meine Leute zu stoppen." Linksgerichtete Kolumnisten grenzen ihn als jemanden aus, der "außerhalb des Gesetzes steht, als den Führer einer faschistischen Partei, die antidemokratisch ist und in mancherlei Hinsicht den Nazis ähnelt" sagte er. Man sollte sich in Erinnerung rufen, dass ein anderer holländischer Politiker, Pim Fortuyn, nachdem er von den Medien ähnlich behandelt worden war, ermordet wurde. Der Geflügel-Veterinär J. Plantema wurde angewiesen, an die Tierrechtsgruppe Wakker Dier die hohe Schadensersatzsumme von 200.000 Euro zu bezahlen, nachdem er sie einen "Haufen von Terroristen" genannt hatte, die auch vor Mord, Brandstiftung, Vandalismus und Einschüchterung nicht zurückschrecken. Der Vorsitzende von Wakker Dier ist Sjoerd van de Wouw. In einer anderen Aktionsgruppe, VMO, war er die rechte Hand von Volkert van der Graaf, der den Politiker Pim Fortuyn 2002 ermordete. Zurzeit ist Van de Wouw Mitarbeiter bei der Partei für Tiere (PvdD), die zwei Sitze im Unterhaus hat. Die PvdD-Vorsitzende Marianne Thieme hat es untersagt, in ihren Büroräumen im Parlamentsgebäude Gift auszulegen, um einer Mäuseplage Herr zu werden und den Wunsch ausgedrückt,, "dass man der Plage entgegentritt, indem man Lebendfallen für Mäuse aufstellt." 

Eine Schule in Amsterdam hat Unterrichtsstunden über das ländliche Leben gestrichen, weil sich die islamischen Kinder weigerten, über Schweine zu sprechen. Verschiedene Schüler im Alter von 9 und 10 Jahren fingen an, die Klassenzimmer zu demolieren, wenn Schweine zur Sprache kamen. Eine Umfrage brachte kürzlich zu Tage, dass rund 40 Prozent der Holländer den Eindruck haben, dass sie nicht immer sagen können, was sie wollen, insbesondere im Zusammenhang mit der multikulturellen Gesellschaft. Die Niederlande, die über Jahrhunderte hinweg ein Hafen für Menschen waren, die nach mehr Gedankenfreiheit strebten, werden zu einer zunehmend totalitären Gesellschaft, und zwar als direkte Folge der islamischen Einwanderung. Das ist der Grund, aus dem Hans Jansen, ein Professor für Moderne Islamische Theologie an der Universität von Utrecht, festhielt, dass eine friedliche Gesellschaft, die weiter existieren will "einen Weg finden muss, sich mit nicht-friedlichen Mittel vor nicht-friedlichen Menschen zu schützen." Nach Jansen sprechen islamische Fundamentalisten regelmäßig Drohungen aus, aber die holländische Presse schweigt dazu. 

Margriet de Moor behauptet, dass "ein Gelehrter, der in unserem Teil der Welt lebt, weniger Gefahr läuft, das Schicksal des sudanesischen Politikers, Theologen und Schriftstellers Mahmud Taha zu erleiden. Taha, der aus vernünftigen, wissenschaftlichen Gründen vorschlug, lediglich die Korantexte aus Mohammeds mekkanischer Periode - das sind die friedlichen Texte ohne die Verpflichtung zum Djihad - anzuerkennen, wurde 1985 im Gefängnis von Khartum hingerichtet. Die Anklage lautete, er habe seinen Glauben verloren." 

Aber damit legt sie den Finger auf die Wunde: Der einzige Weg, mit dem man zumindest theoretisch einen friedlichen, toleranten Islam erschaffen könnte, wäre der, alle Lehren aus dem Koran, den Hadithen und der Sira, die aus der gewalttätigen medinesischen Periode stammen, permanent zu ignorieren. Ich zweifle daran, dass das praktisch möglich ist, und selbst, wenn es das wäre, würde es bedeuten, dass Moslems sich ganz wortwörtlich des halben Korans entledigen müssten, was wiederum bedeutet, dass Herr Wilders Recht hat. Dr. Daniel Pipes gehört zu jenen, die Mahmoud Muhammad Taha als Schlüsselfigur des moderaten Islam gepriesen haben, aber Taha präsentierte keine schlüssigen Argumente für seinen Vorschlag und wurde ohnehin getötet, weil seine Ideen als häretisch betrachtet wurden. 

Wie ich in meinen fünfteiligen Essay ausgeführt habe, hängt die Frage, ob der Islam mit Demokratie kompatibel ist, weitgehend davon ab, wie man "Demokratie" definiert. Wenn man sich darunter lediglich Wahlen ohne Redefreiheit und Absicherungen für die Rechte von Individuen und Minderheiten vorstellt, dann ja. Dann kann Demokratie durchaus das Vehikel dazu sein, einer Gesellschaft die Scharia aufzudrücken. Aber eine solche "reine" Demokratie ist nicht zwangsläufig ein gutes System, noch nicht einmal ohne Islam, wie Kritiker von Plato bis Thomas Jefferson überzeugend dargelegt haben. Ähnlich hängt die Frage, ob der Islam reformiert werden kann oder nicht, weitgehend davon ab, wie man "Reformation" definiert. Ich sage normalerweise, dass der Islam nicht reformiert werden kann, und mit "reformiert" impliziere ich, dass es sich dabei um etwas in Richtung "friedlich, ohne Scharia, auf Respekt für individuelle Wahlfreiheit und Redefreiheit" handelt. In anderen Worten: "Reform" wird damit vage als "weniger Islam" verstanden. 

Robert Spencer und andere haben jedoch argumentiert, dass es Parallelen zwischen Martin Luther und der christlichen oder protestantischen Reformation im Europa des 16. Jahrhunderts einerseits und der von Muhammad ibn Abdul Wahab initiierten Reformbewegung auf der arabischen Halbinsel des 18. Jahrhunderts andererseits gibt. Wahabs Allianz mit dem Regionalherrscher Muhammad bin Saud und seiner Familie führte später zur Gründung Saudiarabiens. Es gab noch eine weitere moderne "Reform"bewegung in der islamischen Welt, den so genannten Salafismus von Denkern des 19. Jahrhunderts wie zum Beispiel Jamal al-Din-al-Afghani und Muhammad Abduh. Während die erstere eine interne Reformbewegung war, die von dem Wunsch nach Beseitigung der "Korruption" aus der Gesellschaft getragen war, war die letztere ganz klar eine Antwort auf externen westlichen Druck. 

Obwohl Abduhs Ideen von einzelnen wie zum Beispiel dem ägyptischen Schriftsteller Taha Hussein in eine säkulare Richtung weitergedacht wurden, waren die erfolgreichsten Strömungen diejenigen, die später im 20. Jahrhundert als islamischer Fundamentalismus bezeichnet wurden. Muhammad Abduhs Schüler Rashid Rida inspirierte Hassan al-Banna, als dieser die Muslimbruderschaft gründete. Rida drängte Moslems dazu, nicht die Ungläubigen zu imitieren, sondern in das Goldene Zeitalter des frühen Islam zurückzukehren, und Abduh vertrat das ebenso. Rida empfahl auch, das Kalifat wieder zu errichten und nahm die Eroberung von Mekka und Medina und die Gründung des modernen Saudiarabiens durch die Wahabiten mit großem Beifall auf. Die zwei Reformbewegungen verschmolzen somit teilweise im 20. Jahrhundert zu Organisationen wie zum Beispiel der Muslimbruderschaft. 

Die Tatsache, dass zwei ursprünglich voneinander unabhängige Aufrufe, die unter unterschiedlichen Umständen und aus unterschiedlichen Gründen aufkamen, irgendwie ähnliche Ergebnisse hervorbrachten, ist wert, dass man sich näher damit befasst. Protestantische Reformer wie Martin Luther und John Calvin riefen ebenfalls dazu auf, zum Goldenen Zeitalter des frühen Christentums zurückzukehren. Obwohl die Reformation, während sie stattfand, eine turbulente Zeitspanne darstellte, ebnete sie auf lange Sicht doch den Weg zu mehr Toleranz und religiöser Freiheit im christlichen Europa. Das kommt zumindest meiner Ansicht nach daher, weil Christen zu dem Vorbild eines früheren Zeitalters zurückkehren konnten, in dem ihr Religionsgründer und seine Schüler, wie es in den Evangelien beschrieben ist, eine friedliche und vom Staat getrennte Bewegung anführten. Moslems hingegen können ein ähnliches Vorbild nur in der mekkanischen Periode finden. Solange die Schriften aus der gewalttätigen medinesischen Periode in Kraft sind, wird eine Rückkehr zum "frühen Goldenen Zeitalter" des Islam eine Rückkehr zu Intoleranz und djihadistischer Gewalt bedeuten. 

Manche Westler suchen nach einem "islamischen Martin Luther", von dem sie erwarten, dass er den wiederauflebenden islamischen Djihad beendet. Man könnte aber dagegen halten, dass wir bereits einen islamischen Martin Luther haben: Sein Name ist Osama bin Laden, der von den Lehren von Sayyid Qutb, einem Vordenker der Muslimbruderschaft tief inspiriert ist. Wenn "Reform" eine Rückkehr zu der historischen Epoche des Religionsgründers Mohammed und seinen Anhängern bedeutet, wird sie unausweichlich zu einem Aufflammen djihadistischer Gewalt führen, weil Mohammed und seine Anhänger exakt genau so waren. Die Frage, ob der Islam reformierbar ist, ist wichtig. Aber vielleicht ist eine noch viel wichtigere und ausschlaggebendere Frage, ob eine islamische Reformation aus nicht-moslemischer Sicht wünschenswert ist, und die wahrscheinliche Antwort auf diese Frage ist "nein".

 

Alarmglocken in den Herzen der Moslems von Margriet de Moor

Ich lebe zurzeit in einem der interessantesten Länder Europas. Ich bin Einwohnerin eines bemerkenswerten Landes, eines Landes, das erstens klein und überbevölkert ist, das zweitens vier große Städte hat - Amsterdam, Rotterdam, Utrecht und Den Haag - in denen bereits die Hälfte der Bevölkerung aus Menschen ausländischer Herkunft besteht, wobei die meisten davon Moslems sind, und das drittens Zeuge von zwei politischen Morden wurde, von denen einer offen im Namen Allahs begangen wurde. Ich bin somit Einwohnerin eines Landes, das alle Voraussetzungen für sozialen, politischen und religiösen Zündstoff hat und es dennoch geschafft hat, ruhig zu bleiben. 

Wenn der Islam überhaupt jemals eine Reformation erleben wird, dann wird diese nicht in dem Hexenkessel entstehen, aus dem Religionen kommen, sondern im wohlhabenden Westen. Und dann könnte es auch sehr gut sein, dass der Martin Luther dieser Bewegung die Stimme einer Frau haben wird. Wie ich Ayaan Hirsi Ali vermisse! Ein weiblicher islamischer Martin Luther und zusätzlich noch eine Schwarze - wäre das nicht wundervoll gewesen? Oder eher, weil sie keine Theologin ist, vielleicht ein schwarzer, weiblicher Voltaire? 

Es gibt zwei Gründe, aus denen ich denke, dass eine Reform des Islam im Westen stattfinden wird. Der erste ist die Blüte der Islamstudien. Quellenforschung über die Geschichte Mohammeds als historische Persönlichkeit und die islamische Doktrin findet zurzeit auch unabhängig von der islamischen Orthodoxie statt. 

Aber ein Gelehrter, der in unserem Teil der Welt lebt, läuft weniger Gefahr, das Schicksal des sudanesischen Politikers, Theologen und Schriftstellers Mahmud Taha zu erleiden. Taha, der aus vernünftigen, wissenschaftlichen Gründen vorschlug, lediglich die Korantexte aus Mohammeds mekkanischer Periode - das sind die friedlichen Texte ohne die Verpflichtung zum Djihad - anzuerkennen, wurde 1985 im Gefängnis von Khartum hingerichtet. Die Anklage lautete, er habe seinen Glauben verloren. 

Der zweite Grund für eine mögliche islamische Reform hier im Westen sind die sozialen Bedingungen, über die Fareed Zakaria bereits gesprochen hat. Dieses Land ist vielleicht das freieste, liberalste der Welt und darüber hinaus noch eines der wohlhabendsten. Ich gehöre der Generation ohne Beschränkungen an, der Generation, die in den 1960er Jahren leidenschaftlich gegen alle Machthaber jener Zeit protestiert hat.

Wenn ich optimistisch denke, sehe ich manchmal die Niederlande, ein kleines, lakonisches Land, das nicht zum Größenwahn oder Theatralischen neigt, als eine Art Laboratorium am Rande Europas. Hin und wieder führt die Mischung aus gefährlichen, leicht entflammbaren Substanzen zu einer kleinen Explosion, aber grundlegend geht der Prozess einer normalen chemischen Reaktion einfach weiter. 

Ich denke an den Roman 2084, der noch geschrieben werden muss. Historische Veränderungen kommen häufig recht abrupt. Die Frage, ob die Lehre Mohammeds friedlich neben der von Jesus, dem Helden der Evangelien, koexistieren kann, wird vermutlich bis dahin beantwortet sein.

Abgelegt unter: Übersetzungen - Fjordman

6 Kommentare »

  • 1

    Kommentar von Thatcher

    14. Juli 2007 @ 1:05

    Genau das ist es, was den Islam so unheimlich erscheinen läßt im Vergleich mit dem Christentum: Während ein Christ (also ein Papst, ein Inquisitor, ein Ablassprediger) seinen Glauben missbraucht, wenn er eine Gewaltherrschaft ohne menschliche Freiheit und Individualität errichtet, kann ein Reformator wie Luther auf die Heilige Schrift verweisen, und mit dem “zurück zu den Wurzeln” kehren dann, nach Jahrhunderten von außen aufgezwungener Abwehrschlachten, tatsächlich objektiv bessere Verhältnisse ein. Doch der Moslem, der ein “back to the roots” anstrebt, wird stets radikaler und gewaltsamer vorgehen als seine westlich geprägte Umwelt, da die Heilige Schrift die entgrenzte Gewalt nicht nur legitimiert, sondern vehement zu Krieg, Mord und Selbstjustiz - selbst gegen “abtrünnige” (man google mal nach dem Begriff “taqfir” - arab. “für ungläubig erklären”) Glaubensbrüder - auffordert. Und mit Ungläubigen wird gleich noch weniger zimperlich umgegangen: wer sich nicht bedingungslos unterwirft und sein Vermögen “freiwillig” hergibt, darf getötet, vergewaltigt, versklavt werden. Indem Moslems solches tun, gebrauchen sie ihre Religion exakt im Sinne des Stifters, der auf Leute wie Bin Laden, al-Banna, Qutb, Zawahiri oder Zarqawi wohl bannig stolz wäre.

  • 2

    Kommentar von Ghetto Scheich

    16. Juli 2007 @ 12:02

    Ist das Synkretismus
    Oder mutiert der Virus
    In meiner Dichtung
    Dem Soundtrack
    Zur Islamisierung
    Von Deutschland

    http://hoodshaykh.blogspot.com/

  • 3

    Kommentar von Mir

    16. Juli 2007 @ 13:31

    Die Frage könnte auch lauten: Welche Art der Reform wäre aus Sicht der nicht-islamische Welt wünschenswert? Jedenfalls wieder gute Arbeit mit der Übersetzung (und mit deinen eigenen Beiträgen).

  • 4

    Kommentar von D. N.Reb

    17. Juli 2007 @ 13:27

    Schöne Übersetzungsarbeit. Danke schön.

  • 5

    Kommentar von Carolina

    25. Juli 2007 @ 7:15

    Dieser sehr gute Beitrag von Fjordmann hat mich beindruckt. Er erinnert mich an die Papstrede in der Uni Regensburg. Ihr solltet diese Rede nochmals nachlesen.
    http://www.radiovaticana.org/ted/Articolo.asp?c=94864

    Besonders das, was Fjordmann und der Papst über die Ratio, das Logos sagen.
    Zitat von Benedikt: “Nicht vernunftgemäß handeln, ist dem Wesen Gottes zuwider.”
    Wir sind in Europa dabei, viel aufzugeben. Auch was Fjordmann und der Papstüberdie vielen Wahrheiten “Beliebigkeit” und “Relativismus” sagen ist sehr nachdenkenswert.
    PI hat gesten einen Bericht über Christoph Böhr veröffentlicht. Mir scheint Böhr denkt auch in die gleiche Richtung.

  • 6

    Kommentar von Eisvogel

    25. Juli 2007 @ 14:36

    Wir sind in Europa dabei, viel aufzugeben.

    Ja, das sehe ich auch mit großer Besorgnis so. Unter “Islamisierung” stelle ich mir auch weniger eine Taliban-artige Gesellschaft vor - wer das unter Islamisierung versteht, kann natürlich schon auf den Gedanken kommen, wir “Islamophoben” würden spinnen. Das steht nicht auf dem Programm - zumindest nicht in absehbarer Zukunft.

    Ich sehe das eher als Teufelskreis. Unsere Abkehr von der Vernunft, unsere Relativiererei, es gäbe viele Wahrheiten und alle Kulturen und Religionen wären irgendwie gleich oder zumindest gleich gut, war da, bevor die islamische Masseneinwanderung begann. Sie hat sie erst ermöglicht. Aber durch die islamische Masseneinwanderung und die Übernahme islamischen Denkens wird diese Abkehr von der Ratio verstärkt.

    Und man erkennt selbst bei Menschen, die den Islam in vielen Auswüchsen kritisch sehen (Brutalität, Frauenverachtung), dass sie eine durchaus islamische Denkweise pflegen - und das vollkommen ohne den islamischen Glauben an Allah auch nur ansatzweise für sich selber in Betracht zu ziehen.

    Antizionismus, Antiamerikanismus, Neigung zu Verschwörungstheorien, Gruppenmoral, Misstrauen gegen die Vernunft … all das gehört dazu. Und all das zieht natürlich auch den wirtschaftlichen und moralischen Niedergang nach sich, den man in allen islamischen Gebieten von riesigen Ländern bis in kleine Parallelgesellschaften sehen kann.

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