Ganz was Neues - Islamische Selbstkritik

von Eisvogel um 00:19 am 8. Dezember 2007

Durch einen Kommentar von candide bei PI bin ich auf das folgende Video gestoßen, das mich zugegebenermaßen etwas umgehauen hat. Yusuf al Qaradhawi liest seinen stinkfaulen Glaubensbrüdern die Leviten, dass es eine wahre Freude ist.

(To English speaking visitors: The video is in Arab with English subtitles)

Ich bin nicht sicher, ob es für uns erfreulich wäre, wenn die Nachfolger Mohammeds sich diese Gardinenpredigt zu Herzen nehmen und fleißig, produktiv, kreativ und erfolgreich werden würden. Das wäre vermutlich eine Horrorvorstellung. Der Glaube, dass Bildung und Fleiß einerseits und Grausamkeit,Fanatismus und Welteroberungsfantasien andererseits sich gegenseitig ausschließen, sollte eigentlich spätestens seit den Nazis (und auch den Sowjets) in der Mülltonne sein. Leider ist sie bezüglich Islam nicht totzukriegen, obwohl auch da die Realität eher das Gegenteil vermuten lässt.

Ibn Warraq äußert sich in einem Interview, das sinnigerweise die Unfähigkeit zur Selbstkritik im Islam zum Inhalt hat und das von Herrn Qaradhawi hier wenigstens ansatzweise widerlegt wird, folgendermaßen zu der westlichen Wahnindee, mit Bildung (natürlich von uns bezahlt) könne man Berge versetzen:

“Es gibt natürlich auch gemäßigte, tolerante Muslime. Am tolerantesten sind die weniger gebildeten, die nicht genau wissen, was im Koran steht, weil sie das schwierige Arabisch nicht lesen können. Intoleranter sind die, die gebildet sind oder zumindest in der Lage, den Koran zu lesen. Denn die nehmen ihn dann oft wörtlich.”

Bildung heilt Fanatismus nicht und macht aus Feinden keine Freunde. Bildung macht aus ungefährlichen Feinden gefährliche Feinde! Ganz bestimmt haben frühere Kriegsherren keine Schulen und Universitäten in den Ländern ihrer Feinde gesponsert - eher hätte man sie niedergebrannt, um die Forschung des Feindes zu behindern. Bildungsförderung bei Feinden machen nur wir geisteskranken westlichen Idioten, die nichts von der Menschheit und ihrer Geschichte wissen.

Aber ich glaube, wir dürfen guter Hoffnung sein, dass Bildung in der islamischen Welt vorerst nicht zum Massenphänomen werden wird. Interessanterweise findet übrigens Herr Qaradhawi, dass man zum Beispiel auch bei der wichtigen Tätigkeit des Tötens und Abschlachtens (ich weiß nicht, ob er Tiere oder Menschen meint) auf keinen Fall schludrig sein sondern Perfektion anstreben sollte. Das fand auch der Prophet damals schon. Israel als “zionistische Gang” zu bezeichnen, darf selbstverständlich auch nicht fehlen, aber es kommt tatsächlich dennoch ein gewisser Respekt zum Ausdruck.

Ich glaube nicht, dass er voll und ganz verstanden hat, woran die arabische Welt krankt. Ich glaube, es fängt mit I an.

Abgelegt unter: Eigene Beiträge

17 Kommentare »

  • 1

    Kommentar von Transatlantic Conservative

    8. Dezember 2007 @ 2:10

    Also dieser Yusuf Al-Quadrati macht mich echt fertig. Ich denke, fuer diese Predigt ist eine fette Fatwa faellig.

    Aber mit dem Video das ich HIER gefunden habe wissen wir jetzt auch, warum die Jungs nicht arbeiten. Die haben einfach zuviel echte Probleme.

    :mrgreen:

  • 2

    Kommentar von Eisvogel

    8. Dezember 2007 @ 12:02

    Die haben einfach zuviel echte Probleme.

    :shock: :mrgreen:

    Und da kriegen wir immer gesagt, Moslems wären so “keusch”, die haben nix anderes im Hirn als Sex. Allerdings teilen sie sich diese Obsession mit Genderforscherinnen …die arbeiten auch nicht, sondern geben gelehrte Fatwas über das Geschlechterverhältnis raus. Da wächst zusammen, was zusammengehört, die einen so schwachsinig wie die anderen.

    Dieser al-Qaradhawi ist übrigens ein ganz hohes Tier in der Fatwa-Hackordnug und keineswegs ein moderater!

    Dass der sich über die Faulheit und Inkompetenz seiner Schäfchen ärgert, wundert mich gar nicht so. Mit Luschen kann man die Welt nicht so gut unterwerfen, wie sich das Mohammed vorgestellt hat.

    Wenn er heute nach Deutschland käme, würde er sich nicht mehr über leere Straßen wundern. Faszinierend ist, dass er einen Lebensstil lobt, der von der Frankfurter Schule als protofaschistisch verunglimpft wurde, die Deutschen, die arbeiten und nicht auf den Straßen rumstehen, galten denen und ihrer 68er-Brut als Inbegriff der “Autoritären Persönlichkeit” (oder etwas milder: Spießer), die dringend bekämpft werden muss.

    Dieses Denken ist immer noch vorhanden.

    Erst kürzlich hat einer der Holzköpfe auf dem WDR als Kritik an Pro-Köln abgesondert:

    Bei allen Kampagnen gehe es um “Ordnung, Sicherheit, Sauberkeit - den klassischen Dreiklang des Rechtsextremismus”, sagt Alexander Häusler, der Autor der Studie “Rechtspopulismus in Gestalt einer Bürgerbewegung”

    Das haben wir ja jetzt mit der Einführung von Chaos, Unsicherheit und Dreck erfolgreich bekämpft.

  • 3

    Kommentar von Bokito

    9. Dezember 2007 @ 20:59

    Ich behaupte einfach mal, dass es nicht das Problem ist, dass Moslems überhaupt nicht lernen wollen. Den Koran auswendig lernen und sich an tausend Vorschriften fürs tägliche Leben halten ist schon recht anspruchsvoll.

    Auffällig ist auch, dass es einen ziemlich hohen Anteil von moslemischen Studenten und Studentinnen für Jura, Medizin und Ingenieursfächer gibt.

    Alles Fächer, in denen man auch mit bereits vorhandenem Wissen, das man nur noch auswendig lernen muss, wie den Koran, im Studium bis zu einem gewissen Grad weiterkommt.

    Das Problem fängt für den Islam da an, wo die Innovation beginnt. Um neue Theorien zu entwickeln, muss man bereit sein, über den bisherigen Horizont hinaus zu denken und bestehendes Wissen in Frage zu stellen.

    Das genau ist das Problem des Islam. Moslems sind im Durchschnitt sicher nicht dümmer als der Durchschnitt unserer Bevölkerung. Der Islam hindert sie aber daran, das bisher erreichte Wissen weiter zu entwickeln.

    Deshalb müssen sie sich wahrscheinlich auch ständig ausbreiten und noch nicht islamisierte Gebiete vereinnahmen.

    Wenn der Islam in sich perfekt wäre, könnten sie sich ja einfach auf eine Insel der Seeligen zurückziehen und von sich aus die ganze Menschheit wissenschaftlich und gesellschaftlich überflügeln.

    Das Gegenteil ist der Fall. Ich hab mehr Angst vor unserer eigenen Verblödung.

  • 4

    Kommentar von Bokito

    9. Dezember 2007 @ 21:02

    .. schaut nach Israel, ein kleiner, früher verwahrloster Wüstenstreifen des Osmanischen Reichs wurde von 5 Millionen Juden zu einem reichen und properierenden Land gemacht, das, gemessen an der Einwohnerzahl, unglaublich innovativ ist.

  • 5

    Kommentar von D. N. Reb

    9. Dezember 2007 @ 21:24

    Tolles Fundstück! Danke.

  • 6

    Kommentar von Time

    9. Dezember 2007 @ 23:00

    an Bokito/3

    Hallo Bokito,

    Sie schreiben “Moslems sind im Durchschnitt sicher nicht dümmer als der Durchschnitt unserer Bevölkerung”. Ich kann nicht behaupten, ich könnte beweisen, dass Sie damit Unrecht hätten. Aber ich möchte noch mal die hochinteressanten Ausführungen von gubbelgobbel in Erinnerung rufen, welche er unter “Die Lust am Distanzieren” #35 gemacht hat ( http://acht-der-schwerter.freehostia.com/2007/10/28/die-lust-am-distanzieren/ ). Und dann habe ich noch einen Ausschnitt aus einem Kommentar von Christopher Hitchens aus der Welt v. 03.07.2007 ( http://debatte.welt.de/kommentare/27249/die+terroristen+wollten+frauen+toeten ):

    “Vor kurzem wurde ich dem Romancier Nadeem Aslam vorgestellt, dessen Buch „Maps for Lost Lovers“ ich nur empfehlen kann. Er kennt den entsetzlichen Preis von Zwangsehen, die zusammen mit der Verschleierung und anderen feudalen Einrichtungen des ländlichen Pakistan nach London und Yorkshire verpflanzt worden sind. „Bei manchen Familien in meiner Straße sind die Großeltern, Eltern und Kinder auch alle Cousins und Cousinen ersten Grades“, schreibt er mir. „Seit Generationen findet diese Inzucht statt, und die Folgen sind bereits deutlich ausgeprägt.“ Nach seiner Einschätzung, die von anderen bestätigt wird, ist eine Minderheit von höchstens 11 Prozent der Bevölkerung für über 70 Prozent der missgebildeten und behinderten Kinder in Yorkshire verantwortlich. Als eine führende sozialistische Parlamentsabgeordnete, Ann Cryer, auf diesen entsetzlichen Zustand hinwies, den sie von ihrem eigenen Wahlkreis her kennt, wurde ihr prompt – nun, Sie können sich ja denken, was ihr vorgeworfen wurde. Das dumme Wort „Islamophobie“ war noch das beste.”

    Hunde sind nicht dumm, sie sind nur nicht so schlau wie ihre Herrchen. Und Mohammedanisten, die amerikanische, jüdische oder dänische Fahnen verbrennen, sind jedem Tier - da alle das Feuer scheuen- überlegen, aber sie sind doch auch nicht so schlau wie ihre Herrchen, die Groß-, Ober- und Superajatollas.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Time (fym)

    PS: “fym” ist TIMISCH. Es bedeutet “FUCK YOU MO”. Im Timismus kommt nur der in den Himmel, der immer, wenn das Wort “Time” kommt, sofort “FUCK YOU MO” hinterhersagt.

  • 7

    Kommentar von Bokito

    9. Dezember 2007 @ 23:51

    … kleiner Nachtrag zu #4: es heisst natürlich:
    “prosperierend” und nicht “properierend” .. ein kleiner Schreibfehler meinerseits…

  • 8

    Kommentar von Time

    11. Dezember 2007 @ 10:59

    Hallo,

    hier ein interessanter Bericht über die persönlichen Gene von Watson aus der FAZ, hihihi:

    http://www.faz.net/s/Rub268AB64801534CF288DF93BB89F2D797/Doc~ECE7F53D861DB4217822A88DE31E34D15~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    Viele Grüße,

    Time

  • 9

    Kommentar von Time

    11. Dezember 2007 @ 19:14

    Hallo ohneland,

    ich habe Ihre Einträge 80 und 92 bei: “Die vaterlose Gesellschaft”, nochmal gelesen, und finde sie hervorragend, vielen Dank. Manches kann ich allerdings nicht beurteilen, weil mir das notwendige Hintergrundwissen (zB Hegel) fehlt.

    Sie schreiben: “Die Entfremdung zwischen Moderne und Christentum löst sich so auf, dass die moderne Welt nicht eine Verirrung sondern eine Epoche der christlichen Freiheitsgeschichte ist und dass die moderne Freiheit ihren Grund nicht in sich selbst, sondern in der christlichen Offenbarung hat.” Das ist exakt meine Meinung. Ich habe, wie Sie sicher gemerkt haben, einen christlichen Hintergrund, bin aber ein äußerst seltener Kirchgänger (gleichwohl Kirchensteuerzahler). Wenn Sie einer Rückbesinnung auf das Christentum das Wort reden aber feststellen, dass auch der Papst “den Glauben über den Köpfen schweben läßt”, verweisen Sie damit auf einen konzeptionellen Fehler höchster Stellen. Ich kann das nicht beurteilen, habe aber doch das Gefühl, dass Benedikt von SEINER Seite aus die Moderne im oben genannten Sinn versteht und den “Schulterschluss” anstrebt. Ich sehe daher die Schwierigkeit vor allem darin, ganz ähnlich wie in unserer mE evtl. falschen Zurückhaltung in Bezug auf die “Mittelmeerunion”, dass die Kirchen in Europa auch den Mut haben müssen, mitzuspielen. Und zwar nicht als Spielemeister, sondern als einer unter mehreren Spielern. Sie müssen auch gewinnen wollen. Und dazu müssen sie auch für einen wie mich attraktiv werden. Denn jedesmal, wenn ich in den letzten Jahren an einem Gottesdienst teilgenommen habe (ev.), war mir von dem belanglosen Gesäusel übel, und ich war entsetzt über das Gefasel der Pastoren. Ich sehe das Problem der Kirchen (oder sind die für Sie sowieso schon bedeutungslos?) also zZ nicht so stark inhaltlich sondern eher in der Zweitklassigkeit des Personals begründet.

    Hallo TC,

    Ihr Link (bei #54) hat mir sehr gefallen. Tori Amos war mir bisher kein Begriff, aber bei YouTUBE gibt es viele Videos. Unter anderem übrigens auch diesen: http://www.youtube.com/watch?v=-SxHJBMrVhI , der mich ein bißchen verwirrt hat (”Muhammad My Friend”). Keenan ist laut Wiki ein eher linker Friedensaktivist und Bushgegner, aber ich kann das trennen.

    Hallo Fuchur,

    ich hatte Ihre Selbstironie in # 69 verstanden… kein Problem, auf bald!

    Mit freundlichen Grüßen,

    Time

    PS.: Ich habe Schwierigkeiten, Eisvogels Spam-Filter zu passieren, deshalb stelle ich den Kommentar hier ein, er hätte #70 im letzten Thema sein sollen, geschrieben gestern halb zehn.

  • 10

    Kommentar von HabGrippe-kannichtschlafen

    12. Dezember 2007 @ 5:09

    Qardawi spricht von einer Studie, die er gelesen habe: Nur 27 Minuten werde “in einem gewissen arabischen Land” duchschnittlich gearbeitet. Das kam mir doch sehr bekannt vor; Die Studie hab’ ich nämlich auch gelesen. Vor fünfundzwanzig Jahren. Das Land ist Ägypten, die Studie ist: Ayubi, Nazih: Bureaucratic Inflation and Administrative Efficiency. MES 18,no.3 Juli 1982, S.293. Hab’ ich mal in einer Veröffentlichung zitiert, deshalb weiß ich’s noch.

    Den Rest des Arbeitstages verbringt der gemeine Ägypter laut Studie übrigens haupsächlich damit, seinem Vorgesetzen Honig ums Maul zu schmieren, seine Untergebenen einzuschüchtern, und der Pflege von “wasta” (Korruptionsbeziehungen) nachzugehen. Ganz allgemein dient Arbeit sowieso nicht der Gütererzeugung oder der Einkommensbeschaffung sondern eher der Prestigebeschaffung und der Demonstration der sozialen Angepasstheit.

    Ich würde das nicht als ursächlich islamisches Phänomen betrachten, eher als Ausdruch einer völlig verkorksten Wirtschaftsordnung: Im Ostblock sah das teilweise ähnlich aus, in Afrika ist’s auch nicht besser. Den Zuhörern Q’s vor Ort dürfte das klar sein, weshalb diese Q’s Rede wohl zurecht nicht als persönlichen Vorwurf deuten werden, sondern als Angriff auf die Herrschenden. Q. ist kein Freund der semisäkularen arabischen Diktatoren…

    Übrigens: Ägypten hat bis in die 80er sehr wohl eine eigene Auto- und Flugzeug- (und Waffen!!) -produktion gehabt, die einzige im arabischen Raum. Mubarak hat das Werk geschlossen: Privatisierung und Westöffnung. Auch dieser Seitenhieb dürfte im Nahen Osten sehr wohl verstanden worden sein.

  • 11

    Kommentar von Eisvogel

    12. Dezember 2007 @ 11:44

    @HabGrippe-kannichtschlafen: Gute Besserung!

    Danke für die interessante Ergänzung. Ja, ich glaube auch nicht, dass das wissenschaftliche und technische Versagen und die ökonomische Misswirtschaft in der islamischen Welt darauf zurückzuführen ist, dass der Islam das alles verbietet oder gar verbietet, effizient zu sein. Der Vergleich mit dem kommunistischen Ostblock ist schon interessant - dem Kommunismus kann man nämlich viel vorwerfen, dass er aus irgendwelchen ideologischen Gründen Forschung und effektives Arbeiten ablehnt, hingegen nicht.

    Aber in der verkorksten Wirtschaftsordnung die Ursache zu sehen, verschiebt das Problem nur eine Etage höher. Warum ist die Wirtschaftsordnung verkorkst? Im Kommunismus klar, da liegt es an der Ideologie selber. Aber warum produziert der Islam grundsätzlich verkorkste Wirtschaftssysteme, der Koran schreibt nicht vor: “Oh ihr Gläubigen, treibt Misswirtschaft und Korruption”. Genau genommen war Mohammed sogar wirtschaftlich recht erfolgreich - wenn auch nicht auf die legale Tour, so doch immerhin im Resultat.

    Liegt das Problem im Vorbild Mohammeds und der Gesellschaft, die er aufbaute, begraben? In der Vorstellung, dass man Wohlstand durch Überfälle, Erpressung, Eroberungen und Kriegsbeute erzielt? Und sobald das nicht möglich ist, fällt seinen Nachfolgern keine Alternative dazu ein?

    Afrika ist ein anderes Problem, möglicherweise spielen aber auch Stammesstrukturen und das damit verbundene Denken, dass man Wohlstand nur dadurch erreicht, indem man ihn jemand anderem wegnimmt, eine große Rolle.

  • 12

    Kommentar von Transatlantic Conservative

    12. Dezember 2007 @ 14:03

    Hallo Time

    Tori Amos ist zweifelsohne ein schraeger Vogel. Ich mag einfach das Lied aus meinem Link in # 54 und war mir nicht sicher, ob das Original die Grenzen der Bekoemmlichkeit hier sprengen wuerde.

    Und falls es interessiert, ich habe ein kurzes Posting zum Thema dieses unsaeglichen Bruchs zwischen der Anti-Jihad Bewegung in US und EU geschrieben. Kommentare dazu sind, auch in deutscher Sprache, immer willkommen.

  • 13

    Kommentar von HabGrippe-kannichtschlafen

    12. Dezember 2007 @ 15:40

    @Eisvogel
    “Liegt das Problem im Vorbild Mohammeds und der Gesellschaft, die er aufbaute, begraben? In der Vorstellung, dass man Wohlstand durch Überfälle, Erpressung, Eroberungen und Kriegsbeute erzielt? [...] möglicherweise spielen aber auch Stammesstrukturen und das damit verbundene Denken, dass man Wohlstand nur dadurch erreicht, indem man ihn jemand anderem wegnimmt, eine große Rolle”

    Würde ich im Großen und ganzen so sehen, ja. Und fast alle Wirtschaftssysteme haben fast überall und fast immer genau so funktioniert (oder dysfunktioniert). Die Idee, Arbeit und Arbeitende zu respektieren und durch Ackerbau, Produktion und Innovation Reichtum und Prestige zu erlangen, statt durch Handel und Ausbeutung, ist global betrachtet die totale Ausnahme: Mir fällt da nur der Konfuzianismus und alles, was da so auf Calvin folgte, ein.

    Die gesellschaftliche Standardhackordnung isr fast immer und überall gegen Produktive (Sklaven, Bauern, Handwerker) gerichtet, zugunsten der Unproduktiven (Militär, Viehbesitzer, Handel). Das war unter Abraham so, unter Pharao, Mohammed, Azteken, mittelalterliches Europa, Kubai-Khan und in allen Stammesgesellschaften.

    Wenn man denn weitere erschwerende, lokal-kulturelle Faktoren erkennen möchte, dann ist das erstens die spezifisch islamische Resistenz gegen Veränderungen jeder Art (idealisierte fiktive Vergangenheit), und zweitens das Problem mit der Ursache-Wirkung-Beziehung: Religionen mit einem einzigen Gott, der darüber hinaus auch noch transzendent ist (Jahwe, Allah) schneiden (in Abwesenheit von Eroberungserfolgen) wirtschaftlich immer schlechter ab als solche mit mehreren Göttern (tranzendent oder nicht, da kann man ‘Deals’ machen) oder einem nichttranszendenten Einzelgott (’Gott’ seit ca. 600 Jahren): Gesellschaften, die Wirkungen nicht auf Ursachen zurückführen, sondern auf Willkür eines transzendenten Einzelgottes haben halt keine systematische Arbeitsmotivation; das erwünschte Resultat (Ruhm & Reichtun) ist ja nicht steuerbar durch Eigeninitiave und Arbeit, sondern extern zugewiesen, durch den unerforschlichen und arbiträren Ratschluss Allahs, bzw. Jahwes.

    Wie realwirtschftlich wirksam ein “Switch” von einem transzententen zu einem logischen Gott sein kann, sieht man sehr schön am jüdischen Beispiel: Erst nachdem sich die jüdische Theologie an die protestantische angedockt hatte, und diese in der Folge sogar wesentlixh weiterentwickele, vor allem im 19 Jh. in Deutschland (Barth etc.), kam das europäische Judentum auf weiter Front wirtschaftlich voran, und ins Bürgertum hinein. Vorher war da überwiegend Armut und Fatalismus, nur gelegentlich “unproduktiver” Erfolg, i.d.R. durch Handel.

  • 14

    Kommentar von Time

    12. Dezember 2007 @ 16:27

    @TC/12

    Hallo TC,

    hihihi, nein, da ist mir Tori wohl doch lieber…

    ich habe ihr Posting in Ihrem Blog gelesen und finde es sehr bewegend. Ich werde hier eine englische Antwort anfügen, die Sie, wenn Sie möchten, transferieren können, da ich weiterhin exklusiv bei Eisvogel kommentieren möchte. Ich habe versucht, auf Englisch zu schreiben, und ich hoffe, dass es in Anbetracht der Fehlerhaftigkeit eher authentisch als bemitleidenswert wirkt…

    Ich habe noch zwei Links für Sie, die zeigen, dass die Diskussion in Amerika so unähnlich unserer nicht ist:

    http://www.youtube.com/watch?v=WjFiHENNf9Q

    http://www.youtube.com/watch?v=-tgkmO9VV8Y

    Dear TC,

    I was emotionally very touched by your description of the 11/9. I wasn’t fit the same way as you, and I needed another six months from there to get into the texts of Koran to see clear and find my position. Now I’m thinking of mohammedanism as the greatest danger for all the things we love and want and worship and fight for. I think, the most important behaviour in future for us is to avoid the mohammedanists from deviding us, which has always in history been their strongest weapon against us. Perhaps we have a political left and a right wing or other differences, but the main difference seems to be (in my eyes) the one between love, faith and trust, cooperation on one hand and blood, murder, raping and robbing on the other. This is for me the difference between our urban civilisation and nomad barbarism, or, the difference between democracy and dictatorship, or in the most simple words, the one between God and satan. I think, every problem grown in our native western community by ourselves is much smaller than the ones with mohammedanism. Against mohammedanism we have (just my personal opinion) to close every gap between ourselves, and of course between American and European, and between Indian, Chinese and Russian and even oriental counterjihadis too. For this, we perhaps now have to try to understand the position of the other couterjihad-wings or groups more than usual before.

    With kind regards

    Time-the-German

  • 15

    Kommentar von Transatlantic Conservative

    12. Dezember 2007 @ 18:14

    Danke, Time the German.
    Ich hab’s verpflanzt. Es waechst jetzt hier

    “Ich habe noch zwei Links für Sie, die zeigen, dass die Diskussion in Amerika so unähnlich unserer nicht ist:”

    Danke fuer die Ted Nugent Links. Er ist ein wundervoller Bursche. Ich schaetze ihn sehr.

  • 16

    Kommentar von Shahirrim

    18. Januar 2008 @ 21:14

    Lool, war das lustig. Mein English ist zwar nicht so gut, aber das war ja recht einfach, hab 95% verstanden! Der kommt in meinem Youtube Account in die Favouriten. :grin:

  • 17

    Kommentar von Shahirrim

    1. Mai 2008 @ 1:43

    Tja, in ihrer Löschungswut, alles Islamkritische auszumerzen, hat Youtube dieses Video und noch ein anderes mit dem selben Inhalt entfernt. Offenbar gefiel es einigen Muslimen gar nicht, dass Ungläubige so etwas wie Selbstkritik von den Anhängern der “überlegenen und unfehlbaren Religion des Friedens” mitbekommen. Und so übte man wohl bescheidenen, aber bestimmten Druck auf die Betreiber auf, dieses Video geräuschlos zu entfernen.

    Schade, ich hatte mal wieder richtig Lust drauf, es zu sehen. Aber anscheinend hat es nicht den Bekanntheitsgrad erreicht, das andere User es saften und immer wieder neu hochladen, wie es auf Youtube bei islamkritischen Videos ja leider schon üblich ist! :cry:

RSS feed for comments on this post · TrackBack URI

Kommentieren