EU-Vertrag - Keine Ahnung was drinsteht und trotzdem dafür

von Eisvogel um 17:03 am 25. April 2008

Als ich noch in der Schule war, passierte es fast immer, dass beim Herumgehen einer Unterschriftenliste (für den Ankauf eines Buches z.B.) irgendein Scherzbold auf die Rückseite geschrieben hat:

Ich verpflichte mich zu 10 Jahren Zwangsarbeit im Steinbruch.

Ich weiß, das ist nicht sonderlich lustig. Es ist aber grundsätzlich nicht sonderlich lustig, wenn man etwas unterschreibt oder für etwas stimmt, was man nicht gelesen hat:

Fast 90% der Bundestagsabgeordneten haben gestern für den EU-Reformvertrag gestimmt.

Ob das besser oder schlimmer ist als 10 Jahre Zwangsarbeit im Steinbruch, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedoch: Sie haben ihn nicht gelesen!

Die Website Radio Utopie berichtet, dass keiner derjenigen, die dafür gestimmt haben, den Vertrag gelesen hat. Woher aber wollen die wissen, was unsere Abgeordneten lesen? Nun, sie behaupten, dass sie den Vertrag deshalb nicht gelesen haben, weil er gar nicht zum Lesen vorliegt.

Sie zitieren dazu den dänischen EU-Abeordneten Jens-Peter Bonde auf einer Veranstaltung in Irland (ein Video der Veranstaltung ist auf der Seite anzusehen):

Der Vertragstext den die Staats- und Regierungschefs unterzeichnet haben wurde von selbigen überhaupt nicht gelesen. Warum wurde er nicht gelesen ? Weil er gar nicht lesbar ist!

Dies ist kein Vertrag, sondern 300 Verweise, die sich auf 3.000 Regelungen in verschiedenen anderen Verträgen beziehen.

Sie können nur jeden Verweis einzeln lesen, um zu verstehen, auf welche Vertragsregelung er sich bezieht. Dazu müssen Sie den Verweis in die dazugehörige Passage des betreffenden Vertrages einfügen, damit sich Ihnen der Zusammenhang und somit die Bedeutung überhaupt erschließt.

Die Mitglieder des Europäischen Rates haben erklärt, dass Sie den EU-Abgeordneten die Lesearbeit bereits abgenommen hätten. Der Europäische Rat hat die Anweisung erteilt, dass keine Institution in der Europäischen Union die Erlaubnis erhält, eine konsolidierte und lesbare Version des EU-Reformvertrags zu drucken oder zu publizieren, bevor nicht alle 27 Mitgliedsstaaten diesem Vertragswerk zugestimmt haben. Das ist eine Entscheidung !

Das Europaparlament hat im Ausschuss für Verfassungsangelegenheiten einstimmig gefordert, dass eine konsolidierte und leicht lesbare Fassung des Vertragswerkes herausgegeben wird, die von jeder BürgerIn verstanden werden kann.

Wir werden eine solche Fassung nicht bekommen, da höhere Ebenen beschlossen haben, dass wir sie nicht haben dürfen. Es ist die Entscheidung einiger Staats- und Regierungschefs, die nicht möchten, dass dieser Vertragstext gelesen werden kann - die Anordnung lautet „unterschreiben !“

Die höhere Ebene hat dann die Präsentationsform des Vertrages geändert. Sie haben das Wort „Verfassung“ von der Titelseite gestrichen, doch wenn Sie die Deklaration 27 des Vertrages lesen, werden Sie erneut das Wort „Verfassung“ vorfinden. Hierbei bezieht man sich dann auf diverse Urteile des Europäischen Gerichtshofes in Luxemburg, in dem es heißt, das die EU ein legitimiertes Verfassungssystem sei.”

Radio Utopie ist - wie es aussieht - ein linke Seite. Ich habe mir ihre andere Berichterstattung nur oberflächlich angesehen und glaube, dass ich mit so manchem nicht übereinstimmen würde. Allerdings: Die Berichterstattung zum EU-Vertrag ist m.E. nicht schlecht, zumindest finde ich, dass sie als Diskussionsgrundlage besser taugt als die hohlen Phrasen der Politiker und Mainstreammedien. Im weiteren geben sie ein abstruses Beispiel für die unsägliche Verwirrung:

Unter Punkt 292 heisst es: “Artikel 310 wird Artikel 188m.”
Auf Seite 107 werden dann in einer Grafik neue Numerierungen vergeben und Verweise auf andere Gesetze und Artikel gelegt, die ebenfalls nirgendwo zu finden sind.
Unter “Bisherige Nummerierung des Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft” heisst es:
“Artikel 310 (umgestellt)”.
Im nächsten Teil der Grafik “Nummerierung im Vertrag von Lissabon” heisst der Artikel dann “Artikel 188m”
Ganz rechts wird dann unter “Neue Nummerierung des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union”
der bisher unauffindbare Artikel 310 zu Artikel 217 des “Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union”, der natürlich auch leider gerade mal nicht bei der Hand ist.Nun, sucht man sich die also die “Konsolidierte Fassungen des Vertrags über die Europäische Union und des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union” in der Weltbibliothek Internet heraus, weiss man, was der deutsche Bundestag heute beschlossen hat, ohne es zu wissen:
Unter “Titel V”, “Internationale Übereinkünfte” liest man auf Seite 189 folgendes:Artikel 217
(ex-Artikel 310 EGV)
Die Union kann mit einem oder mehreren Drittländern oder einer oder mehreren internationalen
Organisationen Abkommen schließen, die eine Assoziierung mit gegenseitigen Rechten und
Pflichten, gemeinsamem Vorgehen und besonderen Verfahren herstellen

Haben Sie das verstanden?

Offenbar ist es der Teil, der den Weg für die Mittelmeerunion frei macht.

Haben Sie Lust, so etwas zu lesen?

Haben Sie Lust, 300 wirre Verweise auf 3000 Regelungen in verschiedenen Verträgen in dieser Art zu lesen?

Glauben Sie ernsthaft, dass das auch nur einer der Abgeordneten, die dafür gestimmt haben, getan hat?

Muss man auch nicht. Es wird schon seine Richtigkeit haben. Frau Merkel, die Schlange, von der die Idee stammt, die von Holländern und Franzosen abgelehnte EU-Verfassung durchzudrücken, indem man sie einfach hex-hex in EU-Reformvertrag umbenennt, wird es schon besser wissen.

Ihr Fazit: „Der neue Vertrag ist gut für Europa.“

Na, dann bin ich aber beruhigt.

Einzig die Linke, nun wirklich nicht meine bevorzugte Partei, widersetzte sich dem Vertragswerk, teilweise aus typisch linken Gründen (der Vertrag und die gesamte EU ist ihnen zu “neoliberal”), aber teilweise auch mit sehr richtiger Begründung. Bisky sagte nämlich:

„Dass Sie die Bevölkerung von der Entscheidung ausschließen, zeigt, dass Sie dem Vertrag von Lissabon selbst nicht über den Weg trauen.“

Und da kann er noch so links sein, da hat er Recht. Die von Radio Utopie erhobene Behauptung, der Vertrag liege zum Lesen gar nicht vor, wird übrigens auch von der Seite des deutschen Bundestags bestätigt. Darin steht unter anderem:

In einem Antrag verlangte sie (16/7446) [DIE LINKE], den Reformvertrag in allen europäischen Amtssprachen anzufertigen und den Bürgern in gedruckter sowie in elektronischer Form zugänglich zu machen. Auch der Antrag wurde abgelehnt.

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Ein Antrag, der nichts weiter beinhaltet als dass ein Vertrag, der weitreichende Konsequenzen hat und über den abgestimmt wird, gedruckt und elektronisch vorzuliegen habe, wird abgelehnt.

Wer möchte sich vorwagen und behaupten, das wäre eine Demokratie?

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170 Kommentare »

  • 1

    Kommentar von Hans

    25. April 2008 @ 17:21

    Fällt hier keinem auf, dass wir gestern unterlaufen worden sind?

    Der EU-Vertrag ist von unserem Parlament ratifiziert worden.

    Warum ich total dagegen bin?”

    Weil unter gewissen Umständen (Aufruhr) die Todesstrafe wieder eingeführt werden kann, weil Deutschland dann von Bürokraten aus Brüssel, die nicht demokratisch gewählt sind, regiert wird, also eine Diktatur gleich kommt, weil es dann einen europäischen Präsidenten gibt, nämlich Toni Blair der Oberlügner, Kriegshetzer und Polizeistaatler, der neue Diktator Europas, weil das EU-Parlament nichtmal mehr über Gesetze abstimmen kann, sondern nur noch gehört wird, weil dann Kriegeinsätze befohlen werden können, ohne Zustimmung der Länder und vieles mehr.

    Die Staaten in der EU sind damit völlig entmachtet … haben nichts mehr zu sagen … die Länderparlamente vollziehen dann nur noch das Diktat aus Brüssel.

    Das ist das Ende der Demokratie in Europa … und Zerstörung der Verfassungen und des Grundgesetzes, weil die EU-Gesetze Vorrang haben. Und die werden von einer nichtgewählten Clique bestimmt.

    Ist doch super, dann können wir in Zukunft Hinrichtungen wieder erleben … live im TV übertragen.

    Wacht doch auf…wir sollen nicht nur von Muslim-Seite entmachtet werden!!!

    Ist es nicht auffällig, dass Kritiker zB von Jo Leinen,SPD-Europa-Politiker, kurzerhand in die rechte Ecke gestellt werden?
    Woher kennen wir dieses Gefühl?

    Ich war früher für ewg& Eu(übrigens auch sehr fremdenfreundlich blauäugig)

    ABER SO NICHT!!!!!

    [hierher verschoben von einem anderen Artikel]

  • 2

    Kommentar von Hans

    25. April 2008 @ 17:21

    Achja - Aufruhr kann definiert werden - wie der Gummiparagraf Online-Durchsuchung.

    Eine Demo gegen den Türkei-Beitritt, bei dem es zu Gewalttätigkeiten kommen könnteund SIE verhaftet würden, könnte Sie den Kopf kosten.

    Es sind ja noch nie Unbeteiligte zur Abschreckung geopfert worden und es sind auch noch nie Agents Provokateurs vom - Haha - Verfassungsschutz in Demos gewalttätig geworden, gelle? (Ironie off)

    1933 meets 1984

    [hierher verschoben von einem anderen Artikel]

  • 3

    Kommentar von Dox

    25. April 2008 @ 17:31

    “Wer möchte sich vorwagen und behaupten, das wäre eine Demokratie?”

    Ich wage mich mal vor und behaupte, dass ganz genau so auch unsere Demokratie funktioniert. Die meisten Abgeordneten beschließen Regelungen, die sie entweder nicht gelesen oder nicht verstanden oder nicht durchdacht haben. Besser funktioniert die amerikanische Demokratie, aber bei weitem nicht gut genug. Im alten Griechenland durften nur Männer über 40 wählen. Also nur Leute, deren Alter über der durchschnittlichen Lebenserwartung lag. Diese Regelung sollten wir einführen.

  • 4

    Kommentar von Eisvogel

    25. April 2008 @ 17:43

    Ich finde schon, dass unsere Demokratie früher besser funktioniert hat, Dox. Es war zumindest möglich, sich mit etwas zu befassen, bevor man dafür gestimmt hat.

    Aber hier ist es nicht einmal möglich gewesen. Und dennoch haben 90% dafür gestimmt. Ganz davon abgesehen, dass wirklich keinerlei öffentliche Debatte darüber stattgefunden hat.

    Außerdem ist es einem normal intelligenten Menschen möglich, das Grundgesetz zu lesen und den Aufbau der Bundesrepublik Deutschland zu verstehen.

    Bei der EU ist das nicht möglich.

    Und die Politikverdrossenheit des angeblich dummen Volkes liegt vermutlich auch daran, dass die Menschen unterschwellig mitbekommen haben, dass es vollkommen gleichgültig ist, was man wählt, da die Befehle ja ohnehin aus Brüssel kommen und im Parlament nur durchgewunken werden.

  • 5

    Kommentar von Eisvogel

    25. April 2008 @ 17:54

    Übrigens wird es ja noch ein Referendum in Irland geben. Dazu schreibt mehr-demokratie.de

    Doch im Vergleich dazu, was sich letzthin in Straßburg ereignete, ist dies eher ein geringfügiger Verstoß gegen die Demokratie.

    Thema der dortigen Debatte war der so genannte “Corbett-de-Vigo-Report über den Lissabonvertrag”, zum dem es Änderungsanträge gab, die ihrerseits der Abstimmung bedurften, bevor über den eigentlichen Vertrag abgestimmt wurde.

    Einer dieser Änderungsanträge - Änderungsantrag 32 - schlägt vor, dass das Europaparlament “sich verpflichtet, das Resultat des Referendums in Irland anzuerkennen”. Anders ausgedrückt: Soll das Parlament das Ergebnis des irischen Volksentscheids über den Lissabonvertrag respektieren, der voraussichtlich Anfang Juni 2008 erfolgen wird?

    Dieser Antrag wurde von 499 Abgeordnete abgelehnt. Bei 33 Enthaltungen befürworteten ihn lediglich 129.

    Tolles Referendum. Die Iren gehen zur Wahl und wissen jetzt schon, dass es scheißegal ist, wie sie abstimmen. Nein. Korrektur. Wahrscheinlich wissen das die meisten Iren nicht, es ist aber dennoch bereits beschlossen.

  • 6

    Kommentar von Dox

    25. April 2008 @ 18:28

    Natürlich ist das zutiefst undemokratisch und empörend. Aber dasselbe kann auch in einer dämlich organisierten Demokratie passieren. Bei sinnvollen Gesetzen ist es mir egal, wo sie herkommen, vom König und seinen Räten oder vom gewählten Parlament. Die EU-Führung ist ein Haufen verantwortungsloser Dummköpfe, eine Negativauslese und die Merkel macht nicht einmal Anstalten, uns davor zu beschützen. Keine Frage, was da passiert ist, ist ein Skandal. Aber solange Wähler nicht gebildet sind, schützt auch keine Demokratie vor solchen Auswüchsen. Eine Demokratie bringt nur dann etwas, wenn man die Lebenserfahrendsten die Regierung bestimmen läßt.

  • 7

    Kommentar von Carolina

    26. April 2008 @ 6:39

    @ Eisvogel:

    “Und die Politikverdrossenheit des angeblich dummen Volkes liegt vermutlich auch daran, dass die Menschen unterschwellig mitbekommen haben, dass es vollkommen gleichgültig ist, was man wählt, da die Befehle ja ohnehin aus Brüssel kommen und im Parlament nur durchgewunken werden.”

    Das kann ich bestätigen. Ich spreche oft mit Leuten auf der Strasse und die Mehrheit (mit wachsender Tendenz) haben ein sehr ungutes Gefühl und sind der Meinung, dass es in absehbarer Zeit hier kracht. Dieses Gefühl drückt sich allerdings nicht so sehr im Wahlverhalten aus, sei es weil es eh egal ist wen man wählt - wie Du sagst -, sei es, dass man nicht zur Wahl geht (ca. 40%), da es keine Alternative gibt.

    Dieser Vertrag muss noch im Bundesrat ratifiziert und vom Bundespräsident unterschrieben werden. Es gibt allerdings eine Klage beim BFG von Herrn Gauweiler und Prof. Schachtschneider dagegen und bis dies geklärt ist, darf Köhler meines Wissens nach nicht unterschreiben.

    Was denkt Ihr, welche Chance hat diese Klage?

  • 8

    Kommentar von Deep Roots

    26. April 2008 @ 13:55

    In Österreich sind wir genauso unterlaufen worden. Das Parlament hat die Querverweisesammlung namens „EU-Reformvertrag“ ratifiziert, im Bundesrat (=Länderkammer) durfte Haider seine kritische Rede hierzu nicht vor der Beschlußfassung halten, obwohl er als Landeshauptmann das Recht dazu gehabt hätte, und wer jetzt noch darauf hofft, daß die rote Oberstinksocke in der Hofburg doch nicht unterzeichnet, ist ein hoffnungsloser Fall. Die von der überparteilichen Plattform „Rettet Österreich“ angestrebte Verfassungsklage ist auch nur eine noble Geste im Sinne des Untergehens mit wehender Flagge (aber ich werde trotzdem dafür spenden!).

    Und das hier:

    „Der Europäische Rat hat die Anweisung erteilt, dass keine Institution in der Europäischen Union die Erlaubnis erhält, eine konsolidierte und lesbare Version des EU-Reformvertrags zu drucken oder zu publizieren, bevor nicht alle 27 Mitgliedsstaaten diesem Vertragswerk zugestimmt haben. Das ist eine Entscheidung !“

    ist ja die Oberfrechheit! Spätestens jetzt müßte es selbst den Gutgläubigsten dämmern, wohin der Zug fährt. Wer jetzt noch glaubt, daß das EU-Regime das alles nur zu unserem Besten betreibt, könnte sich genausogut das Hirn rausnehmen lassen – es würde keinen Unterschied machen.

    Die Demokratie ist tot – und bis wir wieder zuversichtlich ausrufen können: „Es lebe die Demokratie!“ wird wohl leider noch sehr viel mehr tot sein, so schwer wir uns das auch jetzt noch vorstellen können.

    Zum Thema „Aufruhr“ fällt mir ein, daß es vor kurzem ein gemeinsames Manöver des österreichischen Bundesheeres mit slowenischen Einheiten auf dem Truppenübungsplatz Allentsteig gab. Manöverlage: „Niederschlagung eines Aufstandes“. In den Medien wurde kaum darüber berichtet. Aber es gab Mutmaßungen, daß hier schon die Zukunft geprobt wurde: die Niederschlagung von Aufständen in einem EU-Land durch Truppen eines anderen, die sich im Gegensatz zu inländischen Soldaten nicht mit der Bevölkerung solidarisieren würden. Eine düstere Aussicht: Slowenische Truppen würden nach Österreich geschickt, um unbotmäßige Untertanen zu disziplinieren; französische oder polnische Soldaten zu gleichem Zweck nach Deutschland, deutsche Soldaten müßten womöglich dänische oder holländische Bürger wieder unters EU-Joch zwingen…
    Man mag sich gar nicht vorstellen, was das hinsichtlich des Verhältnisses der europäischen Völker zueinander anrichten würde – und das von einer Organisation, die sich unter anderem mit dem Anspruch präsentiert, die (einzige) Lösung für dauerhaften Frieden in Europa zu sein!

    Aber angesichts der zunehmend frecheren Vorgangsweise der Brüsslokratie bei der Errichtung ihrer Diktatur wird so etwas immer vorstellbarer.

    @ Dox und Eisvogel bezüglich des Funktionierens der Demokratie etc.:
    Einer Anhebung des Wahlalters kann ich auch einiges abgewinnen. In Sparta z. B. waren auch nur die „Spartiaten“, d. h. die wehrfähigen Männer über 30, in der Ratsversammlung stimmberechtigt.

    Ich meine aber, daß wir das Argument mit der höheren Lebenserfahrung nicht allzusehr strapazieren sollten, da es dann mit gleicher Berechtigung von noch Älteren gegen uns angewandt werden könnte (so in der Art: „…was haben denn die jungen Hupfer unter 50 da überhaupt mitzureden?“).
    Es wäre ja schon sehr wertvoll, das Mindestwahlalter nur um ein paar Jahre anzuheben, wodurch die nachpubertären, noch sehr in unreifer Verweigerungshaltung des Erwachsenwerdens befangenen Jahrgänge vorerst vom Wählen ferngehalten würden und noch etwas Lebenserfahrung ansammeln könnten. Eventuell könnte man das Wahlrecht für Jungwähler zunächst noch auf Kommunalebene beschränken.
    Zusammen mit der hohen Lebenserwartung und dem fehlenden „youth bulge“ in unseren westlichen Gesellschaften sowie der Tatsache, daß ohnehin nur bei einem Viertel aller Jahrgänge das Erreichen des Wahlalters mit einem Wahltermin zusammenfällt und die anderen bis zu vier Jahre warten müssen, wäre so für einen ausreichend hohen Anteil an Lebenserfahrenen in der Wählerschaft gesorgt.

    Eine Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre (wie bei uns in Österreich) halte ich jedenfalls für komplett verkehrt. Wie sieht’s damit bei euch in Deutschland aus?

    Eine strikte Beschränkung der „Dummfugologie“ im Bildungswesen zugunsten echter Bildung – wie von Eisvogel schon mal angeregt – wäre auch ein Gewinn für die Gesellschaft.

    Hinsichtlich des Funktionierens der Demokratie meine ich, daß die Abgeordneten bisher vielleicht auch nicht alles verstanden oder überhaupt gelesen haben, was sie so an Gesetzen verabschiedet haben, aber sicher noch eher als beim jetzigen EU-Regelungswust (allein schon vom schieren Umfang her).
    Und vor allem: Selbst wenn die Parlamentarier (und die Bürger) die Gesetze nicht ganz verstanden hätten – deren Auswirkungen sind für die Bürger spürbar. Und in einer echten, souveränen Demokratie brachte es noch was, die Regierung abzuwählen, weil sie schlechte Gesetze einführte, denn es gab die Chance, daß die neugewählte Regierung Dinge rückgängig machte, deretwegen die alte abgewählt wurde.

    Bei den heutigen Statthaltern des EU-Regimes ist das hingegen zwecklos – die können nichts ändern, was die EU einmal eingeführt hat. Wos liegt, des pickt, wie wir in Österreich sagen…

    R.I.P., europäische Demokratie. Wir werden es vielleicht nicht mehr erleben, daß es eine Neuauflage gibt.

    In düsterer Stimmung,
    Deep Roots

  • 9

    Kommentar von Vulture

    26. April 2008 @ 15:22

    Wenn ich mir überlege, daß gleichzeitig die Überwachung von uns allen immer mehr verstärkt wird, bekomme ich echte, persönliche Angst.
    Wir sind bald an der Grenze angekommen, an der man besser nicht öffentlich sagt, was getan werden müßte.

    Ich habe das Gefühl, es wird schlimmer, als wir es uns jetzt vorstellen können.

    Vulture

  • 10

    Kommentar von Transatlantic Conservative

    26. April 2008 @ 16:12

    Mit einer aehnlichen Argumentation, aus der heraus hierzulande in diesem Jahr viele Republikaner fuer Obama Hussein oder Hildebeast waehlen werden, kann man sich als Europaeer doch vielleicht die Frage stellen, ob es sich nicht anboete, den Dingen ihren Lauf zu lassen, bis zu einem Zeitpunkt, zu dem sich ein besserer Hebel bietet, um das Pendel wieder in die richtige Richtung zu schwingen.

    Deep Roots schreibt:

    “jetzt müßte es selbst den Gutgläubigsten dämmern, wohin der Zug fährt. Wer jetzt noch glaubt, daß das EU-Regime das alles nur zu unserem Besten betreibt, könnte sich genausogut das Hirn rausnehmen lassen – es würde keinen Unterschied machen. Die Demokratie ist tot – und bis wir wieder zuversichtlich ausrufen können: „Es lebe die Demokratie!“ wird wohl leider noch sehr viel mehr tot sein, so schwer wir uns das auch jetzt noch vorstellen können.”

    Ich kann Dir da nur beipflichten, Deep Roots, da ist nichts mehr zu reissen und ich komme langsam zu der Einsicht, dass wir (fuer eine Weile) mit der Stroemung gehen muessen, wenn wir hier, aus Eisvogels Salon, diese Zeit ueberhaupt in persoenlicher Freiheit (also nicht eingekerkert) ueberstehen wollen.

    Von Freunden aus der Administration hoere ich aehnliche Geschichten, wie die Schilderungen Deep Roots zum Thema Unterdrueckung von Aufstaenden. In der deutschen Bereitschaftspolizei galt schon in den spaeten 60ern das Prinzip, dass zu Demos in Frankfurt nur bayerische oder sonstige ortsfremde BePos geholt wurden. Das macht Sinn. Bei internationalen Bewegungen, wie hollaendische Soldaten nach Italien kommt noch hinzu, dass die Truppen nur schlecht mit Einheimischen kommunizieren koennen. Aber das sind alles nur Details, die den einen wichtigen Punkt lediglich verstaerken und besser umreissen. Ich spreche von der Tatsache, dass die Demokratie, wie wir sie kennen, am Ende ist. Wenn wir uns gegen diesen Fakt stemmen, machen wir uns zu Dinosauriern, und somit zu einem easy target. Go with the flow? For a while?

    Vielleicht liegen unsere Chancen, die Freiheit ueber den langen, dunklen, anstehenden Winter zu bringen, nicht im krampfhaften Erhalt der alten Demokratie?! Der Kapitalismus war in Europa sehr lange sehr krank. Er liegt, zusammen mit der Demokratie auf dem Sterbebett. R.I.P.!

    @ Dox
    Ich bin erst vor sehr kurzem dazu gekommen, einige Deiner Kommentare zu lesen. Willkommen hier. Danke fuer Deinen Dienst an der “Freien Welt” (?). Davon unabhaengig waere ich mir unsicher (s.o.) ob ich heute noch einem jungen Menschen den Dienst empfehlen wurde.

    @ Eisvogel
    Ich teile die Begeisterung Deiner anderen maennlichen Leser ueber die Commie-Showgirls unten im Sozialismus Thread. Mir war schon immer klar, welche erotischen Moeglichkeiten der sozialistische Realismus bietet. Auch diese prallen Zeppeline am Himmel und das dicke Rohr von diesem Sowjetpanzer … Hot stuff! Ist das Nato Stacheldraht, der da niedergewalzt wird im Vordergrund? Was ist das eigentlich fuer eine Geste, die die Maedels mit der linken Hand vollfuehren? So many unsolved questions. :mrgreen:

  • 11

    Kommentar von Transatlantic Conservative

    26. April 2008 @ 16:16

    EU-Vertag??

    In die Unendlichkeit vertagt haette mir der auch besser gefallen!

    Transat Siggi F.

  • 12

    Kommentar von D.N. Reb

    26. April 2008 @ 16:42

    Die Parlamentarier stimmen öfters über Sachen ab, die sie nicht lesen konnten. Schon von der Zeit her. Komischerweise. Der gesunde Menschenverstand würde sagen, stimme lieber dagegen, bevor Du für kollektiven Selbstmord stimmst. Aber nein, treu und brav wird das Schauspiel Demokratie im Bundestag zelebriert, weil niemand sagen will, dass der Kaiser nackt ist.

  • 13

    Kommentar von Transatlantic Conservative

    26. April 2008 @ 16:57

    The world - and especially Europe - changes at an incredible pace. European state governments ratify the EU Treaty against the will of the people. Germany did so two days ago. Being from Europe and looking back at it over my shoulder, feels like looking at a lost love. Truly lost!

  • 14

    Kommentar von Serbian girl

    26. April 2008 @ 17:38

    Die Mechanismen der Machtzentralisierung in den Händen von Brüssel werden immer bizarrer, - In der Vergangenheit wurden die Völker, die die EU Verfassung ablehnten, so lange befragt, bis das Ergebnis stimmte (danach aber nicht mehr). Jetzt wird schon im Voraus beschlossen, dass die Referendum-Ergebnisse nicht bindend sind.

    Das ist viel Stoff für künftige Satiriker.

    Ich freue mich schon jetzt auf die neuen Folgen der denkwürdigen Abenteuer des EU-Bürgers Iwan Tschonkin. Was der “EU Vertrag” angeht, kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier Herr Woland persönlich am Werk war. Keine Lesekopie vorhanden? Keine Angst, Manuskripte brennen nicht.

  • 15

    Kommentar von D.N. Reb

    26. April 2008 @ 19:20

    Nix gegen Voland, denn, was wäre das Licht ohne den Schatten? Nichts.

  • 16

    Kommentar von Deep Roots

    26. April 2008 @ 20:55

    @ Vulture: Die Sorge plagt mich auch.
    Wir müssen aufpassen, hier nicht zu viel über uns preiszugeben, mit dem sie womöglich unsere Identität herausfiltern können, und wir müssen auch vermeiden, hier etwas zu schreiben, aus dem sie uns einen rechtlichen Strick drehen können.
    Wir können nicht sicher sein, wie hoch die Mauern von Eisvogels „Burg Katzenstein“ jenseits des Atlantiks wirklich sind, und wie mannscharf die Krokodile in ihrem Burggraben. Ich muß da oft an die Schweiz und einen gewissen Anwalt Kettiger denken.
    Ich bin auch froh, daß Eisvogel ihr Inkognito so konsequent wahrt. Das Beispiel von PI (und da besonders die Fälle von Jens Jessen und Stefan Herre) zeigt, wie exponiert man als öffentlich bekannter Blogger ist und wie sehr das den Spielraum dessen einengt, was man auf seinem Blog zulassen kann. Vielleicht war ich da etwas ungerecht, als ich ihnen „Schwitzertum“ vorgeworfen habe…

    @ TC:
    Zunächst mal danke für die Übersetzung der köstlichen Eisenbahn-Minidramen von Baron Bodissey! Ich wollte sie schon selber übersetzen, um sie einem Freund zu mailen – da habe ich gesehen, daß du mir die Arbeit abgenommen hast. Das Thema, einschließlich des auslösenden Artikels von El Ingles, hat mich stark an das erinnert, was wir im Thread von „The Dialogue“ diskutiert haben.

    Hinsichtlich der US-Präsidentschaftswahl habe ich mir auch schon Ähnliches gedacht wie Du, nämlich daß es schon fast wurscht ist, wer’s nun wirklich wird. Meine frühere Sorge, daß Shrillary als Präsidentin verschärfte Waffengesetze einführt und man bei uns dann sagen wird: „Seht ihr, sogar schon bei den Amerikanern…“ samt rechtspraktischer Konsequenzen – die ist inzwischen auch schon obsolet. Bis die Schreckschraube im Amt ist und den Waffenbesitz einzuschränken beginnt, ist eh bei uns auch schon die EU-Waffenrichtlinie in allen Ländern umgesetzt. Und das wird noch lang nicht die letzte Verschärfungsrunde gewesen sein.
    Der Obambi-Kult samt Anhängern wird auch erst krass auf die Schnauze fallen müssen, damit die Leute davon geheilt sind.

    Und die Demokratie, wie wir sie kennen, ist wirklich am Ende, weil sie aus sich heraus nicht mehr reformierbar ist. Sie muß wohl erst untergehen, damit ein Neubeginn unter Vermeidung der alten Fehler möglich wird. Ob das im ersten Anlauf nach Überwindung der transnationalen Diktatur gelingen wird, ist aber fraglich. Es kann leicht sein, daß die Phase, wo die alte Ordnung nicht mehr funktioniert und es noch keine neue gibt, von Leuten ausgenutzt wird, die wir uns nicht in Machtpositionen wünschen. Ich denke da an die Französische Revolution, wo auf die gestürzte Adelsherrschaft auch nicht gleich die Demokratie gefolgt ist, sondern erst die Schreckensherrschaft von Robespierre kam und dann Napoleon.
    Hoffnung gibt da nur die Amerikanische Revolution als positives Gegenbeispiel.

    Go with the flow?

    “So flow, flow, flow,
    As the rains turn into snow.
    And it’s slow, slow, slow
    As the colours lose their glow…“
    (Michael Moorcock, „The Entropy Tango“)

    Oder eine andere Version dieses Stimmungsbilds:
    „Then take me disappearin’ through the smoke rings of my mind,
    Down the foggy ruins of time,
    Far past the frozen leaves,
    The haunted, frightened trees,
    Out to the windy beach,
    Far from the twisted reach of crazy sorrow…“

    Und schlußendlich:
    „Die EU will nur unser Bestes.
    Aber sie kriegt es nicht.“

    Deep Roots

  • 17

    Kommentar von Transatlantic Conservative

    26. April 2008 @ 21:16

    Deep Roots

    Missverstaendnis:

    Hinsichtlich der US-Präsidentschaftswahl habe ich mir auch schon Ähnliches gedacht wie Du, nämlich daß es schon fast wurscht ist, wer’s nun wirklich wird.

    Was ich meinte, war: lieber einen RICHTIGEN Sozi wie Obama oder Hillary, als einen Halbsozi wie McCain. Einfach aus dem kuehlen Grunde, dass das vielleicht die schlafenden Konservativen aus ihrem derzeitigen Schlummer der Parteiraison weckt. Ich bin mir persoenlich da noch nicht so schluessig.

    Als ich Dein Zitat aus dem Tambourine Man las, fiel mir auf, dass ich den Text noch komplett auswendig kann … Erschreckend, oder?

  • 18

    Kommentar von Time

    26. April 2008 @ 21:24

    Hallo allerseits,

    nach dem zweiten Weltkrieg, der die Menschheit schon sehr nah an den Abgrund geführt hatte, haben die Überlebenden, und das war die übergroße Mehrheit, relativ schnell aus den Ruinen eine bessere Welt geschaffen. Wir sind tüchtig und wir hatten Glück. Seitdem haben wir noch ein paar Mal vor tatsächlich bevorstehenden oder gefühlten Untergängen gestanden, Kubakrise, russische Mittelstreckenraketenaufrüstung, Tschernobyl (wer es sich leisten konnte, brachte damals sich oder Teile seiner Familie aus dem Fallout-Korridor). Dann haben wir gesehen, wie unser Feind mit einem Winseln zusammengebrochen ist, wie der sowjetische Kommunismus fast in allen Ländern der Erde “beerdigt” wurde. Neulich hatten wir ein paar Monate lang Klimakatastrophe, jetzt wächst das arktische Eis wieder. Schon kommt der nächste mögliche Untergang, Hungerkatastrophen. Ich bin ruhiger geworden. Ich sehe auch keine grundsätzliche Krise der westlichen, europäischen Demokratien. Wir schaffen das schon.

    Die Situation ist ganz anders als vor dem WK II. Wir sind reich und stabil, wir sind in Europa und weltweit zT eng, zT sehr eng in ein Netz von Demokratien eingebunden, die unsere Ziele und Mittel teilen. Demokratie ist nicht nur Parlament und Gericht, Gesetz und Parteien: Demokratie strukturiert unsere Gesellschaften von oben bis unten, vom Staatschef bis zum Kindergartenkind. Ein korrupter Politiker landet im Prinzip vor Gericht, ebenso wie ein Kinderschläger. Es gibt keine Kasten, keine Previlegien (obwohl “Affirmative Action” mE dorthin zurückführen kann). Demokratie ist nicht nur eine Regierungsform, das ist eine Lebensart. Das ist auch eine Art zu denken, seine Kinder anzuleiten und seine Ehe zu führen.

    Während (Ehren-) Dr. (der Universität Damaskus) Schröder auch seinen Feinden als “gewiefter Taktiker” galt, was eine positiv besetzte Bezeichnung ist, gilt Dr. Merkel vielen als “Schlange”. Sie ist aber der gewählte Staatschef unseres Landes, und wenn sie etwas Ungesetzliches tun würde, würde sie dafür irgendwann zur Rechenschaft gezogen werden, so wie das auch Dr. Helmut Kohl schmerzhaft erfahren mußte. Wenn sie taktiert, ihre Gegner gegeneinander ausspielt usw., dann macht sie ihren Job, nicht mehr - nicht weniger. Die Idee, die Staaten Europas zusammenzuschmieden ist angesichts des 2. Weltkrieges und den fortschreitenden Zusammenschlüssen der außereuropäischen Welt im Prinzip eine richtige Idee. Vielleicht ist sie kühn bis an den Rand der Vermessenheit. Einige Staaten sind nicht mal seit hundert Jahren unabhängig, andere haben fast 3000 Jahre auf dem Buckel. Es gibt Staaten mit uralten, demokratischen Traditionen, es gibt sehr große und sehr kleine, die alle ihre Eigenheiten bewahren wollen, obwohl sie ahnen, dass sie verloren sind, wenn sie nicht Schutz der Gruppe haben. Vielleicht läuft da manches nicht rund, aber das wundert mich angesichts der vielen beteiligten Stimmen absolut nicht. Und da es auch Resultate und kein endloses Geschwätz geben soll, wundert es mich auch nicht, wenn Methoden angewandt werden, die das Ganze forcieren, wenn nicht jeder wieder und wieder gefragt wird. Ich habe nicht vor, mich durch ein vieltausendseitiges Vertragswerk zu ackern, ich habe Vertrauen. Demokratie besteht nicht nur aus der EU-Verfassung, und das kann man alles bei Bedarf auch wieder ändern. Demokratien sind äußerst flexibel und pragmatisch. Kein Grund zur Sorge also mE, aber: Wachsamkeit ist immer angesagt!

    Was Aufstandsbekämpfungsgesetze angeht.: Ich habe mich nie als Aufständischen gesehen. Wenn es hier Aufstände geben sollte, dann wären das wohl am ehesten Mohammedanisten-Aufstände, und da kann ich nur sagen: “Feuer frei!”

    Mit freundlichen Grüßen

    von Time

  • 19

    Kommentar von Deep Roots

    26. April 2008 @ 21:33

    @ TC: Danke für die Richtigstellung!
    Mal sehen, ob Deine Rechnung aufgeht.

    Die alten Texte… nun, die gehen mir auch immer wieder durch den Kopf (auch die Sachen, die ich schon ewig nicht mehr gehört habe, weil man sie auf CD nicht mehr kriegt); die gehören wohl zu dem, was unsere Jugend geprägt hat. Ob die heutigen Youngsters in 2, 3 Jahrzehnten ähnlich nostalgisch ihren Rap-Müll hören werden? Brrr…

    Den “Tambourine Man” werde ich mir heute als Gutenacht-Musik reinziehen… und vielleicht noch das eine oder andere.

    “[Though] I know that evenin’s empire has returned into sand,
    Vanished from my hand,
    Left me blindly here to stand but still not sleeping.
    My weariness amazes me, I’m branded on my feet,
    I have no one to meet
    And the ancient empty street’s too dead for dreaming…”

    Deep Roots

  • 20

    Kommentar von steppenwolf

    27. April 2008 @ 4:35

    Die deutschen Poltiker haben im Bundestag einen Vertrag abgesegnet, den sie nur zum Teil kennen und dessen Tragweite sie nicht erkennen.
    Im Glauben, daß mit diesem Vertrag ihre Pfründe gesichert sind und sie sich aus jeder Verantwortung stehlen können, indem sie alles der EU-Diktatur überlassen können.

  • 21

    Kommentar von steppenwolf

    27. April 2008 @ 5:01

    Im übrigen möchte ich feststellen, daß in diesem Blog viele von sich selbst überzeugte Ergomanen ihre Ergüsse verbreiten, die gerne mit Wattebäuschen um sich werfen; bei der geringsten Kritik aber wie Mimosen reagieren.
    Selbst Zynismus übersteigt ihr Verständnis.
    Ein hoher Bildungsgrad hat nicht unbedingt etwas mit Intelligenz zu tun.

  • 22

    Kommentar von Dox

    27. April 2008 @ 5:17

    Deep Roots and friends wie etwa T.C. und D.N.Rep,

    ihr klingt ja in Sachen EU wie die Apologeten des deutschen Wetterdienstes in Betrachtung der Klimakatastrophe. Beruhigt euch. Die EU ist das Sammelbecken der politischen Nichtsnutze, die weder eine vernünftige Verfassung noch eine militärische Verteidigung hinkriegen, geschweige denn die Niederschlagung einer inneren Revolte. Selbst wenn das kleine Dänemark sich gegen sie erhöbe, würden man nicht die französische Fremdenlegion, sondern das deutsche Sozialarbeiterheer an die Front schicken.

    Deep Roots Zitat:

    “Zum Thema „Aufruhr“ fällt mir ein, daß es vor kurzem ein gemeinsames Manöver des österreichischen Bundesheeres mit slowenischen Einheiten auf dem Truppenübungsplatz Allentsteig gab. Manöverlage: „Niederschlagung eines Aufstandes“.

    Du beklagst, dass in den Medien kaum darüber berichtet wurde. Ich meine zurecht. Denn das, was die EU probt und das, was die EU tut, sind zwei verschiedene Sachen. Sie schließen sich einander aus, wie man am Beispiel Israels betrachten kann. Die EU erkennt die Existenzberechtigung des Judenstaats probehalber an und überweist zugleich an seine Feinde milliardenschwere Subventionen. Brüssel ist ein Irrenhaus und hat im Weltgeschehen keinerlei Bedeutung. Vergeßt die EU. Sie ist das Hirngespinst notorischer Verlierer.

  • 23

    Kommentar von Eisvogel

    27. April 2008 @ 9:19

    Den “Vertag” hab ich zu “Vertrag” geändert, danke TC.

    @Dox: Ich habe mal einen Film gesehen, der in den frühen 30ern spielte. Ein jüdischer Geschäftsmann hat sich dort über die Nazis fast genauso geäußert wie Du über die EU. Nichtsnutze, notorische Verlierer, ein Spuk, den keiner ernst nimmt…. sie haben ganz Europa verbrannt.

    Ich sage nicht, dass die EU genauso ist, man kann das jetzt noch nicht wissen, aber nur weil sie wie Blödel wirken heißt das nicht, dass sie kein Unheil anrichten können.

    Auf mich wirken sie auch nicht mehr blöd. Ich dachte früher auch, da sitzen nur überbezahlte Idioten und schreiben 10-bändige Gesetzeswerke über den Fettgehalt im Joghurt, und so lange sie damit beschäftigt sind, haben wir uns in Europa alle lieb und machen keinen Krieg, das ist schön.

    Erstens geht aber den Abschaum auch schon alleine der Fettgehalt im Joghurt nichts an, und zweitens machen sie viel mehr. Zufällig gleichzeitig in allen Ländern findet die Islamisierung statt. Zufällig wurde die ab 1973 von der EWG beschlossen und schriftlich niedergelegt. Zufällig kann man in jedem Land wählen, was man will, das wird weitergeführt.

    Die EU besteht nicht nur aus EU-Abgeordneten. Sie ist ein Instrument in den Händen von Leuten, die wir nicht als EU-Politiker betrachten, z.B. wurde die Mittelmeerunion zwischen Sarkozy und Merkel ausbaldowert.

    Außerdem glaube ich auch nicht, dass die unfähig sind. Der Fall Israel ist überhaupt kein Beispiel dafür. Die sind nicht zu unfähig, um zu merken, dass sie Israel schaden, die wissen sehr wohl, dass sie das tun. Sie tun es, weil die EU es unterschrieben hat! (und vielleicht weil sie es gern tun). Die arabische Haltung gegenüber Israel einzunehmen, war ein Vertragspunkt in den Verträgen nach dem Jom-Kippur-Krieg, als die Scheichs die Ölkrise über Europa brachten.

    @Deep Roots: Das mit dem Training zum Niederschlagen von Aufständen ist bedenklich. Die europäischen Armeen sind sicher nicht mit der US-ARmy und der IDF vergleichbar, wenn es um Terroristen geht, aber um ein paar einheimischen Trotteln das Maul zu stopfen, wird es schon reichen.

    Sie haben die Taktitk doch auch bei der Demo in Brüssel benutzt. Da die Initiatoren der Demo Flamen vom Vlaams Belang waren, haben sie fast ausschließlich französischsprachige wallonische Polizisten eingesetzt. Gut, das war die Polizei und ein Bürgermeister, man könnte sagen: Das war nicht die EU.

    Die EU ist es aber nie. Sie ist wie Al Kaida ein Netzwerk, das nicht selber agiert. Agierende sind immer unabhängige Terrorgruppen/Behörden.

    Die Dummheit und Faulheit der Abgeordnoten halte ich nicbt für das Problem. Wenn man ein System hat, das nur mit Intelligenten und Fleißigen funktioniert, dann ist das System falsch, denn Menschen sind dumm und faul.

    Sie haben nicht nur abgestimmt, ohne zu lesen, sie haben auch den Antrag abgelehnt, in dem gefordert wurde, dass es wenigstens möglich sein sollte, zu lesen.

    Ich vermute immer mehr, der Fehler in unseren Demokratien, der sie letztendlich zerstört hat, waren die Parteien. Sie haben zu viel Macht, sie waren das Einfallstor für das totalitäre Gesindel. Es wäre viel schwieriger gewesen, einzelne Abgeordnete zu so einem roboterhaften Wahlverhalten zu bewegen - ohne die Parteiendisziplin.

  • 24

    Kommentar von Time

    27. April 2008 @ 12:19

    Hallo allerseits,

    Neues vom Bloggerkollegen Eiermann: vergessen Sie den Karikaturenstreit, jetzt kommt der Gelehrtenstreit!

    Zur Vorgeschichte: In der FAZ heißt es heute, dass die Mehrheit der Iraner der Ansicht sei, “dass ein paar arabische Burschen” niemals imstande gewesen wären, einen so teuflischen Plan wie die Vernichtung unser Twin Towers durchzuführen.

    Diese Volksmeinung faßte der iranische Gelehrte und Professor, Staatspräsident Mammut-Gardinenstange vor drei Wochen in die naturwissenschaftliche Aussage: “Vor vier ODER fünf Jahren gab es in New York einen suspekten VORFALL. Bis heute ist unklar, wer die Täter waren, wer die Opfer und wer verurteilt wurde.”

    Das hat nun Arschloch-Bin-Kackens Stellvertreter Dr. Eiermann als Schmierie (der Allerschönste, er sei geebnet) spitzgekriegt. Die von der Schissbulla und I(gitt)ran verbreitete These, hinter dem Massenmord ständen die Amerikaner und Juden, seien Lügen. “Die Schiiten wollen nicht wahrhaben, dass es unter den Sunniten Helden gibt, die Amerika einen Schlag versetzten, welcher in der Geschichte einmalig ist”, greint er fassungslos.

    Ich hoffe, dass die beiden Gelehrten ihre wissenschaftliche Diskussion mit den altbewährten mohammedanistischen “Argumenten” austragen. Wir brauchen dann nur noch die Reste wegkehren und das Blut abzuwischen.

    Gruß, Time

  • 25

    Kommentar von Serbian girl

    27. April 2008 @ 12:28

    Ich stimme Eisvogel zu, es waren die Parteien und die Abwesenheit der direkten Demokratie.

    Es spielte auch eine nicht unwesentliche Rolle - davon bin ich in den letzten Jahren immer mehr überzeugt - dass USA Deutschland jeglichen Nationalismus herausgeprügelt hat. 68 und alles was in Folge kam ist nicht wirklich aus der Mitte dieser Gesellschaft entstanden, sondern ist ein Beispiel einer früheren “orangenen Revolution”.

    Ein Deutschland deren Eliten national denken und agieren (dürfen) wäre meiner Ansicht nach eine kleinere Gefahr und Risiko für die anderen (und sich selbst) als ein supranationaler Staat deren Entscheider (ein paar Dutzend Kommissare) fanatische Anhänger der Ideologie der permanenten Revolution sind. Solana, Kouschner, Jospin und andere sind eben keine überbezahlte aber am sonsten harmlose Herren, die ihr Wirken auf Fettgehalt des Jogurts begrenzen, sie sind alle geistige Kinder von Trotzki - die EU ist eine Rätediktatur, deren Entscheidungen, demokratisch unlegitimiert, in Komitees gefällt werden. Mir sträuben sich die Haare, wenn ich einige beschwichtigende Post oben lese. EU ist nicht harmlos und gewaltlos, es hat schon Verderben den ganzen Landstrichen gebracht, es wird auch massiv Gewalt gegen alles Selbstbestimmende anwenden, falls nötig. Siehe Beispiel Serbien. (Dieses Land ist nicht in der EU, aber warum soll ich annehmen, dass sie die Behandlung anders wäre, wenn es EU angehören würde). Wenn ich mich richtig erinnern kann, gab es vor ein paar Jahren - mir nichts dir nichts - Sanktionen gegen Österreich, weil Brüssel die Wahlergebnisse in Österreich nicht mochte. Einfach so. Mit Hilfe von ein bischen Propaganda (Frau Jelinek wurde öffters interviewed) glaubte jeder Europäer, dass in Österreich Hitler auferstanden ist.

    Wenn man ein Frosch ins kochende Wasser wirft, springt es wieder raus aus dem Topf, wenn man aber das Wasser allmächlich heisser macht, merkt das Frosch nicht was passiert und ist gekocht. Europäische Völker sind diese Frösche.

    Natürlich ist Nationalismus nicht immer harmlos und die Grenze zu Chauvinismus ist fliessend und wir können Kriege als Folge davon nicht gänzlich ausschliessen. Aber zu glauben, dass irgendeine Ideologie, bewacht von zwei Dutzend Kommissaren, den ewigen Frieden garantiert, ist meiner Ansicht nach vollkommen irre.

  • 26

    Kommentar von Transatlantic Conservative

    27. April 2008 @ 14:28

    Serbian Girl

    Ich teile Deine Einschaetzung der EU und ihrer akuten und langfristigen Bedrohung vollkommen.

    Deinen Kommentar unter # 25 verstehe ich an zwei Stellen nicht:

    1. “dass USA Deutschland jeglichen Nationalismus herausgeprügelt hat”

    2. “68 und alles was in Folge kam ist [...] ist ein Beispiel einer früheren “orangenen Revolution”"

    Deine starke Aversion gegen die US und Deine Gruende dafuer sind mir bekannt aber wie Du zu der unter 1. geaeusserten Meinung kommst ist mir nicht begreiflich.

    Unter 2. verstehe ich den Sachverhalt nicht. Wovon sprichst Du?

  • 27

    Kommentar von Serbian girl

    27. April 2008 @ 15:23

    TC, werde ich versuchen, gerne, etwas später oder morgen. Das Wetter ist schön, ich gehe spazieren und was essen.

  • 28

    Kommentar von Dox

    27. April 2008 @ 17:43

    Eisvogel,

    die EU unterschiedet sich vom Dritten Reich dadurch, dass der Nationalsozialismus eine Massenbewegung mit einem charismatischen Führer war und die EU eine politische Konstruktion mit wechselnden Präsidenten ist. Die EU war übrigens von vornherein undemokratisch angelegt. Ihre Gründerväter wollten eine marktwirtschaftlich orientierte Institution schaffen, die jene marktfreundlichen Gesetze macht, für die nationale Regierung bei Wahlen immer abgestraft werden. Einige solche Gesetze hat die EU ja auch geschaffen. Aber auch hirnrissige und es werden immer mehr. Ich habe hier einen Artikel aus der FAZ vorliegen und möchte mal kurz daraus zitieren: “Die Europäische Kommission will den Verkauf von Produkten in der EU verbieten, wenn bei ihrer Herstellung , Nutzung und Entsorgung zu viel Energie verbraucht wird.” DAS ist die EU wie sie leibt und lebt. Die Gefahr, die von ihr ausgeht, besteht nicht darin, dass sie zu einem totalitären und blutrünstigen Unterdrückungsapparat werden könnte, sondern dass sie uns durch Inkompetenz ruiniert. Es ist nur eine Konstruktion. Sie kann ebenso gut geändert und verbessert werden. Auch das ist nicht ausgeschlossen. Aber demokratischer, und das ist ja der Punkt, über den sich alle hier aufregen, wird sie bestimmt nicht. Das britische Oberhaus ist auch nicht demokratisch, doch sehr weise und wichtig. “Wenn man ein System hat, das nur mit Intelligenten und Fleißigen funktioniert…” schreibst du und bezweifelst die Existenz eines solchen Systems, weil die Menschen ja mehrheitlich sind. Nun, Singapur ist eines.

  • 29

    Kommentar von Deep Roots

    27. April 2008 @ 19:24

    Hallo, „Dr. Time“! (das mit der „Rückrufaktion war übrigens genial! :grin: )
    Die von Ihnen genannten Krisen der Vergangenheit unterscheiden sich von der heutigen Situation insofern, als damals die Regierenden noch vom alten Schlag waren, der auch das Interesse des Volkes im Sinn hatte, und in der noch größeren Einigkeit der Bevölkerung angesichts der anstehenden Probleme bzw. Bedrohungen. Und früher war es auch nicht verpönt bis verboten, die Probleme zu benennen.
    Die gemeinsame Bedrohung durch den Kommunismus tat ein übriges, und all die beschworenen Umwelt-Katastrophenszenarien, wie Neue Eiszeit, Waldsterben, Ozonloch etc. haben sich eben über die Jahre als die heiße Luft herausgestellt, die sie immer waren.

    Heute werden wir von Leuten regiert, die auf schleichenden und neuerdings immer offensichtlicheren Demokratieabbau aus sind, die man nicht wirklich abwählen kann (vor allem nicht die eigentlichen Entscheidungsträger in Brüssel) und die das ganze noch dazu (leider erfolgreich) als etwas Gutes verkaufen.
    Außerdem werden wir zunehmend von feindlichen (islamischen) Völkern unterwandert, mit denen die vorgenannte Gruppe paktiert und über die sie die Hand hält.

    Daß die Demokratie nicht nur eine Regierungsform ist, sondern unsere Lebensart durchdringt, gibt Hoffnung für eine Zeit „danach“, aber in der jetzigen Lage hilft uns das gar nicht, weil eben die Träger der „Regierungsform“ in europaweitem Einklang anderes tun als das, was sie sollten. Und wenn sie mit dieser unverfroren antidemokratischen Vorgangsweise wie jetzt eben mit dem „Vertrag“ durchkommen, muß man für die Zukunft mit noch schlimmerem rechnen.

    Und vom „Zusammenschmieden“ der Staaten Europas halt ich nun mal gar nichts. Einigkeit (und Recht und Freiheit – jawohl!) sind ja alles schöne Dinge, aber die kann man auch haben, ohne die Souveränität der Völker aufzugeben und sich einem antidemokratischen Bürokratiemonster auszuliefern.

    Mögen die Eurokraten auch Nichtsnutze sein, wie Dox schreibt, und zur Lösung realer Probleme unfähig – bei der Einführung ihres Eurokratursystems sind sie bisher leider bemerkenswert erfolgreich gewesen.
    Mögen sie auch bei „robuster Opposition“ wenig standhaft sein, wenn es um ihre eigene Haut geht – wie weit sie im Fall ernsthaften Widerstandes gegen ihre Pläne zu gehen imstande sind, werden wir erst wissen, wenn wir es wirklich darauf ankommen lassen. Und sie werden immer erst andere vorschicken, um ihre Drecksarbeit zu machen.
    Da stimme ich Eisvogel und Serbian Girl voll zu.

    Serbian Girl hat meiner Meinung auch recht damit, daß das Herausprügeln jeglichen deutschen Nationalbewußtseins durch die Siegermächte des 2. Weltkrieges das heutige Problem verschärft hat. Dadurch bekamen die Transnationalen ein im Sinne nationaler Selbstbehauptung und Verfolgung von Eigeninteressen willenloses Deutschland an die Leine, mit dessen heutigem Gewicht sie ihre Pläne leichter vorantreiben können, als es sonst der Fall gewesen wäre. (habe ich damit den 1. Teil von TC’s Frage an Dich in Deinem Sinne beantwortet? Den 2. Teil mußt Du selber klären – ich kapiere auch nicht, wie das gemeint ist)

    Das mit den EU-Sanktionen gegen Österreich wegen der ÖVP-FPÖ-Regierungsbildung von 2000 grummelt auch noch immer in mir, obwohl das hinsichtlich konkreter Maßnahmen ja harmlos war. Allein die moralische Ächtung war eine Frechheit, und speziell Frankreich ist bis heute nicht sonderlich beliebt bei uns. Das war gewissermaßen so, wie wenn ein Schulhof-Bully (Frankreich) zusammen mit Kumpels (Belgien, Holland etc.) auf einen Kleinen losgeht, der allein ist, und die anderen machen mit, weil sie sich vom Bully Gunstbeweise versprechen, oder trauen sich nichts zu sagen, um nicht selber Watschen abzukriegen.
    Und natürlich haben unsere Sozis eifrig mitgemacht bzw. das sogar teilweise angestiftet, sie haben die Donnerstags-Demos in Wien angezettelt und mitorganisiert, bei denen auch Kärntner Autos beschädigt und Nummerntafeln abgerissen wurden, einfach weil sie Kärntnern gehörten, ohne deren persönliche Einstellung zu kennen.
    Da wurden von linken Lehrern rechtswidrig Klassenfahrten zwecks Demo-Teilnahme organisiert, und japanische Geschäftspartner österreichischer Firmen fragten aufgrund der Fernsehnachrichten über die Krawalle besorgt an, ob in Österreich etwa ein Bürgerkrieg bevorstehe.
    Da wurde so viel Schaden angerichtet, UND DIESEN VERRAT, DIESEN ELENDEN STINKIGEN VERRAT VERGESSE ICH DEN SOZI-SCHWEINEN BIS ZUM TOD NICHT!! ICH HASSE DIESE SCHWEINEBANDE, ICH SPUCKE AUF SIE!!!
    Sorry, daß mir jetzt diese Sprechblase geplatzt ist, aber das mußte mal raus.

    Und wofür das alles, wofür diese ganze Vergiftung des Verhältnisses zwischen Völkern?
    Zwei Jahre später gab’s Parteikrach in der FPÖ, Haider war weg, wieder da, wieder weg, ist bei den Neuwahlen von etwa 28 % (Platz 2, vor der ÖVP!) auf etwa 10 % abgestürzt, in weiterer Folge aus der FPÖ ausgetreten und hat sein BZÖ gegründet (immer noch als angeblich nur „einfaches Parteimitglied“). Mit dem Verein krebst er heute noch bundesweit zwischen 4 und 5 % herum.

    Dox, ich wäre froh, wenn die Eurokraten wirklich nur so ein tönerner Löwe wären, der es nicht schafft, uns ernsthaft zu unterdrücken, und den wir mit Leichtigkeit von den Füßen hauen. Falls es sich herausstellt, daß Du damit recht gehabt hast (und es 8dS dann immer noch gibt), dann werde ich Dir schreiben: „Hast recht gehabt!“
    Einstweilen wappne ich mich lieber für schlimme Zeiten…

    Shaken, not stirred,

    Roots, Deep Roots

  • 30

    Kommentar von Bokito

    27. April 2008 @ 20:28

    woher kommt bloß diese absolute Passivität der Bürger?

    In meinem Umkreis meckern zwar alle, machen aber nichts.

    Als aktuelles Beispiel: ein Bürgerentscheid in Düsseldorf scheiterte am 13. April wegen mangelnder Beteiligung.

    Stell Dir vor, es gibt auf lokaler Ebene Elemente der direkten Demokratie, aber kaum einer geht hin.

  • 31

    Kommentar von Transatlantic Conservative

    27. April 2008 @ 22:07

    Deep Roots

    Deine Worte

    ” … daß das Herausprügeln jeglichen deutschen Nationalbewußtseins durch die Siegermächte des 2. Weltkrieges das heutige Problem verschärft hat. Dadurch bekamen die Transnationalen ein im Sinne nationaler Selbstbehauptung und Verfolgung von Eigeninteressen willenloses Deutschland an die Leine, mit dessen heutigem Gewicht sie ihre Pläne leichter vorantreiben können, als es sonst der Fall gewesen wäre”.

    haben mich an Churchills Behauptung erinnert, man habe die Krauts entweder an der Gurgel oder zu Fuessen. Ich denke, als Nation hat Deutschland einen Hang zur Scham und zum Groessenwahn, mit nicht viel dazwischen.

    Aber: es geht ja nicht nur um Deutschland. In dem Masse, wie der 2. WK das Nationalbewusstsein und das Selbstbewusstsein der Deutschen sicherlich stark angeschlagen hat, muss er ja dasjenige der europaeischen Sieger sehr gestaerkt haben. Irgendwie ist da ein Knick in dieser Logik, weil D mal alleine steht und dann aber einfach mit ganz Europa gleichgesetzt wird. Das geht so nicht.

    Ich denke, es kann nicht die Rede davon sein, dass “die USA” das Nationalbewusstsein aus den Deutschen “herausgepruegelt” haben. Da wurde sehr sanft mit den Krauts umgegangen, gemessen am Ursprung und Ausmass der vorangegangenen weltweiten Katastrophe.

    Swing, Jazz, R&R, Elvis, Nat King Cole, Coca Cola, Cocktailparties, Twist, Demokratie, Wirtschaftswunder - das sind die Pruegel, die Deutschland bezogen hat.

    Mein Vater, der als 18-jaehriger gefangengenommen wurde und nach 5 Jahren Lager hinter dem Ural nach Hause zurueckkam, um mich zu zeugen, dem hatte man das Nationalbewusstsein in der Tat “herausgepruegelt”.

    Sorry, aber auf reflexartigen Antiamerikanismus stellen sich MIR die Nackenhaare!

  • 32

    Kommentar von Bokito

    27. April 2008 @ 22:47

    ok, wenn’s nur am mangelnden deutschen Selbstbewußtsein liegen würde, warum läuft die islamisierung dann auf breiter Front in allen westeuropäischen Ländern ab?
    Großbritannien oder Frankreich hat niemand das Nationalbewußtsein herausgeprügelt.

    Die Ursachen müssen wir anderswo suchen.

  • 33

    Kommentar von Serbian girl

    28. April 2008 @ 0:54

    Ich werde zuerstmal nicht von Animosität gegen USA sprechen, sondern eher von einem Unbehagen, das noch nicht ganz zum Nachdenken gefunden hat, insofern kann es durchaus sein, dass einige Ausdrücke nicht passend sondern übertrieben oder ungenau sind. Denoch, - je mehr ich über die Politik der USA Regierung nachdenke, desto mulmiger wird es mir. Meine Haltung, nenne es antiamerikanisch wenn Du möchtest, ist auf keinen Fall reflexartig - Antiamerikanismus ist nicht Teil meiner Erziehung gewesen. Im Gegenteil. Vergiss nicht, dass Serben über 500 amerikanische Piloten, oft unter Einsatz eigenen Lebens, von den deutschen Besatzern gerettet haben. Zum Zeitpunkt als die meisten anderen Hitler gedient haben.

    1. 68er sollte man in Zusammenhang mit re-education sehen, deren Ziel war die Aufgabe der nationalstaatlichen Identität. In diesem Sinne wurden von Alliierten die Positionen in der Politik und auf den Universitäten besetzt, - die Rechte konnte keinen Widerstand leisten, da sie nach Faschismus und zwei Weltkriegen am Boden zerstört lag (und immer noch liegt).
    2. Ich meine damit von USA angezetellten und finanzierten Demokratie-Einführungen, die bezwecken, dass die betroffenen Völker keinerlei Kraft mehr haben eigene Interessen zu arktikulieren.

    Als Aussenseiterin, die lange unter den Deutschen lebt, bin ich inzwischen zu Einsicht gekommen, dass das dieses “nicht viel dazwischen” bei den Deutschen, was Churchill abstossend fand (und ja, es ist nicht schwer es abstossend zu finden), gleichzeitig, verdammt, auch das “Besondere”, oder das “Kreative” an denen ist.

    Ich gehe jetzt schlafen…

  • 34

    Kommentar von Serbian girl

    28. April 2008 @ 1:10

    ja, noch ein Satz : in Serbien kamen nach swing , jazz etc. Bomben. Und nicht nur Bomben , sondern tatsächlich unglaubliche Erniedrigungen. So können amerikanische Botschafter öffentlich in Belgrad damit drohen , z.B. in Interviews an B92 (finanziert von USA ), dass weitere Teile Serbiens an die Nachbarländer gehen, falls die Serben nicht kooperieren wollen, sprich die Besatzung Kosovos mit Dankbarkeit annehmen und sich “denazifizieren” lassen (diese Ausdrücke werden tatsächlich benutzt). Aber gegen stärkeren sich zu erheben, auch wenn es aussichtslos ist, ist eine serbische Eigenschaft…

  • 35

    Kommentar von Dox

    28. April 2008 @ 1:19

    Deep Roots 29

    “Dox, ich wäre froh, wenn die Eurokraten wirklich nur so ein tönerner Löwe wären, der es nicht schafft, uns ernsthaft zu unterdrücken, und den wir mit Leichtigkeit von den Füßen hauen.”

    Ich habe nicht gesagt, dass WIR ihn von den Füßen hauen. Ich bin nur davon überzeugt, dass die EU in der Weltwirtschaft keinen Bestand hat und gezwungen sein wird, sich zu reformieren oder aufzulösen.

  • 36

    Kommentar von Manfred

    28. April 2008 @ 2:36

    Ich weise darauf hin, dass es inkonsequent ist, der EU ihren Mangel an Demokratie vorzuwerfen und gleichzeitg dagegen zu sein, dass sie sich zum (Bundes-)Staat mausert. Demokratie setzt Staatlichkeit voraus. Ein Staatenbund kann nicht demokratisch sein, weil alle Entscheidungen in endlosen Verhandlungen von mindestens 27 Akteuren ausgekungelt werden müssen und am Ende Keiner für irgendetwas verantwortlich ist.

    Ich weise ferner darauf hin, dass das Zusammenwachsen Europas seine objektive Ursache in internationalen Wirtschaftsverflechtungen hat, die nach einem großräumigen Wirtschaftsgebiet und nach rechtlicher Vereinheitlichung schreien. Diese rechtliche Vereinheitlichung kann man auf zweierlei Weise zustandebringen: Entweder so wie bisher, also auf staatenbündischer Basis, und das heißt undemokratisch (s.o.), oder auf demokratischer Basis, und das heißt Bundesstaat.

    Noch etwas: Europa als Wirtschaftseinheit zu wollen (und das wollen auch die flammendsten englischen Europafeinde, zumindest unter den Politikern, die irgendetwas zu sagen haben), nicht aber als politische Einheit, heißt, die Handlungsmöglichkeiten demokratisch legitimierter Politik schlechthin auf nahe Null zu reduzieren, und das ist auch genau das, was diejenige Fraktion der europäischen Politiker im Sinn hat, die Europa als bessere Freihandelszone wollen. Für solche Politiker ist es naturgemäß kein Widerspruch, gegen die Vertiefung, aber für die Erweiterung (um die Türkei, Armenien, Usbekistan, Obervolta…) der EU zu sein. Diese Leute, ich nenne sie der Einfachheit halber die Freihändler, sind für die Auflösung von Staatlichkeit überhaupt, auch auf nationalstaatlicher Ebene. (Sie sind ja nicht dagegen, dass die EU mehr Kompetenzen bekommt, sondern nur dagegen, dass sie sinnvollen Gebrauch davon machen kann, daher der Widerstand gegen die Verfassung. Den Nationalstaaten sollen Kompetenzen weggenommen werden, damit die Politik schlechthin entmachtet wird.). Bei all der Polemik, speziell von der Insel, gegen den “europäischen Superstaat”, sollten auch glühende Anhänger des Nationalstaates vor dem Applaus genau hingucken, wer da polemisiert, und warum er es tut.

  • 37

    Kommentar von Eisvogel

    28. April 2008 @ 10:02

    Das ist nicht unbedingt inkonsequent, Manfred. Wenn man einer Organisation einen Mangel an Demokratie vorwirft, gibt es zwei mögliche Reaktionen darauf:

    1. Sie demokratischer machen
    2. Sie entfernen

    Wenn man der Ansicht ist - und ich bin das - dass 1. nicht möglich ist, dann bleibt nur 2.

    Ich denke aber, wenn sich die EU darauf beschränkt hätte, die Wirtschaftsschranken zwischen den einzelnen Mitgliedsstaaten abzubauen, wäre wenig gegen sie zu sagen. Sie belässt es aber nicht damit. Sie frisst neue Länder im Tempo einer siebenköpfigen Raupe und hält gierig Ausschau nach der benachbarten islamischen Welt. Es ist nicht nur die Türkei - nein, sie haben auch das Kosovo im Auge, da fragt man sich: warum nicht gleich Gaza? Uuuups - in der Barcelona-Deklaration und ihrer Missgeburt, der Mittelmeerunion, sind ja auch die “Palästinensergebiete” dabei.

    Wirtschaftliche Freiheit ist wichtig. Wenn sie aber so weit getrieben wird, dass vergessen wird, dass Menschen nicht nur Wirtschaftssubjekte sind sondern auch eine kulturelle Identität haben, dann wird reines libertäres Wirtschaftsdenken genauso widerwärtig wie reines sozialistisches Denken. Dann verwischen sich die Grenzen wirklich dahingehend, dass ein “neuer Mensch” geschaffen werden muss, um ihn der Ideologie anzupassen.

    Und exakt das tut die EU.

    Die Frage ist, ist sie ausgeartet oder war das von Anfang an geplant? Ich tendiere aufgrund von Aussagen von “Vätern der europäischen Einigung” wie Schumann und Coudenhove-Kalergi eher zum zweiteren, d.h. dass die Wirtschaftsunion lediglich als Vorstufe geplant war.

    Sollte es aber anders sein, d.h. nur ausgeartet, dann ist es ein weiterer Beweis dafür, dass nicht-demokratische Strukturen grundsätzlich ausarten, dass Macht, die nicht kontrolliert wird und werden kann, zu einer bösartigen und wahnsinnigen Macht wird.

    Mit welchem Recht bilden sich die EU-kraten eigentlich ein, besser zu wissen, was für die Wirtschaft Europas gut ist als das Volk?

    Mit welchem Recht bilden sie sich überhaupt ein, dass Wirtschaft alles ist, was zählt?

    Was hat das Antidiskriminierungsgesetz mit Gewerbefreiheit zu tun? Was hat das Hatespeechgesetz damit zu tun?

    Sind die Staaten Europas große Aktiengesellschaften und das verkommene Lumpenpack in Brüssel hält sich für den Vorstand und die Personalabteilung, die nach Belieben Leute (z.B. aus Mali) “einstellen” kann, wenn es ihr passt?

    Ich habe oft Mitgefühl mit Moslems, die nach Europa gelockt wurden (die wenigsten kamen illegal) und dort merken müssen, dass sie nicht beliebt sind, dass sie es niemals so weit bringen werden wie die Einheimischen. Ich hasse den Islam, aber nicht die Moslems.

    Aber diese überheblichen Transnationalisten, die Schreibtischstrategen, die alles zerstören, was sich in Jahrhunderten aufgebaut hat, nur weil sie denken, sie hätten die Wirtschaftsweisheit oder die sozialistische Weisheit mit dem großen Löffel gefressen, die hasse ich wirklich.

    Wenn die Moslems die EU-Kommission in die Luft sprengen, dann werde ich das … nunja selbstverständlich aufs
    Schärfste verurteilen - ungefähr so wie die EU Selbstmordattentate in Israel verurteilt - und ansonsten darauf hinweisen, dass man “unbedingt beide Seiten sehen muss” und so etwas eben im Namen von Multikulti auch mal “aushalten” kann.

    Wenn man Menschen der Ideologie anpasst - und die EU hat eine Eine-Welt-Ideologie - geht das nur in einer totalitären Diktatur. Und die EU wird eine werden müssen, und ich traue ihr ohne weiteres zu, dass das Personal, das sie hat, das auch kann.

    Ich finde es so wichtig, dass Serbian Girl immer wieder darauf hinweist, was mit ihrem Land geschehen ist. Exakt dasselbe würden sie mit JEDEM einzelnen EU-Mitgliedsstaat auch machen, wenn sich einer ihrer Eine-Welt-Ideologie widersetzt. Vermutlich nur in einem viel früheren Stadium und daher auch mit milderen Mitteln, so wie das mit Österreich passiert ist.

    Erst kürzlich hat doch Schäuble angeregt, irakische Christen aufzunehmen. Ich würde das richtig finden, wenns nicht von Schäuble gekommen wäre, denn diesem Lugenbold glaube ich nicht. Der wollte nur, dass man die irakischen Moslems, die er reinlässt, in Zukunft “irakische Christen” nennt, um das islamophobe Volk zu beruhigen.

    Aber es hat sich rausgestellt, dass man das noch nicht einmal so sagen darf. Die EU hat ihm gleich aufs Maul gehauen dafür.

    Was wäre geschehen, wenn er gesagt hätte:

    Deutschland ist ein souveräner Staat. Wir nehmen auf, wenn immer wir wollen, und wen wir nicht wollen, nehmen wir nicht auf. Und wenn das der EU nicht passt, nehmen wir das mit Bedauern zur Kenntnis und tun es dennoch. Für die Zukunft verbitten wir uns Einmischungen in unsere nationalen Angelegenheiten. Wir nehmen irakische Christen auf und wenn Sie wünschen, dass wir deswegen austreten, müssen Sie das nur sagen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

    Undenkbar?

    Ja leider. Wenn Deutschland austreten würde, wären tragende Teile des Turmbaus zu Brüssel weg.

  • 38

    Kommentar von Eisvogel

    28. April 2008 @ 10:15

    Ich argwöhne inzwischen übrigens auch, dass die Feindseligkeit gegen Israel nur teilweise auf Antisemitismus zurückzuführen ist und auch nur teilweise auf Ölhunger. Beides spielt sicher mit.

    Aber es ist auch das Nationale an Israel, das die Eine-Welt-Ideologen stört. Israel hat z.B. aus allen arabischen Ländern Juden aufgenommen - und keinen einzigen Moslem - und tut das heute noch (aus allen Ländern). Ein solches Selektieren, das ich absolut in Ordnung finde, passt nicht in die EU-Ideologie.

    Der Islam ist universeller als Judentum und Christentum. In der Bibel ist sehr viel die Rede von “Völkern”. Ein dressierter feminisierter Islam wäre die Religion, die dieses Pack für uns vorsieht.

  • 39

    Kommentar von Serbian girl

    28. April 2008 @ 13:32

    Selbstachtung und Menschenwürde (und natürlich hat es auch etwas mit der nationalen Identität zu tun) sind aus meiner Sicht sogar die Grundlage schlechthin, auch für erfolgreiches Produzieren oder Handeln.

    Selbst wenn Wohlstand auf Kosten der Würde und Identität möglich wäre, wäre dieser Wohlstand akzeptabel? Für mich gewiss nicht, das sage ich als Unternehmerin.

    Die “pro-westlichen” Parteien Serbiens wiederholen gebesmühlenartig dass “Europa” keine Alternative hat, denn für sie kommt Wohlstand von “europäischen Fonds”, nicht von der Arbeit (und angeblich sehnen sich die EU Steuerzahler heiss danach, ihre Steuergelder den Serben zu verschenken, falls diese ihre Gesinnung ändern, “Europäer” werden “euroäische Werte” akzeptieren). Ich verabscheue zutiefst diese Menschen, die, übrigens, in der Regel biologische (oder geistige) Kinder der kommunistischen Nomenklatur sind, die bekanntlich nie was gearbeitet hat. Wen wundert´s?

    Zum Thema EU als Notwendigkeit angesichts der Greueltaten des Zweiten Weltkrieges, möchte ich Euch bitten, einige Wehrmacht-Plakate in Augenschein zu nehmen. Jegliche Ähnlichkeit mit der EU muss nicht zufällig sein.

    Diese Plakate sind im Auftrag der deutschen Okupationsbehörden entschanden und in Jahren 1941- 1944 in Serbien verteilt, nachdem Serbien durch Nazi-Deuschland auf das Territorium rund um Belgrad reduziert wurde (Batschka wurde Ungarn zugeschlagen, Srem und Bosnien dem “unabhangigen Kroatien”, Banat stand unter direkten Verwaltung von Wehrmacht, Ostserbien wurde Bulgarien zugeschlagen, Kosovo Albanien, Montenegro Italien. Sounds familiar, oder? In in allen Gebieten, die den Nachbarnländern zugeschlagen wurden, wurden Serben zu Tausenden bestialisch abgeschlachtet , insgesamt etwa eine Million (etwa 25% der serbischen Bevölkerung dieser Zeit). Diese Zahl (eine Million) taucht heute niergendwo in den deutschen Statistiken der Zweiten Weltkrieges, weil diese Serben von Ungarn, Bulgaren, Kroaten, Albanern ermordet wurden…und aus der Sicht der Historiker nicht auf das Konto des Dritten Reiches gehen, lediglich werden die ermordeten Serben aus Banat (z.B. Pancevo), Belgrad, bzw. Schumadien (rund um Belgrad) die direkt von Wehrmacht oder SS ermordet wurden gezählt.

    Jetzt zurück zu den Plakaten, entstanden in diesem Prozess der Schlachtung Serbiens: hier einige Textbits:

    “Das serbische Volk wird Mitglied der europäischen Familie…”

    “WOHIN? Serbien ist auf dem Balkan, Balkan in Europa, Europa, - das sind europäische Völker. Sie führen heute einen Kampf für Unabhängigkeit und Freiheit. Serbien ist keine Insel, sondern ein integrales Teil Europas. Ohne Gemeinschaft mit den anderen erwartet Serbien nur der Tot.

    Serbe! Du möchtest eine schönere Zukunft haben und das mit Recht. Du möchtest Freiheit, - das ist legitim.
    Wer aber garantiert dir die Arbeit und Ordnung, soziale Gerechtigkeit und kulturelle Entwicklung? Wer garantiert dir das Recht auf das Leben?

    Engländer, Amerikaner oder Sowiets werden dir keine Freiheit bringen, eher dein erster Nachbar, der mit dir in der europäischen Gemeinschaft lebt.

    Betrachte die Errignisse. Denke nach. Die Antwort ist nicht weit.”

    Es gibt auch Plakate bei denen man, trotz allem, lachen muss, wie einer mit dem folgenden Text (auch von der Wehrmacht):

    “Es möge durch Muttermilch derjenige vergiftet werden, der an Engländer glaubt”

    http://www.vidovdan.org/forum/viewtopic.php?f=2&t=3530

  • 40

    Kommentar von Mega Dux

    28. April 2008 @ 16:36

    Mich erinnert der Umgang mit dem EU-Vertrag an ein halböffentliches Versorgungsunternehmen, in dem ich arbeiten darf. Als jemand der aus der Privat-Wirtschaft kam, musste ich schnell die Realitäten des “so ist es bei uns” erkennen. Sie haben sich organisiert, und betreiben ihr Unternehmen effizient wie sie sagen. Jeder hat einen Fließbandjob zu erledigen. Der Grad mit dem man seinen Rundumblick erweitern darf, erhöht sich in dem Maße wie man bereit ist die Gegebenheiten zu akzeptieren und als unveränderlich zu sehen. Oder inwieweit man es schafft aufzusteigen in die Zirkel der Macht.

    Warum soll man den ganzen Vertrag als Parlamentarier kennen, wenn überall an den Schaltstellen der Macht Key-Netzwerker ihren Einflüsterer-Job tun, und Parlamentarier willig ihre Autorität an solche Leute ihres Vertrauens abgeben? Außerdem haben Sie genug “Fließband”-Tätigkeiten zu absolvieren, sodaß für die “unwichtigen” Dinge keine Zeit bleibt. Es ist halt so, und das hat man zu akzeptieren. Der Schwanz darf nicht gegen den Kopf aufbegehren.

    Warum überrascht mich die Entwicklung nur nicht? Als ich als junger Bursche vielen Jahren mal einige Bücher der evangelikalen Roman-Reihe “Finale” las, tat ich das als ganz schön spinnert ab(vieles ist einfach zu amerika-lastig, und nur für den bible-Belt Ami verständlich). Aber wenn man vom Ende her denkt, dann steuert die ganze Sache auf eine Totalitäre Herrschaft hin. Natürlich immer im Sinne des Bürgers, der genug zu essen bekommen soll und in Frieden uns Sicherheit leben soll. Mehr braucht er nicht.

    Und solange dies so ist, wird keiner in den Widerstand gehen. Erst wenn die schleichende Totalisierung vorangeschritten, und unsere Schmerzgrenze ins Unerträgliche gestiegen sein wird, werden wir uns wahrscheinlich wehren, aber unser Widerstand “ist zwecklos”. Der Überwachungsstaat wird ihn im Keim ersticken können.
    Sucht Euch ein Stück Land in den Bergen mit einer Höhle in der Nähe. Baut jetzt Eure Subkultur auf, Eure eigenen Versorgungsnetzwerke. Dann wenn es viele solcher autonomen Zellen und Gemeinschaften gibt, können wir uns in der Not finden, denn es wird noch hammerhart kommen. Die vier apokalyptischen Reiter stehen nicht umsonst in der Apokalypse des Johannes. Auch wenn es solche Entwicklungen schon immer gegeben hat. Jede Wiederholung war aber um so heftiger.

    Siegeszug der neuen Weltordnung. (Weißes Pferd- Sinnbild für die politische Korrektheit)
    Chaos in den Beziehungen der Völker untereinander und damiteinhergehend Krieg (Rotes Pferd - Sinnbild für die Wiedereinführung sozialistisch-totalitärer Strukturen).
    Nahrungsmittelknappheit und Verteuerung der Lebensressourcen. (Schwarzes Pferd- Sinnbild für die Hoffnungslosigkeit)
    Dahinraffung großer Teile der Weltbevölkerung (skelletiertes Pferd — TOD)

    Ich geb’s ja zu ein pessimistisches Bild. Aber merkwürdigerweise verstecke ich mich nicht unter meiner Decke. Ich harre der Dinge, die da kommen, versuche Leute zu überzeugen bereite mein Umfeld vor. Aber ich lege mich nicht als dummer Idealist mit den Mächtigen an, solange ich keine Verbündete habe, die stark genug sind die bisherige Ordnung zu stürzen und eine neue aufzurichten.

    Vielleicht mag ja jemand von Euch vor den Bundesverfassungskadi ziehn und fragen ob die Annahme eines Vertrags legitim ist, obwohl der Vertrag gar nicht vorliegt?

    Na ja, genug pessimisiert. Ich lese lieber die Beiträge hier aber irgendwie hatte ich ein paar Minuten Zeit mir ein paar Gedanken von der Seele zu schreiben.

  • 41

    Kommentar von Dox

    28. April 2008 @ 17:46

    Eisvogel 37

    Kleiner Einwand:

    “Was hat das Antidiskriminierungsgesetz mit Gewerbefreiheit zu tun?”

    Die Gewerbefreiheit verletzt es nicht, aber die Vertragsfreiheit.

  • 42

    Kommentar von Eisvogel

    28. April 2008 @ 18:44

    Die Gewerbefreiheit verletzt es nicht, aber die Vertragsfreiheit.

    Ja, das stimmt.

    Danke, Serbian Girl, für die Übersetzung dieser Wehrmachtsplakate. Das ist regelrecht gruselig, wie nahe das an die EU rankommt. Man vergisst bei der Nazizeit sowieso immer gern, dass die nicht rumgelaufen sind und mit Schaum vorm Maul gebrüllt haben: “Hey Leute, wir sind die Ultra-Bösen!” und auch nicht darauf aus waren, dauerhaft Mord und Totschlag und Krieg zu betreiben, sondern nur solange bis die Störenfriede alle weg waren - was natürlich in der Realität ewig bedeutet hätte. In der Ideologie aber wohl nicht.

    Das umfasste alle Juden und von den Nichtjuden die Starrsinnigen, die sich ihrer “tollen Ideologie” verweigerten. Auch sie hatten - ähnlich wie der Islam, der Kommunismus und die Eine-Welt-Transnationalisten - ein Utopia in Frieden vor Augen. Solche Utopias bringen immer Leid über die Menschheit. Besser ist es, wenn man mit weniger zufrieden ist als mit dem Weltfrieden.

    @Mega Dux: Deine Zukunfstaussicht ist ja beinahe noch düsterer als meine. Ich finde den Vergleich mit den apokalyptischen Reitern aber interessant - mir fällt es sowieso schwer, zu leugnen, dass die Bibel prophetisch ist. Die Sache mit Israel ist einfach zu auffällig.

    Ich glaube auch nicht, dass wir eine Chance haben, die EU zu stürzen … egal was wir tun. Das können höchstens die Moslems und das ist nicht gerade wünschenswert - oder die europäischen Armeen in einem Putsch. Hoffen wir, dass ein paar Generäle mitlesen :wink:

    Was Du ansprichst, ist der Plan B, über den ich auch schon öfter nachgedacht habe. D.h. wie können wir uns in einer feindseligen Umgebung einigermaßen halten.

  • 43

    Kommentar von Deep Roots

    28. April 2008 @ 20:38

    @ TC:
    Antiamerikanismus ist auch mein Ding nicht – im Gegenteil. Das, was die Mission Deines Blogs ist („brigdging the gap…“) betreibe ich selber in privaten Gesprächen, wenn sich Anlaß bietet.
    Bezüglich des „Herausprügelns…etc.“ schrieb ich auch nicht „die USA“, sondern allgemein „die Siegermächte des 2. Weltkriegs“, und daß das von seiten der Amerikaner (und auch der Briten) deutlich milder vonstatten ging als von den Russen, da hast Du recht. Insofern wäre wohl „aberziehen“ das passendere Wort als „herausprügeln“.
    Dennoch war das Ausmaß dieser Umerziehung ein Fehler – einer, den auch Amerikaner (zu welchem Prozentsatz, weiß ich nicht) als solchen sehen. Als Beispiel füge ich hier einen Kommentar von „eatyourbeans“ zu Baron Bodisseys exzellentem Artikel „The Grail King“ (in dem es um das Verhältnis zwischen Nord- und Südstaatlern geht) ein:

    “Shortly after WW2, years before I was born, a distant cousin married a Southern guy. The reception was held at the bride’s parents’ home not far from Gettyburg. I once visited the place when I was little and you could still see bullet marks in the window shutters. I understand that a parking lot now sits where the house was. The developers unknowingly avenging the Sherman’s March, I guess.

    Anyway, it happened that in this house was a chair belonging to Thaddeus Stephens, a powerful voice in the Senate for imposing the harshest terms upon the defeated South. When the guests from Dixi got wind of this, they threw the chair out the window and burned it. No doubt the owners of the chair were furious, but I’m told that most of the other Damn Yankees attending were secretly quite amused.

    I think they were pleased that the South hadn’t lost its piss& vinegar. Where America has been so very lucky and where Europe hasn’t is that we curbed the former enemy; we didn’t break their spirit.

    Anyway that’s what this Yankee thinks.”

    Dafür, daß die Gutmenschelei auch die anderen westlichen Länder so stark erfaßt hat, ist das natürlich keine Erklärung. Was ich meinte, war, daß es den Betreibern des Transnationalismus ermöglicht, das solcherart in seinem nationalen Selbstbewußtsein geschwächte Deutschland, das davon abgesehen dennoch ein europäisches Schwergewicht ist, als Zugochsen auszunützen, um den Karren verstärkt in ihre Richtung zu ziehen.

    @ Dox: Es kann durchaus sein, daß die EU sich mit ihren ideologisch bedingten Blödheiten (Hätschelung der Schmarotzer auf Kosten der Leistungsträger, bürokratische Überregulierung etc.) irgendwann mal so sehr selbst vergiftet hat, daß sie mangels internationaler Konkurrenzfähigkeit zusammenkracht.
    Das wird aber noch eine Weile dauern, und es ändert auch nichts daran, daß das mit enormen Kollateralschäden (wirtschaftlich und gesellschaftlich) einhergehen wird. Das hätten wir alles nicht nötig gehabt, und dafür hasse ich die Eurokraten.

    @ Manfred: Ich für meinen Teil will weder einen europäischen Bundesstaat noch einen Staatenbund. „Demokratie setzt Staatlichkeit voraus“ – stimmt, aber Staatlichkeit hatten wir auch ohne EU schon die ganze Zeit über in unseren souveränen Nationalstaaten. Und für eine bloße Freihandelszone braucht man auch nicht mehr; dazu genügt ein Wirtschaftsabkommen (siehe EFTA).

    Den Österreichern der Zwischenkriegszeit wird übrigens von Nachgeborenen gern vorgeworfen, daß sie zu wenig an die Lebensfähigkeit des nach dem Ende der Monarchie so klein gewordenen Restösterreichs geglaubt haben; daß sie gemeint haben: „allein sind wir ja nix – wir müssen heim ins Reich“.
    Und heute sind diejenigen, die solche Vorwürfe erheben, häufig dieselben, die behaupten, die Zeit der nationalen Alleingänge wäre vorbei, wir könnten die globa