Theoretische Grundlagen der PC - Die Frankfurter Schule

von Eisvogel um 08:22 am 15. Januar 2008

Weil im Kommentarbereich eines anderen Artikels die Frage nach den theoretischen Grundlagen der Political Correctness aufgekommen ist und dort auch auf die Frankfurter Schule verwiesen wurde, ist es vielleicht eine gute Idee, näher auf sie und ihre Kritische Theorie einzugehen. Da ich mich leider noch nicht intensiv damit befasst habe und daher nicht mehr darüber weiß, als ungefähr das, was in Wikipedia steht, möchte ich einen Kommentar von Thatcher hier noch einmal als Gastbeitrag einstellen.

Häufig werden die 68-er als Ursache für die derzeit herrschenden Probleme der PC, die vor allem in einer vollkommen unkritischen und leichtsinnigen Betrachtung des Islam und der islamischen Masseneinwanderung ihren destruktiven Höhepunkt finden, genannt. Das ist sicher nicht falsch, denn sie waren über lange Jahre hinweg diejenigen, die sie voran getrieben haben. Sie sind aber weder ihre Erfinder, sondern waren zu ihrer Zeit (1968 ff) lediglich ihre lautstarken Groupies und sind heute keineswegs mehr ihre einzigen Träger. Die Political Correctness geht weit bis in konservative Kreise hinein, und ist vor allem auch die Grundhaltung fast aller Normalbürger. Häufig wird sie mit Höflichkeit verwechselt, möglicherweise etwas übersteigerter Höflichkeit, dies ist jedoch ein Irrtum, denn die politisch Korrekten sind keineswegs höflicher als andere Menschen und man kann auch höflich sein, ohne politisch korrekt zu sein.

Dass es sich um deutlich mehr als nur etwas übersteigerte Nettigkeit handelt, erkennt man an dem Umgang mit jenen, die gegen das Dogma verstoßen. Jüngere Beispiele sind Roland Koch, der lediglich ganz schwach an ihrer Oberfläche gekratzt hat, und die österreichische Politikerin Susanne Winter, die etwas härter und grundlegender dagegen verstoßen hat, und bei der daher auch juristische Konsequenzen im Gespräch sind, obwohl auch sie nichts weiter als allgemein anerkannte Fakten über Mohammeds Ehe mit einem kleinen Mädchen wiederholt hat, welche von der islamischen Gelehrsamkeit nicht bestritten werden. Diese neue Stufe - der Übergang von sozialer Ächtung zu juristischer Verfolgung von Ketzern gegen die PC - findet seine Grundlage vor allem im kürzlich in Lissabon unterzeichneten EU-Reformvertrag.

Es reicht nicht, sich über diesen Vertrag und die massive Einschränkung der Redefreiheit zu ärgern, es ist wichtig, zu erkennen, dass er nicht aus dem Nichts heraus entstand. Seine entsprechenden Teile mögen eine Reaktion auf den aufkommenden Unwillen der einheimischen Bevölkerung auf die fortschreitende Islamisierung Europas sein, aber die islamische Einwanderung selbst ist nicht Ursache der politisch korrekten Meinungsdiktatur, sondern eine Folge davon, wobei sich beides inzwischen in einem Teufelskreis hochzuschaukelt. Den Islam können wir nicht verändern und meiner Ansicht nach auch nicht zerstören, wir können ihn lediglich aus unseren Ländern fernhalten, aber auch das wird selbst bei einer vollkommenen Abkehr von der political Correctness sehr problematisch bis unmöglich sein. Es wurden Fakten geschaffen - Millionen von Moslems sind bereits da.

Dennoch sollten wir wissen, welche Ideologie dahintersteckt, um überhaupt eine Chance zu haben. Lungenkrebs kann von Rauchen kommen. Mit dem Rauchen aufzuhören, ist aber als Therapie nicht ausreichend, er geht davon nicht weg - aber jede Therapie ist chancenlos, wenn man weiterraucht.

Hier der Kommentar von Thatcher, den er ursprünglich bei PI zum Thema der Herkunft von Feminismus und Auflösung der Nation geschrieben hat:

 

Dieses Bestreiten von Identitäten, Umdefinieren von Rollen und Verleumden jeglicher anderer Positionen als “faschistisch” kann man ideengeschichtlich auf die Frankfurter Schule zurückführen. Deren Vordenker wie Marcuse, Horkheimer und Adorno vertraten den sozialistischen Gedanken, dass der Mensch und alle seine Identitäten wie Volks- Geschlechts- und Gruppenzugehörigkeit lediglich kulturelle Konstrukte seien. Dass es naturhafte, evolutionär bedingte Gesetzmäßigkeiten geben könne, aufgrund derer Menschen so leben, wie sie leben (und was durch Vergleich mit etwas weniger “verwestlichten” Kulturkreisen leicht hätte bestätigt werden können), das definierten sie zum “strukturellen Gewaltakt” um, in dem der Mensch seine Geschlechterrolle, seine Nationalität und sonstiges unter Verletzung seiner “wahren Natur” anerzogen bekam.

Insofern wurzeln die heutige Auflösung der nationalen Identität und Dinge wie Feminismus - “Gender Mainstreaming”, Lieblingsprojekt der CDU-Ministerin v.d.Leyen, bedeutet im Endeffekt nichts weniger als die Auflösung des, ohnehin nur kulturell bedingten, “kleinen” Unterschieds zwischen Männern und Frauen - in derselben Idee, dass alles kulturell Konstruierte auch “dekonstruiert”, also durch Umwertung zerstört werden könne, die eine kolossale Selbstüberschätzung der menschlichen Kultur darstellt.

Bei Marcuse, Adorno und Horkheimer steht die Unterwerfung des Menschen unter seine Triebe, die Herrschaft des “Es” über das “Ich”, im Vordergrund. So wurden jegliche kulturellen oder moralischen Forderungen, die das westliche Menschenbild ausmachten und für wissenschaftliche und technische Großtaten verantwortlich waren, zu illegitimen Willkürakten autoritärer Faschisten diffamiert und die Rebellion gegen Anstand und Vernunft legitimiert. Wer mit dem Wissen um das zerstörerische Programm der Frankfurter Schule im Hintergrund in den Studentenunruhen der späten ‘60er Jahre noch ein harmloses “Aufmucken” von Söhnen sieht, die von ihren “Nazi-”Vätern Rechenschaft verlangen, der verkennt, dass mit diesem Begriff nicht 30, sondern mindestens 3000 Jahre menschlicher Entwicklung am Pranger standen. Alles, was den westlichen Kulturkreis ausmachte, was ihn bedingte, wurde zum “falschen Bewußtsein” abgestempelt.

Diese Bewegung war alles andere als harmlos, und die angeblich “geläuterten” Institutionenmarschierer sind es auch weiterhin nicht. Es handelt sich nach wie vor um Totalitaristen, die die Absicht, alle Menschen nach ihrem Bilde neu zu schaffen, niemals aufgegeben haben. Ihre Vorstellung ist dabei ein zutiefst unfreier, unaufgeklärter Massenmensch, der beliebig manipulierbar, durch Konsum und Sex jederzeit ruhigzustellen ist, der nachgebend und nicht mehr wehrhaft ist und in keiner Hinsicht seine Interessen mehr vertreten kann - der selbst die Vorstellung, seine Interessen etwa gegen Zuwanderer zu vertreten, die ihm die selbsternannte Herrscher-Elite zwecks Umerziehung ins Land geschickt hat, als faschistisch verachtet.

Die Parteienherrschaft in Deutschland machte es diesen Leuten leicht. Vor allem die angeblich “Zweitklassigen” wurden nach Brüssel zur EU abgeschoben - der Bürger wurde über die illegitime Macht, die den alten Kadern auf diese Weise zugeschustert wurde, absichtlich im Unklaren gelassen. Da die “Frankfurter” in allen Parteien, in Gewerkschaften, Kirchen und Verbänden stecken, ist es ganz egal, wer gerade offiziell die Zügel in der Hand hält - es herrscht ein breiter Konsens, dass hier eine “moralische Elite” das blöde und tendenziell “faschistische” (in Wahrheit bloß konservative) Volk umerziehen muss und dafür Milliarden an Steuergeldern nach Gutdünken umverteilen darf.

Doch da das Menschenbild dieser Pseudo-Elite auf tönernen Füßen steht, dreht sich allmählich der Wind. Der Mensch ist als denkendes, familiäres und staatsbildendes Wesen nicht ausschließlich kulturell konstruiert, sondern in langen Zeiträumen, die die Historie gar nicht überblicken kann, evolutionär geworden. Das angeblich “falsche Bewußtsein” ist unser Naturerbe. Damit haben unsere Frankfurter Sklavenhalter nicht gerechnet. Es gilt den Beweis anzutreten, dass im “neuen Menschen” noch soviel vom alten übrig ist, dass er dieses Unrechtssystem überwinden kann.

Wir müssen dem wirklichen Menschen Stimme und Recht zurückgeben. Die als reaktionär und dogmatisch verschrieenen Positionen so mancher kirchlichen Autorität zeugen zwar nicht unbedingt von Offenheit und wissenschaftlicher Klarheit, zum Teil auch von theologischer Verbrämung, doch bin ich nicht mehr sicher, ob in dem Funktionieren der alten Gesellschaftsordnung nicht auch der Beweis dafür liegt, dass diese “Obskurantisten” im Grunde Bescheid wussten um das natürliche Gewordensein des menschlichen Wesens.

Die Aufgabe, die die Aufklärung dann heute zu leisten hätte, wäre es, den Menschen bewusst zu machen, dass die menschliche Natur sich nicht nur in den Trieben erschöpft, sondern ebenso auch im Familien-Instinkt, im Nationalbewusstsein und in der schöpferischen und kreativen Intelligenz zu finden ist, die Hervorragendes geleistet hat und auch weiterhin leisten wird. Das große “Nein zum Menschen”, wie es die “Frankfurter” auf ihre Agenda setzten, soll durch ein “Ja” zum Menschen auch in seinen natürlichen Aspekten ersetzt werden - unabhängig davon, ob die Konsequenz irgendwelchen Dogmen von früher oder ganz früher entspricht.

Gespeichert unter: Gastbeiträge

100 Kommentare »

  • 1

    Kommentar von D. N.Reb

    15. Januar 2008 @ 9:42

    Immer wieder erschreckend, hier zu lesen. Allerdings teile ich die Hoffnung, dass der Wind sich dreht, nicht. Wer am Fernsehen und am Radio hängt, wie der Grossteil der Bürger in Deutschland, und nicht zufällig über Blogs wie diesen stolpert und dann nicht gleich “Rassisten und Nazis” schreiend davonläuft, der wird weiterhin die Propaganda für bare Münze nehmen, selbst, wenn er zufällig intensivkriminell bereichert werden sollte.

  • 2

    Kommentar von Eisvogel

    15. Januar 2008 @ 10:21

    Immer wieder erschreckend, hier zu lesen.

    Die Horrorfilm-Abteilung der Blogosphäre? :wink:

    Ich teile die Hoffung auf Besserung auch nicht. Ich habe mir gestern einige Kommentare zu Susanne Winters Aussagen angetan und dabei ist mir schlagartig aufgefallen, wie sehr wir “hier” in einem winzigen Paralleluniversum leben.

    Koch, der mir immer noch unsympathisch ist, hat zwar durchaus etwas angestoßen, und ich glaube sogar, dass er sehr viel mehr weiß und über die Sache denkt, als er mit dem klitzekleinen Tabubruch der “Migranten”gewalt (oder inzwischen schon wieder Jugendgewalt?) aufs Tapet gebracht hat.

    Das ist zwar für die betroffenen Einzelpersonen schrecklich unangenehm, aber das eigentliche Problem ist es nicht. Übel finde ich, dass die SPD glaubt, sie könne mit dem Einfliegen eines türkischen Bürgermeisters Wahlkampf betreiben. Noch übler ist allerdings, dass sie wahrscheinlich Recht damit hat.

    Die Propaganda der PC wird wohl deshalb so leicht angenommen, weil sie ein Bild der Realität liefert, das dem entspricht, das man gerne hätte. Ich hätte das auch gern, dass die Menschheit so ist, wie die PC verbreitet. Sie ist nur nicht so.

  • 3

    Kommentar von D. N.Reb

    15. Januar 2008 @ 11:11

    Die Horrorfilmabteilung? Wohl die Dokumentarfilmabteilung. Da ich weiss, wie ich selber Roland Koch noch vor zwei Jahren eingeordnet hätte, wundern mich die Angriffe gegen die, die Fakten benennen, kein bischen.

    Die Matrix ist eben schöner.

  • 4

    Kommentar von Dox

    15. Januar 2008 @ 12:29

    PC gab es schon immer. Wer durch Lügen hübsche Posten bekommen kann, kontrolliert die öffentliche Meinung und bekämpft die Wahrheit, durch die sein schönes Leben gefährdet ist. Das haben die Heilsbringer Lenin als auch Hitler und vor ihnen andere Feinde der Marktwirtschaft gemacht. PC ist nicht die Ursache der Islamisierung, sondern, sondern wie immer die Reaktion all jener, die davon profitieren.

  • 5

    Kommentar von Eisvogel

    15. Januar 2008 @ 13:29

    @Dox: Irgendetwas muss aber die Ursache der Islamisierung sein. Denn die Moslems hätten es niemals geschafft, Europa kriegerisch zu erobern. Sie hätten es nichtmal versucht, so verrückt sind sie dann auch wieder nicht, um dieses militärische Ungleichgewicht nicht einschätzen zu können.

    Es war schon unsere Haltung, die es ihnen ermöglich hat. Und es ist immer noch unsere Haltung, die sie nicht bremst. PC ist ein idealer Nährboden für den Islam. Im Grunde ist sie hohl und nicht lebensfähig. Wenn wir sie nicht wegschaffen, schafft sie der Islam weg.

    Wenn man PC ganz allgemein als Kodex sieht, was gesagt werden darf und was nicht, dann gab es sie selbstverständlich schon immer - in totalitären Systemen viel stärker als in relativ freien - man nannte es nur nicht so. Das was man heute als PC bezeichnet ist aber üblicherweise eine Spezialform dieses Kodex, jedes System hat seine Spezialform, die unsere ist meines Wissens radikal neu.

    Sie kam gewiss aus dem Schock über den Nationalsozialismus und ist eine massive Gegenreaktion darauf. Allerdings eine falsche Gegenreaktion, weil die Denker der Nachkriegs Frankfurter Schule den Nationalsozialismus falsch verstanden haben. Sie haben sein nationales Element weit überschätzt und sein sozialistisches Element weit unterschätzt, was wahrscheinlich daran lag, dass sie selber Sozialisten waren.

    Was wir heute als PC kennen, basiert auf dem Grundsatz, dass alle Menschen gleich sind - insbesondere, dass alle kulturellen Gruppen gleichermaßen gut sind (mit der unlogischen Ausnahme, dass Gegner der PC schlecht sind, teilweise sogar mit der Ausnahme, dass weiße christliche Europäer per se schlecht sind).

    Wenn alle Gruppen gleich sind, dann ist es naheliegend, dass man sich nicht überlegt, ob es sinnvoll ist, Moslems in Massen einwandern zu lassen. Wenn sie dann nicht die gleichen Erfolge erzielen und sich als Störfaktor erweisen, kann man als Gleichheitsdogmatiker nicht in Erwägung ziehen, dass das normal ist und absolut vorhersehbar war. Deshalb muss man auf die Erklärung zurückgreifen, dass sie ausgegrenzt/diskriminiert/schlecht behandelt und vor allem wirtschaftlich benachteiligt wurden. Sozialisten haben ein ausschließlich wirtschaftliches Denken. Dieses ausschließlich wirtschaftliche Denken - d.h. dass alles, was Menschen tun, vom Drang nach Geld und Macht verursacht ist - hat sich inzwischen weit verbreitet, sogar unter Gegnern des Sozialismus und der PC.

    Es ist falsch. Wirtschaftliche Gründe sind nur ein Teil der menschlichen Motivation. Menschen handeln sehr häufig aus idealistischer Motivation heraus - wobei das keineswegs immer positiv sein muss. Langsam komme ich sogar zu der Ansicht, dass Idealismus schlimmeres Unheil anrichtet und zu größeren Katastrophen führt als Geld- und Machtgier.

  • 6

    Kommentar von Dox

    15. Januar 2008 @ 14:29

    Die Ursache für die Einwanderung der Faulpelze sind die Sozialsysteme. Von ihrer Verwaltung leben viele Leute, ja, ganze Parteien. Gäbe es anstatt Almosen einen knallharten Wettbewerb, kämen die Leistungsträger und Deutschland hätte weder Arbeitslose noch deren Verwalter. Übrigens, Idealisten sind die geld- und machtgierigsten Leute der Welt. Mohammed wollte reich werden. Daher hat er die Gläubigensteuer festgeschrieben. Sie ist Pflicht und darf mit Gewalt eingetrieben werden. Geld- und Machtgier nützt in der Wettbewerbsgesellschaft nichts, wenn man keine Leistung erbringt, für die man Geld bekommt.

  • 7

    Kommentar von Eisvogel

    15. Januar 2008 @ 15:01

    Die Ursache für die Einwanderung der Faulpelze sind die Sozialsysteme.

    Gehst Du damit nicht schon implizit davon aus, dass wir jeden nehmen müssen, der unser Sozialsystem reizvoll findet?

    Es ist richtig, wir haben einen schönen großen Futtertrog mitten in der Wohnung aufgestellt. Aber warum stehen unsere Türen sperrangelweit offen? Woher kommt der Gedanke, dass wir fremde Leute reinlassen müssen, nur weil es diesen hier gefällt? Aber was würden die Faulpelze machen, wenn wir einfach keine Einwanderung zulassen würden?

    Theoretisch könnten wir einen Luxus-Sozialstaat haben - und müssten dennoch keinen einzigen Einwanderer nehmen. Das ist aber ein böser Gedanke. Das ist ein Gedanke, den PC uns verbietet.

    Inzwischen gibt es sicher Leute, die von der Aufrechterhaltung der Sozial- und diversen Integrations- und Betreuungs- und Resozialisierungsssteme leben. Die sind natürlich nicht daran interessiert, dass die Kundschaft knapper wird. Ich habe aber Probleme damit, mir bei einem klassischen Gutmenschen (der ja auch viel Steuer bezahlt und teilweise auch in anderen Branchen arbeitet) vorzustellen, dass sein ganzes süßliches Toleranz- und Multikultigeschwafel lediglich Tünche für knallharte Denke der Art ist:

    “Natürlich kotzen die Moslems an. Sie sind widerlich, aber ich tu mal so, als ob wir die brauchen würden und als ob das böse und faschistisch wäre, wenn man sie nicht haben will, damit ich meinen bequemen Sozialarbeiterjob nicht verliere.”

    Das denke ich nicht. Die glauben das, was sie sagen.

    Mohammed war mit großer Wahrscheinlichkeit kein Idealist und seine ersten Anhänger vermutlich auch nicht. Die Ridda-Kriege zeigten ja, dass einige arabische Stämme den Islam wieder aufgeben wollten, nachdem Mohammed tot war, weil sie ihn nur als Glaubensbekenntnis zu einem gewinnbringenden talentierten Anführer sahen und nicht als eigentliche Religion, die unabhängig von Raubzügen unter Mohammeds geschickter Führung einen Wert oder einen Sinn hat.

    Aber viele seiner heutigen Anhänger sind Idealisten. Der Islam bringt ihnen gar keinen materiellen Vorteil, meist nicht einmal irgendeinen sonstigen irdischen Vorteil.

    Und ich fürchte, auch unter den Begründern der PC gab es überwiegend Idealisten. Unter Menschen, die ein gutes Auskommen haben, gibt es schon zwei Sorten. Eine Sorte, die alles Mögliche tut, um es ins Uferlose zu steigern (ich habe nie begriffen, warum jemand wie Boris Becker sich dem Stress aussetzt, Steuer zu hinterziehen) und andere, denen es reicht und die Ideelles verfolgen wollen.

    Ich fürchte, wir konzentrieren uns zu sehr auf die Geldmotivation. Sie gilt auch grundsätzlich als verdächtig bis böse, während idealistische Motivationen eher unkritisch als gut gelten.

    Zum Beispiel können die Amerikahasser unter den Irakkriegsgegnern nicht davon ablassen, den USA das Ölmotiv zu unterstellen. Sie brauchen dieses Geldmotiv, um den Beweis zu führen, dass die USA böse sind. Dass jemand mit idealistischen Motiven (z.B. die Selbstmordattentäter) abgrundböse sein kann, fällt ihnen viel schwerer zu glauben.

    Ich bin überzeugt, dass wir unsere Sozialsysteme gar nicht so zurückfahren können, dass islamische Einwanderer fortbleiben. Wir könnten es nur um den Preis, ein Dritte-Welt-Land mit verhungernden Bettlern auf der Straße zu werden.

    Die USA mit wesentlich schwächeren Sozialsysteme zieht auch Moslems an. Überwiegend besser qualifizierte als die unsrigen zwar… aber keineswegs harmlosere.

  • 8

    Kommentar von Shahirrim

    15. Januar 2008 @ 18:31

    Ich glaube auch nicht, dass der Wind sich dreht. Dazu wird, wie im Kommentar geschrieben steht, nur an der Oberfläche gekratzt.

    Ich kann mir das plötzliche Veröffentlichen der Migrantengewalt nur dadurch erklären, dass die Gutmenschen hoffen, die CDU fängt alle Stimmen ein von von Bürgern, die vom Multi-Kulti-Quatsch die Schnauze voll haben. Sie wissen, das viele Menschen die NPD wählen würden, wenn die CDU auch auf Rot-Grünen Positionen verharrt, wie sie es ja in letzter Zeit so oft tat. Um das zu verhindern, wird zähneknirschend Roland Koch das Feld (und höchstwahrscheinlich auch der Wahlsieg) überlassen. Sozusagen das kleinere Übel. Öffentlich wird sich natürlich empört, aber ich denke, dies ist alles nur Show, denn Rot-Grün weiß, dass viele Menschen in BRD geladen sind bis zum geht nicht mehr und sie nicht mehr hören können. (Oder habt ihr in letzter Zeit mal was von unser aller Lieling Claudia gehört ZU DIESEM THEMA NATÜRLICH! Nicht oder nur wenig?!? Macht nichts, ich auch nicht; außerdem weiß ich nicht ob ich das gut oder schlecht finde. Eher gut! :grin: )
    Aber spätestens, wenn bei mir (Hamburg) gewählt wurde, wird dieses Thema wieder so tabu wie vorher. Und bis zu den nächsten Wahlen lässt sich Rot-Grün was einfallen, um nie wieder eine solche Debatte zuzulassn. Ausländern das volle Wahlrecht zu gestatten, wie es der SPD-Abgeordnete Sebastian Edathy vorschlug sind da sicherlich ein guter Anfang. Und auch beim K(r)ampf gegen rechts lässt sich noch viel machen. Ich kann mir vorstellen, dass der fast 10%ige Rückgang von rechten Straftaten nicht als Früchte erfolgreicher Arbeit des Kampfes gegen rechts gefeiert wird, sondern schieres Entsetzen, wie Erfolgreich er sich tarnt, auslöst. Wo bleibt denn das Feindbild des bösen, rassistischen Deutschen? :shock: Aber da wird Belgien sicher als Vorbild genommen; dort musste doch auch X-mal die Verfassung geändert werden, damit Vlaams Belang die Kretärien eine Rassistenpartei erfüllt. Ein ständiges Fordern (aber bloß nicht durchführen) nach einem NPD-Verbot ist auch immer gut.

    @ Eisvogel

    Meine Mutter findet Herrn Koch auch unsympatisch, kann aber nicht sagen warum! Denn was er sagt, findet sie richtig. Ich persönlich kann nichts an ihm persönlich aussetzten. Sein Verhalten schwarzen Kassen als jüdische Vermächtnisse zu tarnen kann ich verurteilen ,aner ich kann ihm das in einer Talkshow nicht ansehen; aber meine Mutter sagt, sie finde ihn auch als Mensch unsympatisch. Woran liegts? Weibliche Intuition? :smile:

  • 9

    Kommentar von Ratio

    15. Januar 2008 @ 18:39

    @ Dox, freut mich, hier jemanden zu lesen, der sich in Fragen der Nationalökonomie offenbar gut auskennt. Ich möchte fast sagen, daß die meisten politischen Grundsatz- und Alltagsfragen ökonomischer Natur sind.

    @ Eisvogel

    Was wir heute als PC kennen, basiert auf dem Grundsatz, dass alle Menschen gleich sind - insbesondere, dass alle kulturellen Gruppen gleichermaßen gut sind (mit der unlogischen Ausnahme, dass Gegner der PC schlecht sind, teilweise sogar mit der Ausnahme, dass weiße christliche Europäer per se schlecht sind).

    Sehe ich weitgehend auch so. Und da wir jetzt wissen, daß dies Gleichheits”denken” sozialistisch ist, wissen wir außerdem, daß PC mit Liberalismus nichts zu tun hat.

    Gleichheitsfragen sind allerdings nur ein Anwendungsfall. PC ist ganz generell eine hinterhältige Masche, um unliebsame Meinungen jeder Art zu unterdrücken. Auch das widerspricht liberalen Grundsätzen.

    Apropos:
    Hast Du dies jetzt mal gelesen? Oder sollte ich die Prämie für eine Übersetzung erhöhen? ;-)

    On Being Equal, By John Hospers

  • 10

    Kommentar von Ratio

    15. Januar 2008 @ 18:40

    Eigennutz, Altruismus und Rationalität

    Leserbeitrag Martin Mayer (Dichter_und_Denker) 07.08.2007, 12:13

    “Homo Oeconomicus” bedeutet, daß die Annahme gemacht wird, der Mensch verhalte sich rational in dem Sinne, daß er unter gegebenen Umständen/Rahmenbedingungen aus mehreren zur Verfügung stehenden Handlungsalternativen diejenige wählt, die seinen persönlichen Nettonutzen (Nutzen minus Kosten) maximiert.

    Diese Prämisse schließt altruistisches Verhalten keineswegs aus, im Gegenteil, sie schließt es als Möglichkeit des Handelns ein, nämlich dann, wenn der Mensch als seinen subjektiven Nutzen eben nicht die persönliche Bereicherung zu jedem Preis sieht.

    Sind Altruismus, Gerechtigkeit, Gleichheit, Mitmenschlichkeit etc. relevante Werte im Normensystem eines Menschen, verhält er sich rational, wenn er sie in seinen Handlungen berücksichtigt, sich also entsprechend verhält. Egoistisches Verhalten würde den Nutzen eines solches Menschen eben gerade nicht maximieren und für ihn auch nicht rational sein.

    “Home oeconomicus” ist nicht gleich Egoist - wer das postuliert, hat die Grundannahmen der ökonomischen Theorie falsch verstanden. Im übrigen handelt es sich beim “Homo Oeconomicus” auch nicht um ein empfohlenes Menschenbild, er ist nicht präskriptiv, sondern um eine Annahme im Rahmen einer erklärenden Theorie.

  • 11

    Kommentar von Dox

    15. Januar 2008 @ 18:48

    Wenn man ein System errichtet, das an Arme Geld verteilen soll und dieses System hält gutbezahlte Posten sowie immer neue Gelder zum Verteilen bereit, dann ist dies von vornherein so geistlos, dass man an dieses System keine vernünftige Forderung mehr stellen kann. Es pervertiert augenblicklich und bricht erst zusammen, wenn kein Geld mehr zum Verteilen und für Löhne kommt. Bis dahin wird es nicht nur exzessiver, sondern auch hirnverbrannter. Denn es muss sein Existenz ja rechtfertigen. Also wird eine Ethik konstruiert, die es als gut und wichtig darstellt, wodurch alle Mitarbeiter zu Edlen werden. Etwa: Geben ist seliger denn nehmen. Mit dieser Ethik kann man niemand mehr ausschließen. Zuerst war aber nicht die monströse Ethik da, sondern das Geld und die naive Idee es Armen zu schenken, anstatt es zu investieren und Armut abzuschaffen. Mit dem Verschenken wurde der Wahnsinn ausgelöst. Du glaubst, dass ein Sozialarbeiter nicht denkt: “Natürlich kotzen mich die Moslems an. Sie sind widerlich, aber ich tu mal so, als ob wir die brauchen würden und als ob das böse und faschistisch wäre, wenn man sie nicht haben will, damit ich meinen bequemen Sozialarbeiterjob nicht verliere.” Es ist unerheblich was er denkt. Wird der Job sehr gut bezahlt, will er ihn um keinen Preis verlieren und lügt oder phantasiert das Blaue vom Himmel herunter. Mit Händen und Füßen wehrt er sich gegen Aufklärer. Ist er eine ehrliche Haut und rückt mit der Wahrheit heraus, was ja hin und wieder vorkommt, wird er p.c. rausgeekelt.
    Ich hatte eine fromme Mutter, die mit dem Geld meines Vaters Wohltäterin spielte. Mein Vater ließ sie machen. Er hielt ihren Verteilungsetat in Grenzen, so dass sich das Schmarotzertum in Grenzen hielt. Der Staat aber erweitert die Verteilung jährlich und vergrößert sowohl das dreiste Schmarotzertum als auch die boshafte Verlogenheit, mit der es sich rechtfertigt.
    “Mohammed war mit großer Wahrscheinlichkeit kein Idealist” schreibst du. Nun, es kann schon sein, dass er spinnerte Ideale hatte. Höchstwahrscheinlich sogar. Aber auf jeden Fall war er einer, der durch Steuern reich werden wollte und der Steuerzahler nicht verlieren wollte. Daher die Todesstrafe für Konvertiten. Du schreibst: “Aber viele seiner heutigen Anhänger sind Idealisten. Der Islam bringt ihnen gar keinen materiellen Vorteil, meist nicht einmal irgendeinen sonstigen irdischen Vorteil.” Das ist ganz und gar falsch. Die geistlichen Führer sind Millionäre. Sie kontrollieren Industriezweige, besitzen Armeen. Das gemeine Volk ist arm, besteht aber nicht aus Idealisten, sondern gehirngewaschenen Getriebenen. Auch die Moslembonzen in Deutschland verdienen gut.

    “Unter Menschen, die ein gutes Auskommen haben, gibt es schon zwei Sorten. Eine Sorte, die alles Mögliche tut, um es ins Uferlose zu steigern (ich habe nie begriffen, warum jemand wie Boris Becker sich dem Stress aussetzt, Steuer zu hinterziehen) und andere, denen es reicht und die Ideelles verfolgen wollen.” Dazu möchte ich sagen, dass man auf drei Arten reich werden kann. 1. Glück (Lotto, Erbschaft, Heirat…) 2. Raub (Banküberfall, Betrug, Steuern…) 3. Arbeit (Profisport, Unternehmertum, Musik, Schauspiel, Schriftstellerei…) Zum letzten Punkt soviel: Die meisten Reichen hatten Spaß an ihrer Arbeit und sind nebenbei reich geworden. Sie hätten wie Boris Becker auch für weniger Geld gearbeitet. Auch Bill Gates wollte nicht der reichste Mann der Welt werden, sondern einfach Spaß haben und davon leben können. Einstein wollte nicht weltberühmt werden, sondern ein Problem lösen. Alle begabten und gescheiten Leute erkennen, dass Steuern gegen sie verwendet werden. Daher zahlen sie so wenig wie möglich und nehmen sich Steuerberater. Das hat auch Becker getan. Er wollte keinen Ärger haben. Man kann ihn leider trotzdem kriegen.
    “Zum Beispiel können die Amerikahasser unter den Irakkriegsgegnern nicht davon ablassen, den USA das Ölmotiv zu unterstellen. Sie brauchen dieses Geldmotiv, um den Beweis zu führen, dass die USA böse sind.” Das sind die harmlosesten Spinner. Jedem Narren kann man begreiflich machen, dass wir Öl brauchen und ohne es verhungern würden. Gefährlich sind die Verstaatlicher der Ölindustrie wie Chavez. Denn dafür haben sogar Gebildete Verständnis.

  • 12

    Kommentar von Eisvogel

    15. Januar 2008 @ 19:28

    Ich habe es gelesen, Ratio, und finde es gut. Ich komme nur zur Zeit nicht zum Übersetzen, werde es aber auf jeden Fall gelegentlich tun. Ich möchte aber vorher den Autor anschreiben. A propos: Weiß jemand Bescheid, ob man das bei Übersetzungen von frei zugänglichen Artikeln überhaupt muss? Ich habe es bisher immer (ok - es gab Ausnahmen, wo es eilte und der Autor nicht erreichbar war oder nicht antworete) getan. Aber es ist ein bisschen lästig.

    Ich habe den Homo economicus schon als Denkmodell verstanden und nicht als Vorschrift für einen idealen Menschen. Wenn man allerdings alle kleinen Spinnereien, die zu Entscheidungen führen und die häufig selbstschädigend sind, mit als rational einbezieht, dann macht dieses Denkmodell doch keinen Sinn mehr, oder?

    Im Grunde ist auch der Selbstmordattentäter dann ein Homo economicus, denn wenn man wirklich an das islamische Paradies und die islamische Hölle (die sehr unangenehm ist) glaubt, dann ist es höchst rational, alles zu tun, ersteres zu erreichen und letzteres zu vermeiden. Und wenn man sein ganzes Geld verschenkt, dann tut man es höchst rational, weil man sich sauwohl in dem Gedanken fühlt, ein edler Mensch zu sein. Allerdings verschenken die meisten “Wohltäter” anderer Leute Geld… bevorzugt das des Steuerzahlers.

    Ich habe aber etwas anderes gemeint: Zum Beispiel kommen bei besonders dhimmihaften Politikern so oft Kommentare auf: “Der wird bestimmt geschmiert.”

    Das weiß ich nicht, ob solche Politiker das werden. Das ist aber überhaupt nicht zwangsläufig so. Mir fallen nichtfinanzielle Gründe zu Hauf für ihr Verhalten sein. Das Beispiel mit dem Öl im Irak und den Amerikanern habe ich nur gebracht, um zu demonstrieren, wie dringend jemand, der einen anderen (in dem Fall die Amerikaner) schlecht aussehen lassen will, für dessen Handlungen ein rein ökonomisches Motiv braucht. Den Amerikahassern genügt es nicht, zu sagen: “Die verbohrten Trottel von Amis bilden sich ein, sie könnten Freiheit und Demokratie in der islamischen Welt verbreiten.”Nein, sie brauchen irgendjemand, der ganz böse ganz viel Geld verdient, sonst haben sie nicht das Gefühl, dass sie ihrem Feind Schlechtigkeit nachgewiesen haben.

    Ich bin hingegen der Ansicht, es gibt Schlechtigkeit und schlechte Handlungen, die nicht im geringsten von den Motiven Macht und Geld getrieben sind, sondern von Dingen, die sich als sehr hehre uneigennützige Ideale darstellen.

    Deshalb sehe ich auch die Gutmenschen so. Ich war doch selber einer! Ich habe niemals freundlich über Einwanderung gedacht, weil ich davon einen Vorteil hatte . Ich fand das einfach “richtig” und “anständig”, was sogar so weit ging, dass ich der Ansicht war, für richtige und anständige Dinge müsse man auch geldwerte Nachteile in Kauf nehmen (bin ich immer noch).

    Daher sehe ich PC nicht unbedingt als Folge des Sozialstaats. Sie ist auch in den USA verbreitet (teilweise schlimmer als hier) und dort ist der Sozialstaat viel weniger ausgeprägt. PC hat fast religiöse Züge, denn sie basiert auf einem Dogma, das nicht hinterfragt werden darf.

    Koch und Winter sind nicht einmal in die Nähe dieses Dogmas gekommen.

    @Shahirrim: Mir geht es ganz genau wie Deiner Mutter. Ich würde aber wahrscheinlich Koch dieses Mal wählen, wenn ich in Hessen wohnen würde. Ich fand alles, was er bei Hart aber fair gesagt hat, in Ordnung, er kam auch nicht unsympathisch rüber. Aber die kleinen Nackenhärche stellen sich auf, wenn ich ihn sehe.

    Die Frage ist, ob man politische Entscheidungen von so etwas abhängig machen sollte. Es ist nicht ganz so irr und verkehrt, wie es auf den ersten Blick aussieht. Manchmal merkt man unterbewusst etwas, das nicht stimmt.

    Was bei seinem Wahlkampf nicht stimmt, ist in erster Linie, dass er Dinge fordert, die ein Landespolitiker nicht (oder nur sehr geringfügig über den Bundesrat) beeinflussen kann, das Strafgesetz ist Bundesgesetz. Politiker sollten nicht fordern (das dürfen wir) sondern sagen, was sie persönlich zu machen gedenken.

    Aber das ist es nicht… ich finde es dennoch gut, dass er das Thema aufgebracht hat.

  • 13

    Kommentar von Eisvogel

    15. Januar 2008 @ 19:44

    Dass PC inzwischen zum Selbstläufer geworden ist, sehe ich schon ein. Keiner will der A… sein, der dagegen verstößt, keiner will die Hexe sein, die man symbolisch verbrennt. Und viele verdienen dran. Viele unterstützen es aber auch, ohne daran zu verdienen.

    Aber das erklärt nicht, woher diese spezielle Norm kam.

    Über Jahrtausende hinweg und überall außerhalb des Westens gab und gibt es Dogmen aller Art. Das Dogma, dass es gut ist, sich selbst und die eigene Kultur zu demütigen und schlecht zu reden, während man Außenseiter und Feinde preist, gab es sonst noch nie und nirgends. Solche Dogmen sind eigentlich überall sonst selbsterhöhend und Außenseiter verachtend.

    Diese Umkehrung ist das radikal Neue und Merkwürdige. Und ich finde schon, dass es wichtig ist, an die Wurzeln zu gehen.

  • 14

    Kommentar von Shahirrim

    15. Januar 2008 @ 20:04

    @ Eisvogel

    Ich muss dazu sagen, dass meine Mutter ein feines Gespühr bei Personen hat. Immer hat sich bei solchen Leuten, bei denen sie ein ungutes Gefühl hatte sich dies als Begründet erwiesen. Zum Beispiel in ihrer Grundschulzeit hatte sie eine nette Lehrerin, die sie aber nicht mochte. Konnte aber nicht sagen, wieso. Und später hat sie erfahren, dass diese Lesbisch war und sich in sie Verliebt hat.
    Oder bei mir auf der Schule gibt es einen Lehrer, den ich und meine Schwestern nicht hatten. Sie hat mich immer vor ihm gewarnt, obwohl sie ihn nicht kannte und ich ihr nichts Negatives sagen konnte. Dann zu der Zeit, als ich im letzten Schuljahr war, hörte ich, dass er Mädchen zu Noten in Sport gibt, wenn sie sich vom ihm “Berühren” lassen.
    Aber was könnte es bei Roland Koch sein? Eine person wie er ist doch Tag und Nacht in der Öffentlichkeit. Ob es seine schwarzen Kassen sind?

  • 15

    Kommentar von Steppenwolf

    15. Januar 2008 @ 20:07

    Ich möchte hier gerne auf einen Beitrag, den
    #100 Freie_Marktwirtschaft
    mit einem Text von Bukowski in PI eingestellt hat hinweisen.
    http://www.pi-news.net/2008/01/die-diskussion-ist-eroeffnet/#comments

  • 16

    Kommentar von Eisvogel

    15. Januar 2008 @ 20:43

    Großartiger Text, Steppenwolf. Überhaupt ist Bukowski ungeheuer wichtig. Der Text kam mir bekannt vor und ich habe danach gesucht… und bin fündig geworden.

    In:

    Warum die EU zerstört werden muss und zwar bald

    geht Fjordman darauf ein, und dort ist er auch auszugsweise enthalten. IM Eurabia-Code Teil 3 kommt er auch vor, allerdings weniger ausführlich.

    Es ist manchmal ein bisschen frustrierend, dass so wenige Menschen sich für die EU interessieren und zur Kenntnis nehmen wollen, dass wir zu der Islamisierung nicht gekommen sind wie die Jungfrau zum Kinde, sondern dass es ein gezielter Plan ist.

    Das bringt dann auch solche durchs Dorf getriebenen Säue wie die “Migrantengewalt” wieder in den richtigen Zusammenhang. Das Volk darf seine Wut an Serkan A. und Konsorten abreagieren.

    @Shahirrim: Ich glaube nicht, dass es die schwarzen Kassen von Koch sind, so etwas “spürt” man vielleicht eher nicht. Vielleicht liegt so ein Gespür daran, dass Körpersprache/Mimik nicht mit den Worten übereinstimmen. Dieses Gefühl habe ich bei Schäuble noch viel stärker als bei Koch. Bei ihm muss ich den Fernseher abschalten, um keinen Wutanfall zu bekommen.

  • 17

    Kommentar von Lepanto1

    15. Januar 2008 @ 23:03

    Irgendwo, ich glaube bei Oliver Sacks, habe ich eine Geschichte gelesen, von einem “Experiment” mit Taubstummen, denen man wahlkampfredende Politiker vorführte. Als sie den Inhalt der Reden erfuhren, konnten sie sich vor Lachen kaum halten, weil der Inhalt der Rede absolut und überhaupt nicht mit Mimik und Gestik übereinstimmte.
    Ich wäre unbedingt dafür, dieses “Experiment” auch mit hiesigen Politikern durchzuführen.
    Bei Koch allerdings bedarf es dieses Vorgehens aber nicht, da reichen mir seine Wortschöpfung “brutalstmöglich” und die “jüdischen Vermächtnisse” vollkommen.
    Allerdings wäre dieses Mal ein Wahlsieg für Koch unbedingt zu wünschen, weil ansonsten womöglich nicht nur die Anstoßthematik “jugendliche Migrantengewalt” oder “migrantische Jugendgewalt” so tot wie ein Suppenhuhn im Hühnerfrikasse wäre, sondern auch alle logischen Weiterungen. Und das vermutlich für die nächsten paar Jahre - obwohl Zeitverschwendung das letzte ist, was wir uns leisten können.

    Noch mal zur “Frankfurter Schule”. Ich glaube, was vielen Philosophen fehlt, sind Kenntnisse der Naturwissenschaften, besonders der Biologie und im Spezialfall der Evolutionsbiologie und der Anthropologie sowie der Neurobiologie. Sie sehen oft einen transzendenten “freien Willen”, der den Menschen aus allen seinen Mitgeschöpfen als absolut einzigartig hervorhebt (und damit wieder, sicher ungewollt, an religiöse Schöpfungsmythen anknüpft) und sehen jedwede Beschränkung des “freien Willens”, die ja eigentlich offensichtlich ist, als Ausdruck sozialer und kultureller Gegebenheiten an. Solche Gegebenheiten wären dann auch, sobald man den Mechanismus nur einmal verstanden hat, leicht im gewünschten Sinne abzuändern.

    Dass die ganze “Chose” viel komplizierter ist, dass lebende und unbelebte Materie viel enger und komplexer miteinander verknüpft sind, sehen sie meiner Ansicht nach nicht. Die Synthese von Naturwissenschaft und Philosophie kann sehr fruchtbar sein (was ja seit der Antike bekannt ist) und hat in der modernen Philosophie auch ihre Vertreter - aber ich kann mir gerade die “Frankfurter” so überhaupt nicht z.B. bei der Lektüre eines evolutionsbiologischen Lehrbuches vorstellen. :roll:

  • 18

    Kommentar von Ratio

    15. Januar 2008 @ 23:14

    @ #11 Dox

    Volle Zustimmung.

  • 19

    Kommentar von Ratio

    15. Januar 2008 @ 23:15

    @ #12 Eisvogel

    Deshalb sehe ich auch die Gutmenschen so. Ich war doch selber einer!

    Wir wollen uns vom linken Mob doch nicht sämtliche Begriffe aus der Hand schlagen lassen, oder?

    Du warst vielleicht kein Gutmensch, Du BIST jedenfalls heute ein solcher, Früheres kann ich ja nicht zuverlässig beurteilen; aber ich bin sicher, Deine Absichten waren immer auch altruistisch, nie rein egozentrisch auf Dich selbst fixiert, immer auch am Wohl anderer orientiert.

    Das ist für mich ein guter Mensch. Und das trifft zu auf Dich.

    Was man heute (meist ironisch aber keineswegs immer) als “Gutmenschen” bezeichnet, nenne ich lieber Gutis, Blödmenschen (oder schlimmer). Diese Leute haben nur im Sinn andere gewaltsam auszuplündern. Das sind Radikalegoisten, denken nur an sich selbst, das Allgemeinwohl ist ihnen piepegal.

    Die wahren Gutmenschen sind WIR, Eisvogel.

    Wenn unser Ziel feststeht, Eisvogel, dann muß man über die geeigneten Mittel nachdenken. Und Nachdenken heißt, sorgfältigst seinen Verstand zu bemühen. Das führt zwingend zu Liberalität, ich sehe jedenfalls kein besseres Rezept. Liberalismus heißt doch weißgott nicht Narrenfreiheit für Verbrecher und anderes Gesocks.

    PC ist zwar nicht Folge, aber Voraussetzung des Versorgerstaats. Wußte schon Kant.

    PC ist Folge des Sozialismus, einer Ideologie die 300 Millionen Leichen auf dem Kerbholz hat und fortzeugend immer Böses muß gebären.

  • 20

    Kommentar von Ratio

    15. Januar 2008 @ 23:25

    Die Frankfurter Schule war eine linke Narrenakademie.

    Verweise auf Ernst Topitsch, der diesen Verein immer wieder richtig auseinandergenommen hat.

  • 21

    Kommentar von Kay

    15. Januar 2008 @ 23:41

    ich glaube nicht, dass Adorno und Horkheimer die Ursache der unkritischen und leichtsinnigen Betrachtung des Islam und der islamischen Masseneinwanderung sind. Im Gegenteil wären insbesondere die rückschrittlichen und autoritären Imperative des Islams mitsamt der PC Zielscheibe ihrer Kritik geworden.

    Passt auf, dass euer Bild von Adorno und Horkheimer nicht von zeitgenössischen Linkskräften verzerrt wird, welche die kritische Theorie erst gar nicht verstehen können und diese nur zur Legitimation ihrer kranken Ansichten missbrauchen!

  • 22

    Kommentar von Eisvogel

    15. Januar 2008 @ 23:58

    Noch mal zur “Frankfurter Schule”. Ich glaube, was vielen Philosophen fehlt, sind Kenntnisse der Naturwissenschaften

    Ja, das denke ich auch. Es ist nicht nur die direkte Folge der Unkenntnis (z.B. der Biologie), sondern auch die prinzipielle Verächtlichkeit gegenüber Mathematik und Naturwissenschaft, die zumindest das Gefolge der Frankfurter Schule prägt. Und wahrscheinlich auch die Erfinder.

    Sie haben die wissenschaftliche Denkweise abgeschafft, sie bauen sich ihre Theorien “andersrum” - erst wird festgelegt, was rauskommen muss und dann wird die Argumentation dem angepasst. Notfalls wird auch die Realität negiert und diverse Strategien der Unlogik bemüht (Zirkelschluss, Vertauschung von Voraussetzung und Folge etc.)

    Dann wird der Schulunterricht angepasst. Wohlfeiles Gelaber ist gut, wer in Mathematik und Naturwissenschaften gut ist, ist verdächtig. Vielleicht ist das inzwischen ein bisschen besser geworden und vielleicht ist es auch nur eine persönliche Erfahrung: Aber ich habe mich in der Mittelstufe für meine Einser in jeder Mathearbeit so geschämt, dass ich die bewusst vermieden habe, indem ich Aufgaben nicht bearbeitete. Es hat sich in der Oberstufe gelegt, aber in den frühen Teeniejahren wollte ich einfach nicht als “kalt” und “Streberin” dastehen. Es gilt heute noch als ganz großartig, wenn irgendso ein Promi damit prahlt, dass er (oder vor allem sie) stets eine Fünf in Mathe hatte.

    Leute, die nicht logisch denken können, kann man ganz leicht mit Scheinargumentationen hinters Licht führen.

    Das Experiment mit den Taubstummen ist interessant. Man sollte es mal mit sich selber versuchen (ohne Ton). Aber wahrscheinlich haben wir nicht die Beobachtungsgabe von Taubstummen und merken daher so etwas nur unterschwellig als “Gefühl”. Natürlich kann das aber auch täuschen. Manchmal mag man Leute auch einfach deshalb nicht, weil sie jemandem ähnlich sehen, den man früher mal nicht leiden konnte.

    Die wahren Gutmenschen sind WIR, Eisvogel.

    Ja, Ratio. Das ist mir schon in dem Artikel PC und Höflichkeit aufgefallen. Und nicht nur in dem Sinn, dass wir “die Guten sind” :smile: , sondern auch in dem Sinn, dass wir immer danach streben, den PC-Diktatoren eher positivere Motivationen zu unterstellen, als ihr Geschwätz vermuten lässt. Umgekehrt unterstellen sie uns stets negativere Motivationen als das, was wir sagen.

    Wer etwas gegen kriminelle Ausländer sagt, sagt etwas gegen Fremde. Wer etwas gegen Fremde sagt, tut das, weil er ein Rassist ist (ander Gründe gibt es nicht in der PC-Matrix). Wer ein Rassist ist, möchte andere Menschen massenvernichten.

    So sehen die uns!

    Das Nachdenken über die geeigneten Mittel ist natürlich wichtig. Es gibt zwei unterschiedliche Bereiche.

    1.: Was man tun könnte, wenn man König von Deutschland oder Europa wäre. D.h. was das Gesetz hergibt und wie man es durchführt.

    2.: Was man tun kann, solange man nicht König von Deutschland oder Europa ist, um diejenigen, die Gesetze anwenden können, dazu zu bewegen, es auch zu tun.

    Beides ist wichtig. Ich finde Punkt 1 recht leicht, wobei er allerdings schon beinhaltet, dass die Herrschaften Moslems, die EU,die UNO und die islamischen Ölstaaten not amused wären,wenn wir’s täten. Und dass alles bis hin zum Bürgerkrieg drin wäre.

    Aber Punkt 2 geht nicht mit Fußaufstampfen. Ich glaube nicht, dass zufällig alle Politiker islamophil sind, während ein beträchtlicher Teil der Nichtpolitiker das nicht ist.

    Ein bloßer Austausch (neue Partei, Unterwanderung bestehender Parteien) scheint mir daher nicht sehr erfolgversprechend. Ich fürchte einfach, die Islamophilie kommt automatisch mit der Politikerposition, und sie käme auch bei “uns” (oder man würde uns bei einer Partei nicht mal die Kaffeemaschine bedienen lassen).

    Ich denke einfach nicht mehr, dass wir diesbezüglich eine Demokratie sind.

    Deshalb finde ich die Anregung zum DENKEN das wichtigste. Vielleicht ist das ein bisschen “esoterisch”. Aber ich glaube, wenn ganz viele Menschen etwas denken, dann setzt sich das (irgendwie?) durch. Parteien halte ich für eher unwichtig.

    Der Umweltgedanke ist ein Beispiel dafür. Und im Grunde ist es auch die gesamte PC. Sie muss weg, bevor wir konkrete Maßnahmen angehen können. Allerdings glaube ich, dass wir ganz andere Gegner haben als so eine blödschwätzende Claudia Roth.

  • 23

    Kommentar von Eisvogel

    16. Januar 2008 @ 0:09

    @Kay: Es kann gut sein, dass Adorno, Horkheimer und Co. den Islam nicht gemocht hätten. Ihre “Kinder” - die antideutschen Kommunisten - mögen ihn ja auch nicht.

    Sie selber hatten den aber gar nicht auf ihrem Radarschirm. Sie wollten sicher keine Islamisierung. Sie wollten die Zerstörung dessen, was ihrer Ansicht nach zur Nazizeit geführt hat. Und dabei haben sie sich geirrt. Wie Thatcher schrieb, haben sie nicht nur knapp 30 Jahre verteufelt, sondern die ganze abendländische Kultur von Grund auf aufgelöst und geschreddert.

    Der Islam ist die Folge der Leere und der Beliebigkeit, die daraus entstanden ist.

    @Ratio: Natürlich ist PC die Folge von sozialistischem Denken in seiner kulturellen (und eher weniger in seiner ökonomischen) Form. Aber Lawrence Auster geht m.E. tiefer und sucht die Ursache für das sozialistische Denken und vermutet, dass es in einem ins Exzess getriebenen Liberalismus (im europäischen Sinn) liegt.

    Man muss das nicht glauben, aber eine Überlegung ist es allemal wert. Er beschreibt die “liberals” (die wirklich auch in den USA etwas anderes sind als die “socialists”)als Leute,die immer fragen:

    “Why not?”

    Wenn doch alle Menschen in Freiheit nach ihrer Vorstellung leben dürfen: Why not the Muslims? Why not here?

  • 24

    Kommentar von Dox

    16. Januar 2008 @ 1:59

    Eisvogel 13

    “Das Dogma, dass es gut ist, sich selbst und die eigene Kultur zu demütigen und schlecht zu reden, während man Außenseiter und Feinde preist, gab es sonst noch nie und nirgends.” Das gab es von Seiten der orientierungslosen Wichtgigtuer-Elite, zu der vor allem die meisten Künstler zählen, schon immer. Viele US-Intellektuelle der 50-ziger priesen die UdSSR und ließen kein gutes Haar an Amerika. In der Weimarer Republik das gleiche Spiel. In England waren sie so links, dass Georg Orwel keinen Verleger für die Animal Farm fand. Und nun glaube nicht, dass die keine Ahnung von den Vorgängen in der SU hatten. Schon die römische intellektuelle Elite biederte sich den Teutonen an und war fortschrittsfeindlich. Diesen kleinen Teil des Volkes gab es immer und wird es immer geben. Er handelt nach dem Motto: Behaupte etwas völlig absurdes um Aufmerksamkeit zu erheischen - zur Anerkennung verhelfen wir uns gegenseitig.”

    zu Ratio 19
    “Die wahren Gutmenschen sind WIR, Eisvogel.” Den Begriff finde als Schimpfwort und Lob gleichermaßen unzutreffend für Leute, die großartig waren. Sie gingen oft über Leichen. Etwa der Soldatenkönig, der aus den heruntergekommen pommerschen Bauern und Tagelöhnern Preußen machte. Oder Atatürk. Der war nicht gut, aber weise. Truman war auch nicht gut. Er warf zwei Atombomben. Aber es war gut für hundertausende junge Amerikaner, die im konventionellen Krieg gegen Japan noch gefallen wären. Andererseits war er nicht kühl genug, um gleich Stalin noch aus der Welt zu schaffen. Vier Jahre das Atombombenmonopol zu besitzen und nichts daraus zu machen, ist schon ein starkes Stück. Er hätte der Menschheit vieles ersparen können.

    Übrigens gab es bei PI mal eine kurze Diskussion über Logik, die leider von einem Toren namens Zenta abgewürgt wurde. Fand ich sehr schade.

  • 25

    Kommentar von Murmel

    16. Januar 2008 @ 14:32

    Eisvogel:

    “Wenn doch alle Menschen in Freiheit nach ihrer Vorstellung leben dürfen: Why not the Muslims? Why not here?”

    Weil Toleranz bedeutet, jeden nach seiner Facon selig werden zu lassen, nicht aber, eigene Prinzipien zugunsten von fremden aufzugeben. Man kann gegenüber allem tolerant sein, außer gegenüber der Intoleranz, ansonsten ist früher oder später Schluss mit der Toleranz. Es verhält sich ähnlich wie in jenem Paradoxon, bei dem ein Kreter sagt, “alle Kreter lügen (immer).”

    Grenzenlose Freiheit kann es nicht geben, umgehend würde das organisierte Verbrechen die Macht übernehmen, natürlich erst nach einem Machtkampf, in dem sich die skrupellosesten und brutalsten durchgesetzt hätten.

    Die Natur kennt nun mal Gerechtigkeit ebensowenig wie all die anderen Ideale, die man zwar anstreben, aber nicht verwirklichen kann. Und sie kennt auch keine Rechte, außer dem des Stärkeren. Wenn es also noch andere Rechte innerhalb einer Gemeinschaft geben soll, muss eine mächtige Instanz da sein, die sie notfalls gewaltsam durchsetzt. Das kann natürlich nur nach gemeinsamen Regeln, also Gesetzen, für diese Gemeinschaft funktionieren.

    Moral, Ethik und auch Kultur (in gewissem Sinn) sind deren Grundlage und damit das, was aus einem Haufen Leute eine Gemeinschaft macht, wobei ich glaube, dass das auf einem auf allen Ebenen gültigen Naturgesetz beruht. Elementarteilchen (wenn es sie überhaupt gibt) organisieren sich zu Protonen, Elektronen und Neutronen, die sich dann zu Atomen zusammenschließen, aus denen dann wieder Moleküle werden auf der nächsthöheren Stufe. Aus Molekülen bilden sich Zellen, aus Zellen Organismen und daraus Rudel, Herden, Staaten.

    Die Prinzipien sind dabei, so glaube ich, immer die gleichen. Eine Quantität von Organisationseinheiten einer bestimmten Stufe tut sich zu einer neuen Qualität mit gleichen Regeln zusammen. Auf der Stufe des Organismus’ ist das zum Beispiel die DNS. Wenn Zellen in einem Körper nicht diesem Gesetz folgen wie das bei Krebszellen der Fall ist, müssen sie vernichtet werden, oder der Körper geht irgendwann daran kaputt. Und bei einem Staat ist das nicht anders. Bei der Frage nach der Gestaltung seiner Regeln scheiden sich dann die Geister.

    Die Frage ist, wie eng oder liberal die Gesetze denn sein sollen. Liberal heißt meines Erachtens: So viel Freiheit wie möglich, so viel Einschränkung wie nötig. Das aber läuft allen Heilslehren zuwider. Die geben sich nämlich nicht mit funktionierenden Staaten zufrieden, sie wollen die Welt verbessern. Das aber kann ja wieder nur nach gemeinsamen Regeln gehen, wobei nicht nur das Größenproblem negativ zu Buche schlägt, sondern auch die Inhomogenität des theoretisch angestrebten Gebildes. Da ist es doch überaus praktisch, wenn man mit einer absoluten Wahrheit zum Beispiel in Gestalt eines vermeintlich existierenden Gottes aufwarten kann, der höchstmöglichen Qualität, dem Absoluten, über dessen Willen es keine Diskussion gibt.

  • 26

    Kommentar von Dox

    16. Januar 2008 @ 16:09

    Pardon “Orwell”. War wohl etwas müde. Murmel hat dich wohl ziemlich verkannt, Eisvogel. Ich nicht. Ich finde dich großartig. Du kannst ruhig wieder mit mir reden. Ich bin nicht hier aufgetaucht, um dich oder Time fertig zu machen. Was ich hier schon alles an gescheiten Sachen gelesen habe, hat mich aufhorchen lassen. Die Übersetzungen von Fjordman etwa. Ein geistiger Genuß. Aber in dieser Diskussion hier habt ihr euch einfach verrannt. Die blitzgescheite Eisvogel kommt plötzlich mit schlechten Argumenten an. Hätte ich nie für möglich gehalten. Von dir habe ich schon so gut begründete ungewöhnliche Gedanken gelesen, dass ich mir gesagt habe: Das ist die gescheiteste Frau der Welt! Und nun bitte sei nicht sauer. Nur ein letztes Argument will ich dir noch widerlegen. Dann hör ich auf. In 23 schreibst du: “Aber Lawrence Auster geht m.E. tiefer und sucht die Ursache für das sozialistische Denken und vermutet, dass es in einem ins Exzess getriebenen Liberalismus (im europäischen Sinn) liegt.” Friedrich von Hayek, Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaft, hat die Ursache für sozialistisches Denken in der Familie geordet, wo nicht nach Leistung entlohnt, sondern nach Bedarf verteilt wird. Daher wählen junge Leute auch immer links. Sie wollen den Sozialismus der Familie überall in der Welt haben. Und genau das funktioniert nicht, weil es keinen Übervater gibt. Auch die in Afrika weit verbreiteten Stammeskulturen denken sozialistisch. Daher kommen sie auf keinen grünen Zweig und bekriegen sich ständig. So, das wars.

  • 27

    Kommentar von ohneland

    16. Januar 2008 @ 17:34

    Murmel:

    Das was du da schreibst, klingt alles so schön nach dem Großmeister des leeren Geredes, dem Ignoranten der Philosophie, dem Messias der Durchwurstler, nach Karl Popper. Die Sozis lieben ihn, die Liberalen lieben ihn, die Christdemokraten lieben ihn, alle lieben ihn. Popper ist der intellektuelle Konsens der letzten fünfzig Jahre auf dem geistigen Niveau Level Null. Popper ist nicht die Lösung, sondern das Problem. Die offene Gesellschaft seiner Facon ist das, was die semikriminellen Schwachdenker aus dem Polit- und Medienkartell uns bereitet haben. Sollen wir noch offener werden, wir lieben und beschenken doch ohnehin schon die Millionen, die durch unsere offenen Tore hereinstürmen, uns verachten, beschimpfen und neuerdings auch schlagen. Ach ja, der Gotteskomplex muss noch weg, die Unduldsamkeit der Rentner und die Widerständigkeit unserer Frauen.
    Bedauerlicherweise war ich selbst einmal ein großer Popper- Fan, daher meine Ausfälle. Ich habe ihn selbst mehrmals bei Vorträgen erlebt. Einmal in Wien, da ist er wie von der Tarantel gestochen gegen den Gott seiner Väter gegen Jahwe losgezogen. Da ist mir erstmals ein Licht aufgegangen und ich habe gemerkt, wen ich da vor mir habe. Einen von seinem Glauben abgefallenen aber weiterhin messianischen, aggressiven linken Utopisten. Einen Sozialingenieur reinsten Wassers, der alles ,was nicht in seinen Bastlerladen hinein passt mit leidenschaftlichem Hass verfolgt. Seine offene Gesellschaft hat er aus dem Gedächtnis im Krieg in Neuseeland geschrieben. Wenn man es freundlich ausdrückt, kann man sagen er hat ein schlechtes Gedächtnis, aber in Wahrheit ist dieses Buch ein blamables Pamphlet. Der Amerikaner Kaufmann hat in einem Buch den ganzen Unsinn aufgelistet und widerlegt. Popper verhält sich zur westlich abendländischen Kultur wie der Mohammedanismus zum dreieinigen Gott. Es ist die Feindschaft des Verstandes gegen den Geist. Die Mohammedaner sind der äußere Feind, Popper der innere Feind. Er ist gefährlicher als Kommunismus oder Kapitalismus, er ist Sozialdemokratismus, das ist menschenfreundliche Menschenfresserei, ein langsam wirkendes tödliches Gift, eine als Streichelzoo geführte Schlachtkälberzucht.
    Wir wissen heute, dass Falsifikation genauso unmöglich ist wie Verifikation. Wir wissen auch dass die meisten Wissenschaftler die wir heute vor uns haben an Falsifikationen gar kein Interesse haben, vielmehr an der Aufrechterhaltung ihrer eigenen Gebäude weil nur daran zu verdienen ist, Geld und Meriten. Nach Wahrheit streben die Leute nur wenn sie ein Ethos haben das in einer Religion gründet die auf Wahrheit verpflichtet. Popper zerstört mit seiner Offenen Gesellschaft das Ethos, das er für seinen Wissenschaftsbetrieb braucht.
    Der nächste Hirnriss von Popper, Trial and Error. Dieses Prinzip rechtfertigt in der Politik jeden Wahnsinn. Nun testen wir eben gerade die Multikultur, passt ja perfekt zur Offenen Gesellschaft, ist quasi deren Realisierung.
    Völker und Kulturen können nur überleben, wenn sie aus der Erfahrung der Geschichte heraus handeln. Halt, Stopp, Deutschland, Österreich, tausend Jahre Geschichte, davon neunhundertachtundachzig Jahre Nazi-Vorgeschichte und zwölf Jahre Nationalsozialismus. Die Frankfurter Schule hat uns von allem befreit, dann sind wir mit Popper immer kleine Schritte gegangen, muddling-through nennt er das. Aber die kleinen Schritte gehen wir wieder allen voran, diesmal aber nicht mehr Deutschland über alles sondern Deutschland unter alles.
    Wenn ich mir das so recht überlege, gehört Popper in die Frankfurter Schule, genauer als siamesischer Zwilling von Habermas. Popper und Habermas, wursteln und quatschen, Sozialdemokratie und Talkshow.

  • 28

    Kommentar von Murmel

    16. Januar 2008 @ 18:44

    Ohneland

    War’s das? Dann wisch Dir mal den Schaum vom Mund und nimm zur Kenntnis, dass ich nie Popper gelesen habe und es mir auch völlig wurscht ist, ob das nach Popper klingt, nach Onkel Hans, oder dem Kaiser von China. Es ist meine Meinung, und wenn Du sie kritisierst, ist das völlig in Ordnung, aber Du hast Dich nicht in einem einzigen Punkt konkret auf irgendwas bezogen, was ich geschrieben habe.

    Wo habe ich denn was über eine “offene Gesellschaft” geschrieben?
    Wo habe ich was über einen “Gotteskomplex”, Rentner oder “unsere Frauen” geschrieben?
    Wo habe ich vertreten, irgendwelche Leute hier ‘reinzulassen? Meine Meinung dazu kann man, nebenbei bemerkt, hin und wieder bei PI lesen.
    Wo habe ich mich für das Prinzip von Versuch und Irrtum in Bezug auf einen Staat ausgesprochen?
    Woraus schließt Du, dass ich jenen zwölf Jahren deutscher Geschichte mehr Gewicht gebe als irgendwelchen Epochen davor?

    Allerdings bin ich sehr wohl der Ansicht, dass man eine These falsifizieren kann, und zwar je eher, je konkreter die These ist. Nehmen wir mal was ganz Simples: Wenn einer behaupten würde, alle drei Jahre wäre in Hintertupfingen der 20. Mai ein wolkenloser Tag. Dann kann man doch wohl feststellen, ob das zutrifft oder nicht, oder wie?

    Außerdem bin ich, Popper hin, Popper her, sehr wohl davon überzeugt, dass jede Forschung auf dem Prinzip von Versuch und Irrtum beruht, denn man kann nur Dinge denken, die man irgendwann aufgenommen hat oder Kombinationen davon. Man kann einem Blinden keine Farbe erklären und einem Tauben keine Töne. Wozu braucht man Experimente, wenn nicht, um neue Erkenntnisse zu gewinnen?

    Wie ist das mit der “Religion, die auf Wahrheit verpflichtet” gemeint? Alle Religionen, und da zähle ich den Kommunismus dazu, behaupten, die Wahrheit zu besitzen. Der Islam geht sogar so weit, zu fordern, den Koran Punkt für Punkt als den Willen eines höheren Wesens anzusehen, was ja wohl dem entspricht, was ich am Schluss geschrieben habe.

    Im Übrigen spricht es nicht gerade für Toleranz, jemandem vorzuwerfen, er sei “von seinem Glauben abgefallen”. “Glauben” heißt nun mal “nicht wissen”, deshalb liegt es im Ermessen jedes Einzelnen, was er glaubt und ob er seine Ansichten ändert.

  • 29

    Kommentar von Murmel

    16. Januar 2008 @ 19:04

    Dox

    “… Eisvogel. Ich nicht. Ich finde dich großartig.”

    Ob Du’s glaubst oder nicht, Dox, genau das möchte ich Eisvogel auch sagen! Auch der Begründung bezüglich der Übersetzungen, der Qualität der Texte und dem Genuss, sie zu lesen, kann ich nur zustimmen.

    Jetzt ist mir nur nicht ganz klar, inwiefern ich sie verkannt haben sollte und wo da der Zusammenhang zu Orwell bestehen könnte.

  • 30

    Kommentar von ohneland

    16. Januar 2008 @ 19:04

    Dox,

    und wie schätzt du die große invisible hand des liberalen Ökonomen Adam Smith ein? Ist es die Hand eines sorgenden Vaters, oder einer nährenden Mutter?
    Der Markt war auch ein Fürsorgeversprechen, aber was ist daraus geworden? Finanzkapitalismus!
    Ich bin keineswegs gegen den Markt, aber der Markt ist eine sehr voraussetzungsvolle Veranstaltung und diese unabdingbare Voraussetzung ist der Staat, ursprünglich die Negation der Räuberhöhle (Jean Bodin), heute allerdings diese selbst. Hayek hat die Rolle des Staates leider erst gegen Ende seines Lebens ein wenig begriffen. In seinen meisten Schriften war er ein leidenschaftlicher Messianist des radikalen Marktes und verdient es mit diesem Messianismus neben Marx genannt zu werden. Marx war ja auch kein lausiger Verteilungssozi, sondern er hat auf den Diamat, genauer gesagt auf den Histomat gesetzt. Streng genommen war er liberaler als Hayek, den Marx hat auf die geschichtliche Entwicklung gesetzt, während Hayek stets die Beseitigung des staatlichen Einflusses gepredigt hat. Es ist ein konsequenter Erfolg der Austrian school of economics, dass heute im Sinne des free market tausende Lobbyisten der Multis wie Parasiten auf der europäischen Bürokratie draufhängen um mit deren Hilfe die europäische mittelständische Wirtschaft zu zerstören.
    Die Linken zerstören die Nationalkultur und die Liberalen die Nationalökonomie, man kann genau genommen gar nicht sagen wer eine Radikalisierung von wem ist.
    Wir brauchen den Markt, aber nicht als Idol, sondern als Entdeckungsverfahren, damit die Wirtschaft so stark ist, dass aus dem Überschuss denen geholfen werden kann, die sich selbst nicht helfen können .Wir brauchen aber auch den Sozialstaat, aber nicht zum Zwecke der durch demagogische Sozialisten aller Parteien veranstalteten Ausbeutung der Tüchtigen durch die Faulen, sondern um die Zustimmung der Vielen zum vernünftig organisierten Ganzen zu gewährleisten.
    Der Staat ist, wie Carl Schmitt es ausgedrückt hat, die organisierte Einheit eines Volkes, er beruht auf einem konkreten Ethos, dass die jeweilige Identität eines bestimmten Volkes ausmacht. Ethos gründet immer in einer Religion. In der Religion definiert ein Volk, was es für verbindlich, für absolut hält. Das kann natürlich sein, der Markt, die Multikultur, Fußball, Fun, New Age usw. Das kann aber auch sein, die christliche Religion, die allerdings den Nachteil, oder Vorteil hat dass damit die Bürger und die Politiker für ihre Taten und Unterlassungen sich transmortal in Verantwortung genommen wissen. Das ist allerdings ein Unterschied ums Ganze
    Deswegen ist übrigens der Mohammedanismus eine Religion und nicht eine Ideologie, weil es dort auch so etwas wie transmortale Verantwortung gibt. Und ich habe es hier schon mehrmals Goethe zitiert. Gegen göttlich, dämonische Mächte hilft nur Gott.

  • 31

    Kommentar von ohneland

    16. Januar 2008 @ 19:16

    Murmel,

    verzeih mir, ich wollte dich nicht attackieren, dir auch nicht all das unterstellen, was ich da angeführt habe.
    Es ist meine vieleicht nicht sehr freundliche Methode irgend einen Eindruck aufzufangen um daraus dann meine Gedanken zu entwickeln.

    ohneland

  • 32

    Kommentar von Murmel

    16. Januar 2008 @ 19:58

    Ist schon in Ordnung, Ohneland.

    Aber um das nochmal klarzustellen, ich wollte doch gerade dafür plädieren, eigene Prinzipien eben NICHT zugunsten fremder wie all dem, was uns die Moslems da aufzwingen wollen, aufzugeben, weil das nicht mehr Toleranz, sondern Selbstaufgabe ist. Man könnte auch sagen: Keine Toleranz der Intoleranz. Ehrlich gesagt, mir kommt regelmäßig die Galle hoch, wenn ich diese Kopftücher hier ‘rumlaufen sehe.

  • 33

    Kommentar von Thatcher

    16. Januar 2008 @ 19:59

    @ ohneland

    Absolut grotesk, was Sie über Karl Popper ausschütten. Es gibt wohl kaum einen neuzeitlichen Philosophen, der so sehr wie er den religiösen und ideologischen Ballast aus Natur- und Politikwissenschaft entfernt hat. Eine offene Gesellschaft ermöglicht unterschiedlichen Auffassungen die Existenz, nicht aber den Aufstieg zu totalitärer Macht. Die Totalitaristen, die aus der offenen eine geschlossene Gesellschaft - die dann allerdings verbindliche Werte und Prinzipien hätte - machen wollen, bezeichnete er als “Feinde”. Das Dilemma, dass die Gewährung völliger Freiheit für jeden Einzelnen in die Abschaffung der Freiheit für alle führt, hat er klar erkannt, und daher rührt auch sein berühmter Ausspruch “Im Namen der Toleranz sollten wir uns herausnehmen, die Intoleranz nicht zu tolerieren.”

    Popper ist einer der schärfsten Gegner der Frankfurter-Schule-Totalitaristen gewesen. Das kann man am besten daran erkennen, dass er von Habermas angegangen wurde, der seine Philosophie des “Konservatismus” geziehen hatte. Er war es, der vor der radikalen Umwertung der Werte gewarnt hat, die die Freudomarxisten im Sinn hatten, denn wie alles Sozialistische beruht sie auf einem falschen Menschenbild und auf völlig verzogenen Geschichts- und Wissenschaftsbildern. In praktisch jedem Werk Poppers kommt sein Misstrauen vor allem Marxistischen klar zum Ausdruck.

    Selbstverständlich liegt eine gewisse Ethik einem Verhalten zugrunde, das den Popperschen Auffasssungen von wissenschaftlicher und politischer Redlichkeit genügt. Diese ist aber die vernünftigste und rationalistischste Ethik, die bisher formuliert wurde, und in jeder Hinsicht den ergebnisfixierten Ethiken religiöser und ideologischer Totalitaristen überlegen. Popper macht klar, wie man die Dinge angehen muss, um nicht aus Verblendung und Ignoranz große Fehler zu machen, sondern lieber kleine, die sich nicht vermeiden lassen. Revolutionen aller Art sollten misstrauisch machen.

    Aber Ihre Auffassung von Popper ist vermutlich in dem Moment determiniert gewesen, als Sie ihn gegen “Jahwe” zu Felde ziehen sahen. Von daher ist es wenig aussichtsreich, Ihre Sichtweise über Popper mildern zu wollen. Sie haben eben Ihre Prinzipien, aber allzu prinzipienfeste Leute sind eben auch gefährlich für das gedeihliche und friedliche Nebeneinander von Menschen mit unterschiedlichen Auffassungen. Mohammed, Marx, Lenin, Hitler, Fischer: Prinzipienlosigkeit kann man diesen Herren wohl allesamt nicht vorwerfen.

  • 34

    Kommentar von Time

    16. Januar 2008 @ 20:48

    Hallo allerseits,

    On Topic: Frankfurter Schule

    Mein Urgroßvater war Handwerksmeister mit einem gut laufenden Betrieb. Er hatte 10 Kinder. Von diesen starben 5 bevor sie 20 wurden. Die anderen erzog er mit unnachgiebiger, ja grausamer Strenge: Er besaß zB eine Stocksammlung, und die Kinder waren angewiesen, das dem Fehltritt entsprechende Gerät zur Bestrafung selbst zu apportieren. Er wies meinen Großonkel an, einen Brief wegzubringen. Als dieser sagte “Ja, gleich”, erhielt er einen Faustschlag, der ihm die Nase brach. Diese und viele andere Geschichten weiß ich, weil sie stolz und unbefangen weitererzählt wurde. Mein Großvater pflegte zu sagen: “Ich bin traurig über jeden Schlag, der daneben ging.” Die Idee, dass die eigenen Kinder eine Gefahr und Bedrohung für die Eltern seien, die dressiert und gnadenlos unterdrückt werden müßten, dass die Qualität der Erziehung also an der Zahl der Hiebe gemessen werden müsse, erstreckte sich bis in die Krippen - saugendes Monster Baby. Dies war bis zum Ende der Nazizeit der Fall, es war allgemeingültige Auffassung, nicht nur in meiner Familie, sondern allgemein in pädagogischen Büchern, in Kinderbüchern usw. Mein Großvater hat freiwillig im 1.WK gedient, dann nicht mehr so freiwillig - da er zwar in der NSDAP aber als Christ nazikritisch war - nochmal im 2. Als dieser zuende war, fragte man sich angesichts der ungeheuerlichen Verbrechen und Verwüstungen mE zurecht, was sind das für Seelen, die derartiges anrichten oder überhaupt ertragen können? Daran dachte ich, als ich auf Eisvogels Empfehlung hin bei Wikipedia nachfragend (”Frankfurter Schule”, war das nicht diese Labertasche Adorno?) dies fand:

    “So arbeiteten Adorno und Horkheimer im Exil unter anderem an einer umfangreichen Studie zum Autoritären Charakter und legten damit eine wichtige Arbeit zur Erklärung autoritärer Charaktertypen vor… Einen außergewöhnlichen Einfluss auf die Sozialwissenschaft (insbesondere auf die AMERIKANISCHE) erreichten das Institut und seine Mitarbeiter mit der Schrift “Die autoritäre Persönlichkeit”, in dem ausführliche empirische Untersuchungen mithilfe soziologischer und psychoanalytischer Kategorien durchgeführt wurden, die die Kräfte charakterisieren sollten, die Individuen dazu führen, sich faschistischen Bewegungen oder Parteien anzuschließen oder diese zu unterstützen.”

    Und dann erinnerte ich mich daran, dass meine Eltern, die mich NIE geschlagen haben (mein Vater war selbst auch noch massiv verprügelt worden), mir später immer Bücher des amerikanischen Psychologen Richard Dreykurs empfohlen hatten, Thema: DEMOKRATISCHE Erziehung.

    Wenn es nun so sein sollte, dass die Arbeiten DIESER Leute (die auf dem Foto doch erheblich sympatischer rüberkommen als jede vergleichbare Gruppe aus Orkistan) bewirkt hätten, dass die abscheuliche, brutale, grausame und unkooperative Pädagogik der vorbundesrepublikanischen Zeit via USA durch freundlichere und effektivere Ideen abgelöst worden wäre, dann wäre das mE ein großes Verdienst der og Gruppe, welches bei ihrer Beurteilung unbedingt berücksichtigt werden müßte.

    Mit freundlichen Grüßen

    von Time

  • 35

    Kommentar von Dox

    16. Januar 2008 @ 21:18

    Zu Murmel

    Entschuldige. Ich hatte dich mißverstanden, weil du K25 mit

    (Eisvogel:

    “Wenn doch alle Menschen in Freiheit nach ihrer Vorstellung leben dürfen: Why not the Muslims? Why not here?”) eingeleitet hattest. Ich dachte, dass du das für Eisvogels Meinung hieltest. Hat sich also erledigt.

    Zu ohnehand:

    In K 27 lese ich “Es ist die Feindschaft des Verstandes gegen den Geist. Die Mohammedaner sind der äußere Feind, Popper der innere Feind. Er ist gefährlicher als Kommunismus oder Kapitalismus, er ist Sozialdemokratismus, das ist menschenfreundliche Menschenfresserei, ein langsam wirkendes tödliches Gift, eine als Streichelzoo geführte Schlachtkälberzucht.” Ich kann schon mit der Feindschaft des Verstandes gegen den Geist nichts anfangen. Noch weniger mit der Gleichsetzung von Kommunismus und Kapitalismus. Und was soll denn eine menschfreundliche Menschenfresserei sein? Das kommt mir wie das rot schimmernde Grün vor.

    Zu K 30

    Da lese ich “Ich bin keineswegs gegen den Markt, aber der Markt ist eine sehr voraussetzungsvolle Veranstaltung und diese unabdingbare Voraussetzung ist der Staat.” Nein, das kann auch ein Automat sein. Adam Smith hat nie behauptet, dass der Markt vorraussetzungslos ist. Er war es ja gerade, der die Vorraussetzungen genannt hatte, damit die unsichtbare Hand sich entfalten kann. Sie sind bis heute gültig.

    Dann schreibst du: “Marx war ja auch kein lausiger Verteilungssozi… Streng genommen war er liberaler als Hayek, den Marx hat auf die geschichtliche Entwicklung gesetzt, während Hayek stets die Beseitigung des staatlichen Einflusses gepredigt hat.” Marx wollte Smith widerlegen, was wohl nie aufhören wird. Da entdeckt und veröffentlicht ein armer Schotte 1776 die Grundgesetze der Wirtschaft und alle Weltverbesserer neiden es ihm. Der radikalste war Marx. Während Smith das Eigentum für die Wohlstandsbildung vorraussetzt, glaubt Marx, das man es abschaffen muss, um Wohlstand zu bilden. Eigentum verschafft Freiheit. Er empfahl die Freiheit abzuschaffen. Nein, ich will nicht mehr darüber reden. Es ist mir zu dumm. Marx liberaler als Hayek? Das geht zu weit!

  • 36

    Kommentar von Steppenwolf

    16. Januar 2008 @ 21:52

    PC= Neusprech (G.Orwell)
    ist ein unsägliches Konglomerat aus Humanismus, Toleranz und Liberalismus.

    Einzig zu dem Zweck geschaffen, das Denken der Menschen in eine gewünschte Richtung zu lenken und selbständiges Denken zu verhindern.

    Warum ausgerechnet die Mischung aus den o.g. Dreien?

    Diese erwecken in den Menschen, das was erwünscht ist um eine schleichende Diktatur zu etablieren, nämlich positive Gefühle.

    Das Gefühl auf der intellektuell richtigen Seite zu stehen.

    Mit diesem Gefühl der moralischen Überlegenheit lassen sich alle Argumente der nicht Gleichgeschalteten gnadenlos niederschmettern, ohne in die Verlegenheit zu kommen, ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.

    PC ist die perfideste geistige Gleichschaltung, die es je gab.

    In den zivilisierten Staaten beruht Diktatur nicht mehr auf Waffengewalt, sondern auf den sogenannten“ Rechtstaat“, der entsprechende Gesetze erläßt, um PC durchzusetzen ( Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und ähnliche).

    Die Zeit, in der Menschen frei denken konnten und noch eingeschränkt können, läuft ab.

  • 37

    Kommentar von Time

    16. Januar 2008 @ 22:26

    Hallo Steppenwolf,

    machen Sie sich bitte keine Gedanken um eine evtl ablaufende Zeit: Es gibt KEINE ZEIT (Zeit ist eine Hilfskonstruktion)!

    Wissend,

    TIME

  • 38

    Kommentar von Ratio

    16. Januar 2008 @ 23:02

    Freund ohnverstand wir langsam lästig. Große Klappe, nix dahinter.

    Ferndiagnose: weiblich. Soviel hirnrissigen Quatsch, Kraut und Rüben so wortreich und gewandt quasi am Fließband abzusondern, das schafft kaum ein männliches Wesen.

  • 39

    Kommentar von Ratio

    16. Januar 2008 @ 23:04

    Sorry, “ohneland” nennt sie sich.

  • 40

    Kommentar von Time

    16. Januar 2008 @ 23:53

    Ratio, das gefährlich schnappende Gebiss ohne Eigentümer, gleichwohl schillernd in edelndstem Metall, mithin mindestens ein Freigelassener, ein Furor, unberechenbar, das erste Gebiss mit Bürgerstatus aller Zeiten, taxiert Gärtner Ohneland, der/die wundervolle Blumen-Kreationen aus dem Leichnam meines geliebten Lehrers Karl Popper erwachsen lassen möchte, daraus wird der größte Kürbis aller Zeiten, garantiert. Um den Garten von Eisvogel schleicht ein wissenshungriger Steppenwolf. Damit mich TC-the-gun nicht entdeckt, verstecke ich mich auf dem Dachboden, bis the air is free again!

    Ich mag Euch Leute,

    Time

  • 41

    Kommentar von ohneland

    17. Januar 2008 @ 1:09

    Thatcher,
    ich ziehe den Hut vor ihrer feinen Klinge und ihrer Vornehmheit. Ich beharre aber darauf, der liberale Totalitarismus mit dem wir jetzt konfrontiert, sind ist die von Popper propagierte offene Gesellschaft. Wir sind einfach offen für alles und alle, und das nennen wir liberal und human. Und für nichts mehr zu stehen, das nennen wir Toleranz. Ich bestreite ja nicht, dass Popper alles gut gemeint hat, aber bekanntlich liegt politisch meist genau darin die Katastrophe. Der prinzipielle Mangel bei Popper ist, dass er im Anschluß an Kant und diesen radikalisierend, in seinen Prinzipien völlig formal bleibt, sodass einfach jeder, von Helmut Schmidt bis Jörg Haider, das in die offene Gesellschaft hineininterpretieren kann, was ihm gerade recht ist.

    Ich behaupte, dass der große Konsens betreffend der offenen Gesellschaft eine wesentliche Beeinträchtigung unserer Abwehrkräfte darstellt. Es ist eine Voraussetzung die einfach zu hinterfragen ist.

    Dox,

    ich habe etwas pointiert behauptet, dass Marx liberaler war als Hayek, weil er für das Kommen seiner Utopie keiner Interventionen bedurfte. Er meinte, das würde die Geschichte auf Grund ihrer Widersprüche selbst hervorbringen. Erst Lenin hat begonnen nachzuhelfen.
    Hayek higegen war ein Interventionist vor der Geschichte weil er zu Interventinen aufgefordert hat, eben die Beschränkungen des Marktes durch den Staat aufzuheben. Das macht ja nun die EU vorzüglich.

    Der “Menschenfreundliche Menschenfresser” ist ein Buch und eine Metapher auf den Sozialstaat.

    Und was sich so verirrt hat, es ist doch Geist (Carl Schmitt)

  • 42

    Kommentar von Steppenwolf

    17. Januar 2008 @ 1:50

    Hallo time ,
    auch Menschen, die in der Lage sind sich Metaphern auszudrücken, können dumm wie Bohnenstroh sein.
    Man braucht nur einen gewissen “time” als Beispiel in Erwägung zu ziehen.
    Deine Überheblichkeit ist einfach penetrant.
    Es liegt mir fern in diesem Blogg jemanden persönlich anzugreifen.
    Aber deine penetrante Art fordert es geradezu heraus.

    Das war das erste und letzte Mal, daß ich mich zu deiner Person äußere.

  • 43

    Kommentar von Two-Time

    17. Januar 2008 @ 3:00

    HALLO BÜRGER BOHNENSTROH - Sleep tight- alright - I am ready to fight for Your RIGHT - to be a just the same old fucking Bohnenstroh again - Loving CITIZEN TIME

  • 44

    Kommentar von Eisvogel

    17. Januar 2008 @ 10:31

    @Dox: Ich habe das Gespräch mit Dir doch nicht eingestellt. Ich habe nur nicht jeden Tag Zeit für den Blog.

    Ich bin auch für einen sehr schlanken Staat und sehe die Probleme des Sozialstaats. Ich finde den Zusammenhang aber nicht korrekt, dass er die Ursache für die Masseneinwanderung ist. Klar, Leute fühlen sich davon angezogen. Aber ich fühle mich auch von viel angezogen - das heißt noch lange nicht, dass ich es bekomme.

    Steckt darin nicht die Grundannahme, dass wir unseren Staat so “hässlich” für Unterschichten machen müssen, damit sie von selber fortbleiben? Haben wir damit nicht zugegeben, dass wir gar nicht mehr die Möglichkeit oder das Recht haben, selber zu sagen: “Du bleibst auch dann draußen, wenn’s Dir hier gefallen würde?”

    Theoretisch hätten wir doch das Recht, hier den supertollen Sozialstaat-de-luxe zu haben und müssten trotzdem keinen einzigen Einwanderer nehmen, der nach ihm giert. Die Golfemirate haben soziale Versorgung für die Einheimischen, neben dem der deutsche Nanny-Staat wie Raubtierkapitalismus wirkt. Die haben keine Einwanderer in die Sozialsysteme. Das heißt, das ist nicht zwangsläufig.

    Ich halte diese Unterscheidung für wichtig. Ich halte es für wichtig, festzulegen, dass Dinge, die uns gehören, UNS gehören und nicht irgendwelchen Anatoliern oder Drittweltlern - auch wenn es nur ein zugegebenermaßen höchst ungesundes Wohlfahrtssystem ist.

    Und jetzt werde ich noch richtig politisch inkorrekt: Ich glaube nicht, dass eine Abschaffung der Sozialhilfe die “Rütli-Borats” zum Arbeiten brächte. Sie müssten dann eben ausschließlich von Kriminalität leben und nicht nur als Zubrot.

    Ich kenne solche Jungs persönlich und habe ihnen auch bei den Hausaufgaben geholfen und beim Wer-wird-Millionär-Gucken zugehört. Ganz ehrlich: Die können das nicht. Die können schlicht und einfach keine Berufsausbildung machen und wir brauchen nicht so viele Hofkehrer. Ganz davon abgesehen, dass man ja bei dem “ungebrieften” jungen Türken gesehen hat, welche seriösen Berufswünsche bei denen so in den Köpfen rumspuken: Türsteher, Personenschützer und Fußballprofi.

    Das braucht ein Hochindustrieland, das in der technologischen Weltspitze dabei sein muss, um Wohlstand zu wahren, ganz dringend. :roll:

    Das einzige, was sie noch können, ist “Menschenrechtsanwältin” und sonstiger Sozial- und Verbandskram.

    Sie haben schlicht und einfach nicht den Verstand dazu, in dieser Gesellschaft hochzukommen. Sie sind wie wir Laborratten in einem schrecklichen Experiment, das angetreten ist, zu beweisen, dass alle Menschen gleich sind und dass Intelligenz nur von den “sozialen Voraussetzungen” abhängt und das Tag für Tag das Gegenteil beweist.

  • 45

    Kommentar von Eisvogel

    17. Januar 2008 @ 10:46

    @Time: Wenn die Frankfurter Schule dazu beigetragen hat,