Die Westliche Allianz
Gastbeitrag von Deep Roots
Im folgenden möchte ich ein Konzept zur Diskussion präsentieren, das mich schon länger beschäftigt: das einer politischen, militärischen, wirtschaftlichen und kulturellen Interessengemeinschaft souveräner, demokratischer westlicher Nationalstaaten – möglichst aller demokratischen westlichen Staaten; der „Westlichen Allianz“.
Mir ist klar, daß so ein Konzept unter den heutigen politischen Rahmenbedingungen nicht realisiert werden kann. UNO, EU, die im Entstehen begriffene NAU, Big Business, Big Bureaucracy, Multikulti-Mafia, NGO-istan – das gesamte politische und wirtschaftliche Establishment aus Globalisten, New World Order und transnationalen Körperschaften hätte keine Freude an einer derart gegen ihre Interessen laufenden Entwicklung. Und die Vertreter der globalen islamischen Expansion, die den Multikulturalismus als „Computerwurm“ benutzen, um auf den „Festplatten“ der westlichen Länder ihre „Viren“ freizusetzen, wären damit genauso wenig einverstanden wie der Rest der Dritten Welt, der die westliche Zivilisation als Goldesel abhanden käme, wenn diese sich dem „White-Guilt-Syndrom“ entziehen und ihre eigenen Interessen wieder wahrnehmen würde.
Aber stellen wir uns einmal vor, wie eine solche „Westliche Allianz“ beschaffen sein könnte, die in erweitertem Rahmen das fortführt, was die NATO in den Jahren des Kalten Krieges für die Freie Welt war. Eine Gemeinschaft, die nur die Interessen des Westens global vertritt und die UNO, diesen überflüssigen, aufgeblähten korrupten Dritte-Welt-Förderverein, der ohne die Dollars, Kronen, Pfund und Euros genau jener Westler, gegen deren Interessen dieser Sauhaufen ständig agitiert, sowieso bald pleite wäre, auf den Wichtigmacherzirkus reduziert, der sie tatsächlich ist.
Eine Freihandelszone, die auf wirtschaftlichem Gebiet für eine breite Bevölkerungsmehrheit eben jene wirtschaftlichen Vorteile tatsächlich bringt, mit denen man uns für die EU bzw. NAFTA/NAU ködern will. Ein Freundeskreis westlicher (das heißt im wesentlichen europäischstämmiger) Völker, die ihre Identität wahren und sich darin auch gegenseitig unterstützen.
Wie könnte so etwas aussehen – nach einem „Reboot“ unserer Gesellschaften, nach einer Renaissance der Demokratie, deren Entwicklung und Erhaltung uns so viele Mühen, Leiden und Opfer gekostet hat?
1) Grundsätzlicher Aufbau der Allianz:
Ein unbedingtes Grundprinzip wäre die uneingeschränkte Souveränität der nationalstaatlich aufgebauten Mitgliedsstaaten. Es dürfte keine wie immer geartete überstaatliche Instanz geben, die in die Gesetzgebung der einzelnen Nationen eingreifen oder diese aushebeln kann. Kein „Allianz-Parlament“, keine „Allianz-Kommission“, keine Entsprechung zum Europäischen Gerichtshof. Jede - auch nachträgliche – Schaffung einer solchen Instanz muß grundsätzlich ausgeschlossen sein.
Daraus folgt auch die prinzipielle Unvereinbarkeit einer gleichzeitigen Mitgliedschaft in UNO oder EU (so noch außerhalb der Allianz existent) oder einer vergleichbaren Institution sowie in der WTO (mit dieser könnte es allenfalls Wirtschaftsabkommen geben).
Ebenso ausgeschlossen wäre eine Mitgliedschaft in der NATO, solange diese überhaupt noch existiert. Denn bei einer Rest-NATO vorderhand noch außerhalb der Allianz verbliebener Länder ist davon auszugehen, daß sie unter dem Einfluß der Transnationalen oder sogar moslemischer Unterwanderer samt deren Herkunftsländer stehen. Daher könnte es allenfalls ein vorsichtig positives Grundverhältnis dazu geben, das jederzeit revidiert werden kann.
Nur gewisse grundlegende Punkte in der Allianz-Charta haben Einfluß auf nationales Recht bzw. innere Verfaßtheit der Mitgliedsstaaten, und zwar in der Form, daß diese Punkte Voraussetzung sind für die Beitrittswürdigkeit eines Staates, wobei die Verpflichtung zu deren Einhaltung mit der Ratifizierung des Beitrittsvertrages in Kraft tritt:
Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Ausschluß sozialistischer Wiederbetätigung (dies wegen deren demokratiegefährdender Grundtendenz).
Natürlich können sich die einzelnen Mitgliedsländer gegenseitig über die Schulter bzw. in die Töpfe gucken, um allenfalls nachahmenswerte Gesetze unverändert oder an heimische Gegebenheiten angepaßt in den eigenen Rechtsbestand zu übernehmen – was auch jederzeit nach eigenem Gutdünken wieder rückgängig gemacht werden kann. Mit der Zeit könnte sich dadurch eine mehr oder weniger weitgehende Harmonisierung der Rechtsvorschriften innerhalb der Allianz entwickeln, soweit dies für Wirtschaft und Verkehr zweckmäßig ist.
Es gibt keine „Hauptstadt“ der Allianz. Alltägliche Angelegenheiten zwischen den Partnerländern werden über deren aufgewertete Botschaften geregelt, wichtigere bilaterale Fragen zwischen Nachbarn im Wege von Besuchsdiplomatie (Fachdelegationen, Ministergespräche oder richtige Staatsbesuche) geklärt, und für Themen, welche mehrere Länder oder die gesamte Allianz betreffen, gibt es regelmäßige bzw. anlaßbezogene Großkonferenzen in wechselnden Hauptstädten. In diesem Rahmen würden auch Beschlüsse betreffend die Außenbeziehungen der Allianz getroffen, sowohl was wirtschaftliche als auch Sicherheitsfragen betrifft. Hierbei würde jedes Land nur die Kosten seiner eigenen Teilnahme tragen sowie einen proportionalen Kostenbeitrag zum Aufwand des Gastgeberlandes leisten. Man könnte dies als „Graswurzelsystem auf zwischenstaatlicher Ebene“ bezeichnen.
Es gibt auch keine Zahlungen seitens der Mitgliedsländer an ein (ohnehin nicht vorhandenes) zentrales Regime; keine Nettozahler oder –empfänger. Jede Partnernation verwaltet ihre Finanzen weiterhin in völliger Souveränität selbst und ist darin nur ihren Bürgern verpflichtet.
Da diese Westliche Allianz einerseits kein Völkerkerker wie die EU sein soll, aus dem es praktisch kein Entrinnen mehr gibt, nachdem ein Land einmal beigetreten (worden) ist, und die Partnerländer sich andererseits doch auf eine gewisse Kontinuität verlassen können sollen, gelten für Bei- und Austritt folgende Regeln:
Ein Beitritt eines Landes erfolgt grundsätzlich nur auf Basis einer freien, geheimen Volksabstimmung, nachdem der Beitrittsantrag dieses Landes sowie dessen Beitrittswürdigkeit von der Allianz geprüft worden ist. Es wäre zu überlegen, ob auch in den bestehenden Mitgliedsländern Volksabstimmungen über die Akzeptanz des Aspirantenlandes notwendig wären. Da dies aber einerseits mit zunehmendem Umfang der Allianz immer komplizierter würde und andererseits den Altmitgliedern aus einem Neuzugang keine finanziellen oder sonstigen Lasten erwachsen, könnte man meiner Meinung nach mit einstimmigem Beschluß einer Sonderkonferenz aller Partnerregierungen das Auslangen finden. Diese Regierungen sind ja ohnehin ihren Bürgern verpflichtet und niemandem sonst (was man von den EU-Statthalterregimes nicht behaupten kann) und müssen auf ihre Wiederwahl bedacht sein.
Zur Vermeidung kultureller Inkompatibilitäten könnte es eine Liste prinzipiell erwünschter potentieller Mitgliedsländer als Anhang zur Gründungscharta der Allianz geben; jedes beitretende Land akzeptiert im Zuge seiner Volksabstimmung auch diese Liste. Jede Erweiterung der Allianz über diesen Kreis hinaus würde aber Volksabstimmungen in allen Nationen der Allianz erfordern.
Der Beitritt wäre in jedem Fall zunächst auf fünf Jahre befristet und ist danach einer weiteren Volksabstimmung zu unterziehen; findet sich hierbei keine Mehrheit für eine Verbleib in der Allianz, so läuft die Mitgliedschaft automatisch aus; andernfalls gilt sie danach unbefristet.
Wie bereits erwähnt, ist jedes Partnerland der Allianz eine freie Nation und kann auch wieder austreten. Um aber eine gewisse Verläßlichkeit und Kontinuität zu gewährleisten und den anderen Mitgliedern Zeit zu geben, sich auf diese Veränderung einzustellen, ist hierbei eine Kündigungsfrist von zwei bis drei Jahren einzuhalten (hier müßte bei der Gründung ein Konsens gefunden werden, welche Frist angemessen wäre).
Und um wetterwendischem Verhalten entgegenzuwirken (in guten Zeiten dabei, bei Schwierigkeiten seilt man sich ab, um dann gleich wieder einzutreten, wenn die Probleme vorbei sind) sind gestaffelte Sperrfristen für den Wiedereintritt eines zuvor ausgetretenen Landes vorzusehen. Beispielsweise fünf Jahre nach dem ersten Austritt; wenn ein Land danach wieder austritt, sind es schon sieben Jahre, und nach einem dritten Austritt müßte ein Land schon zehn Jahre warten, ehe es sich der Allianz wieder anschließen darf. Eine „ewige Sperre“ nach einem weiteren Austritt halte ich nicht für angemessen, da sich die vorherrschende Einstellung eines Volkes über Generationen doch ändern kann und man spätere Generationen nicht für den Wankelmut der gegenwärtigen bestrafen sollte.
2) Die Interessengemeinschaft, welche die Westliche Allianz darstellt, umfaßt folgende Dimensionen:
a) Die politische Dimension:
Die Mitgliedsländer unterstützen einander im politischen Bereich der Weltbühne und weisen sämtliche gegen die Allianz oder auch nur gegen ein einzelnes Mitgliedsland gerichtete politische Initiativen seitens der UNO, anderer transnationaler Vereinigungen oder einzelner Länder ab. Hierbei kommt neben diplomatischer Intervention gegebenenfalls auch wirtschaftlicher Druck zur Anwendung, und im Bedarfsfall ist auch militärischer Druck nicht ausgeschlossen. Außerdem übernehmen die Allianzpartner über ihre Botschaften und Konsulate die diplomatische Vertretung von Mitgliedsländern in Staaten, wo diese selbst keine Botschaften unterhalten.
b) Die militärische Dimension:
Die Westliche Allianz ist eine Verteidigungsgemeinschaft, die militärische Drohungen gegen eine oder mehrere Partnernationen mit massivem Gegendruck beantwortet und jeden Angriff auf eines ihrer Mitglieder mit aller Härte zurückschlägt. Auch bei „low intensity-Konflikten“, bei denen „Partisanen“ oder „Untergrundkämpfer“ aus Nachbarländern ins Territorium eines Allianzmitglieds einsickern, geht die Allianz militärisch gegen das Herkunftsland dieser Kräfte vor. Hierbei gibt es keine „Out of Area“-Einschränkungen – die Machtprojektion der Allianz umfaßt die ganze Welt.
Und es gibt auch keine Obergrenzen beim Ausmaß der angewandten militärischen Gewalt – wenn ein Angreifer anders nicht zu besiegen oder zum Einlenken zu zwingen ist, liegt auch totaler Krieg bis hin zum Atomwaffeneinsatz im Bereich des Möglichen. Der Beitrag kleiner Partnerländer ohne ferneinsatzfähige Streitkräfte könnte im Bündnisfall darin bestehen, den Heimatschutz ihrer größeren Nachbarn zu verstärken (diesen also gewissermaßen „den Arsch zu decken“), sodaß diese einen größeren Teil ihrer Kräfte ins Einsatzgebiet entsenden können.
c) Die wirtschaftliche Dimension:
Die Westliche Allianz ist eine Freihandelszone, zwischen deren Mitgliedern es weder Zollschranken noch andere Handelshemmnisse gibt. Allerdings bleibt es der Gesetzgebung der Mitgliedsländer vorbehalten, den Verkauf bestimmter Produkte aus Sicherheits-, Gesundheits- oder Umweltschutzgründen auf ihrem Territorium zu verbieten, solange dieses Verbot allgemein gilt und nicht nur gegen einzelne oder alle Mitgliedsländer außer dem eigenen gerichtet ist.
Es bleibt den einzelnen Partnernationen vorbehalten, wie sie ihre Außenhandelsbeziehungen mit Nichtmitgliedern gestalten, die der Allianz freundlich bis neutral gegenüberstehen. Die Allianz behält sich aber wirtschaftliche und rechtliche Sanktionen gegen Nichtmitgliedsländer vor, die unseriöse Geschäftspraktiken betreiben (Beispiel: China mit seiner fortgesetzten Mißachtung von Urheberrechten westlicher Firmen).
Ebenso sind Zollschranken gegen Länder vorzusehen, die aufgrund autoritärer Systeme bzw. korrupter Eliten ihre Bevölkerung entgegen marktwirtschaftlicher Prinzipien auf ein Lohnniveau zwingen, mit dem zu konkurrieren westlichen Arbeitnehmern nicht zugemutet werden kann (Beispiel: die Sowjetunion, die Produkte zu Dumpingpreisen in den Westen exportierte, um so auf Kosten des inländischen Lebensstandards an Devisen zu kommen). Und gegen feindliche Länder beschließt die Allianz Handelsembargos, um so einen Kalten Krieg auf Wirtschaftsebene zu führen.
d) Die kulturelle Dimension:
Die Partnernationen der Westlichen Allianz schützen und pflegen ihre eigene kulturelle Identität. Sie weisen Kulturrelativismus und „Blame Whitey“-Tendenzen zurück und verteidigen ihr gemeinsames kulturelles Erbe gegenüber Außenstehenden.
3) Wer darf der Westlichen Allianz beitreten?
Hier seien erst einmal meine Anmerkungen zum Begriff „westlich“ eingefügt: natürlich ist mir klar, daß auf einer Kugel wie der Erde West und Ost – im Gegensatz zu Nord und Süd – nicht absolut sind und daß z. B. China von Amerika aus in westlicher Richtung näher liegt als in östlicher. Aber wenn man die „Landhemisphäre“ der Erde betrachtet, das heißt den Teil ohne Pazifik, so nehmen die Länder der europäischstämmigen Zivilisation doch den „Westquadranten“ derselben ein; daher ist die Bezeichnung „westlich“ durchaus angemessen.
Beitrittswürdig sind alle „westlichen“ Länder, das heißt, alle, die eine ethnisch überwiegend europäische Identität oder einen kulturellen Bezug zu dieser besitzen, sofern sie die weiter oben unter 1) genannten politischen Voraussetzungen erfüllen. Geographisch hieße das:
1) Europa einschließlich Islands, mit Ausnahme Rußlands, das sich selber nicht als „westlich“
sieht
2) Israel sowie (falls in Zukunft existent) von moslemischem Einfluß befreite Staaten des
christlichen Orients (z. B. Libanon, „Assyrien“, ein koptisches „Kernägypten“, ein
Nestorianerstaat am Persischen Golf)
3) Nordamerika (USA, Kanada, Bahamas, Bermuda)
4) in Südamerika nur die beiden „weißen“ Staaten Argentinien und Chile (keine Indio-
Staaten)
5) Australien und Neuseeland
6) ein „weißes“ Namibia und ein „Weiß-Südafrika“ nach politisch-territorialer Trennung von
schwarzen Ethnien
Darüber hinaus ist für kleinere Länder nicht-westlicher ethnischer Identität, die sich und ihre Interessen bei uns besser aufgehoben sehen als woanders, eine assoziierte Mitgliedschaft oder privilegierte Partnerschaft möglich, sofern sie den politischen Voraussetzungen entsprechen und dies auch (und vor allem!) für die Westliche Allianz von Vorteil ist. Es ist nicht ausgeschlossen, daß aus diesem Status in einigen Generationen – je nach gesellschaftlich-kultureller Entwicklung – auch einmal eine Vollmitgliedschaft werden kann. Beispiele hierfür wären die Inselstaaten Ozeaniens, Singapur oder auch einzelne Karibikstaaten.
Mit bedeutenderen nichtwestlichen Ländern wie Japan, (Süd)-Korea oder Rußland können Zweckbündnisse zur Eindämmung chinesischer Hegemonialbestrebungen oder islamischer Expansion geschlossen werden.
4) Auch eine Reise von tausend Meilen…
…beginnt mit einem einzigen Schritt. Wie bereits in der Einleitung angemerkt, steht das gegenwärtige politische, gesellschaftliche und mediale Establishment der Verwirklichung einer solchen Gemeinschaft strikt entgegen. Doch selbst mit echten demokratischen Regierungen ist so etwas nur dann zu machen, wenn es einen mehrheitlichen Volkswillen in diese Richtung und eine mentale Basis dafür gibt. Und dazu können wir, jeder einzelne von uns, in einer Art Graswurzel-Dimension auf privater Ebene etwas beitragen.
Möglichkeiten hierfür gibt es viele:
Man könnte an kulturellen Begegnungen teilnehmen, entweder als Einzelperson oder - wie von 8dS-Kommentator Emil Ule vorgeschlagen – im Rahmen von Kulturvereinen, die solche Veranstaltungen auch organisieren könnten.
Man könnte persönliche Kontakte zu Leuten aus Nachbarländern aufbauen.
Man könnte auf Reisen bzw. beim Umgang mit Besuchern verstärkt nach dem Prinzip handeln: „jeder ist Botschafter seines Landes“.
Und für all das sind Fremdsprachen wertvoll – wie wäre es, vorhandene Kenntnisse aufzufrischen oder überhaupt mit dem Erlernen einer neuen Sprache anzufangen, die man bei Reisen in das eine oder andere Nachbarland brauchen kann?
Schlußendlich kann man auch im privaten Gespräch immer wieder unaufdringlich und sachlich fundiert Bewußtseinsbildung im Sinne dieser Idee betreiben, unter anderem auch indem man das Nationalstaatsprinzip und das Recht auf demokratische Selbstbestimmung auch des eigenen Volkes verteidigt und die Berechtigung übernationaler Gesetzgebung ebenso zurückweist wie all die Schuldzuweisungen, mit denen die Ansprüche der Drittweltler an uns gerechtfertigt werden.
Und wenn ausreichend viele von uns es wollen, wird es irgendwann einmal kein bloßer Traum mehr sein.
„Car l’alliance d’occident – aujourd’hui,
ca commence avec toi!“





Kommentar von Eisvogel
19. Mai 2008 @ 18:21
Die Vorstellung ist einfach traumhaft, Deep Roots. Genauso wäre es schön und richtig - und das ist auch ein Beweis, dass wir EU-Ablehner nicht die nationale Einigelung und feindseliges Misstrauen befürworten.
Vielleicht denken viele EU-Befürworter die EU wäre so etwas ähnliches wie die Westliche Allianz? Oder wäre zumindest so konzipiert und nur ein bisschen schlecht umgesetzt oder leicht aus dem Ruder gelaufen und prinzipiell reparabel?
Ich habe das früher auch gedacht und war sehr dafür. Ehrlichgesagt hat mir sogar die Fahne - dieses schöne tiefe Blau und die goldenen Sterne - extrem gut gefallen. Ich weiß, dass das ein belangloses Detail ist, aber ich hatte wirklich den Wunsch, unter dieser Fahne mit europäischen Freunden frei und friedlich vereint zu sein.
Aber es ist nicht so. Nach der Lektüre von Bat Ye’Or und nach den vielen Fjordman-Übersetzungen, bei denen ich vielen Links gefolgt bin und von dort wieder Links gefolgt bin, bei denen ich viel recherchieren musste, weil ich nicht wusste, wie irgendeine blöde Kommission auf deutsch heißt (man kann das ja nicht einfach übersetzen, die Dinger haben ja manchmal auch Eigennamen), hat sich ein Wissen angesammelt, dass diesen schönen Wunschtraum leider versaut hat. Die EU ist nicht als das gedacht!
Deshalb vielen Dank für die Ausarbeitung der Westallianz, Deep Roots. Wir brauchen nicht nur Genörgel, nicht nur “Die UNgehEUer müssen weg!” sondern auch “Wie geht es weiter, wenn sie weg sind?”.
Und so könnte ich mir das vorstellen.
Natürlich sehe ich das wie Du, dass das im Moment urealistisch ist, aber aussprechen dürfen wir es und sollten wir es.
Kommentar von Manfred
19. Mai 2008 @ 21:55
Mit Verlaub, Deep Roots, Dein Entwurf krankt an dem Widerspruch, dass Du einerseits die uneingeschränkte Souveränität der einzelnen Nationalstaaten forderst und gleichzeitig davon ausgehst, die würden untereinander solidarisch sein.
Wenn es sich um demokratische Staaten handelt, dann wird idealerweise jede Regierung die Interessen des eigenen Volkes vertreten, notfalls eben auch auf Kosten der anderen.
(Nehmen wir ein konkretes Beispiel: den Konflikt um die sowjetischen Kriegerdenkmäler in Estland vergangenes Jahr. Damals hat die Jugendorganisation von “Einiges Russland”, sprich die Kremljugend, die estnische Botschaft in Moskau besetzt und verwüstet. (Man denkt unwillkürlich an die Besetzung der US-Botschaft in Teheran 1979). Die nächstliegende Reaktion der westlichen, zumindest aber der europäischen Länder wäre gewesen, gemeinsam geharnischten Protest anzumelden, mindestens aber die eigenen Botschafter aus Moskau zurückzuziehen. Was machte unser Steinchen? Empfahl der estnischen Botschafterin, einfach in Urlaub zu gehen. Warum? Weil Deutschland den guten Draht nach Moskau nicht riskieren will. Erstens wegen Öl und Gas, zweitens - nun ja, wer weiß, wozu man die Russen noch einmal braucht. Das heißt, Deutschland und die übrigen Staaten Westeuropas nehmen es hin, dass Länder wie Estland, Litauen oder Polen von Moskau erpresst werden. Unsolidarisch ist das, unmoralisch ist es auch; es ist eben egoistisch vom Standpunkt der deutschen Interessen gedacht.)
Die Beispiele ließen sich x-fach vermehren. Natürlich haben die westlichen Staaten gemeinsame Interessen. Sie haben aber auch jeder für sich Interessen, die sich gegen die anderen richten können (und sei es das Interesse, sich von den anderen die Kastanien aus dem Feuer holen zu lassen. Auch das ist egoistisch, aber dem Nationalegoismus sollen ja nach Deinem Konzept gerade keine Zügel angelegt werden.)
Was die WTO betrifft, so ist der von ihr favorisierte Freihandel im Interesse exportstarker Nationen, etwa unserer eigenen. Protektionismus des Westens nützt uns überhaupt nichts.
Freihandel: Es gibt hunderte von unfairen Praktiken, mit denen Du das Prinzip des Freihandels unterlaufen kannst, wenn die Nationalstaaten uneingeschränkt souverän sein sollen. Subventionen, technische, Umweltschutz- Verbraucherschutznormen etc. Was übrigens der Grund dafür ist, dass Europa und Amerika sich alle paar Jahre einen Handelskrieg liefern. Es geht also nicht nur um Zölle. Und wieder stehen wir vor dem Problem, dass zwar alle ein Interesse am Freihandel haben - aber eben nur am Freihandel der Anderen, und am Protektionismus des eigenen Landes.
Und zur militärischen Dimension: Ich kann nicht erkennen, wo der Unterschied zur NATO liegen soll. (Wenn es Dir darum geht, dass die jetzigen westlichen Regierungen der falschen Ideologie folgen, so musst Du Veränderungen auf der innerstaatlichen, nicht der zwischenstaatlichen Ebene suchen.)
Kommentar von Deep Roots
19. Mai 2008 @ 22:22
@ Eisvogel:
Danke nochmal für die Möglichkeit der Präsentation!
Die Gedanken dazu sind mir schon länger durch den Kopf gegangen und haben sich weiterentwickelt.
Die Grundidee ist mir erstmals bei der Lektüre von Samuel Huntingtons “Kampf der Kulturen” gekommen.
Und zwar dort, wo er beschreibt, wie sich die UNO immer mehr zu einer dem Westen eher feindlichen Organisation entwickelt, die von Nichtwestlern zunehmend dazu instrumentalisiert wird, deren Interessen auf unsere Kosten durchzudrücken; wie sie sich bei allen sonstigen Differenzen immer dann einig sind, wenn es gegen unsere Interessen geht, und daß wir uns von der Vorstellung verabschieden müssen, unsere Vorstellungen von Demokratie und Menschenrechten in Zukunft weltweit durchsetzen zu können.
Da dachte ich mir: “Was machen wir überhaupt noch in dem unnötigen Verein? Und was würden die machen ohne uns? Und wie wär’s stattdessen mit einem rein an westlichen Interessen orientierten Insidergruppe als Konkurrenzverein zur UNO?”
Hierbei dachte ich zunächst an eine Art moderne Version von Tolkiens “Weißem Rat von Rivendell”, ein bloßes Forum, in dessen Rahmen wir Westler uns über Kooperation und Zusammenhalt gegen die Nichtwestler austauschen könnten.
Mit der Zeit hat sich diese Idee in Richtung einer Allianz weiterentwickelt, wobei auch viele Erkenntnisse eingeflossen sind, die aus der Beschäftigung mit der EU, dem Transnationalismus, dem Islam und der Political Correctness etc. gewonnen habe. Unser konservativer Teil der Blogosphäre war da sehr wertvoll (Fjordman comes to mind!), und ohne Blogs wie PI, Gates of Vienna und Acht der Schwerter wäre ich vielleicht nicht so weit.
Ein Gedankenaustausch mit Time sowie Eisvogels Einladung zu einem diesbezüglichen Gastbeitrag haben schließlich den Anstoß zu einer konkreten Ausformulierung dieses Konzepts von der “Westlichen Allianz” gegeben, und da sind wir nun.
Mir ist klar, daß das in jetziger Form nur ein grundlegender Vorentwurf sein kann, wo es einiges gibt, das ich nicht bedacht habe; Mängel, die auf Wissenlücken oder fehlende Erfahrung meinerseits zurückgehen.
Deshalb bin ich gespannt auf die Diskussion mit Euch.
Um es nautisch auszudrücken: Das wird ein “shakedown cruise” der M.S. “Atlantica”; man kann es auch mit dem “angles and dangles”-Verfahren vergleichen, das amerikanische U-Boot-Kommandanten am Beginn einer langen Unterwasserpatrouille praktizieren. Dabei wird eine Serie von Manövern gefahren, die alles offenbaren sollen was noch locker ist, klappert oder sonstwie verräterische Geräusche macht.
Also, liebe Leute: Shake the boat!
Deep Roots
P.S., @ Eisvogel: Rein vom Ästhetischen her finde ich das EU-Logo bzw. die EU-Fahne auch sehr schön - schade, daß uns das so verleidet wird durch das, wofür es steht.
Mit Beethovens Neunter geht es mir da genauso - die werde ich erst wieder genießen können, wenn wir den Eurokraken alle Fangarme abgehackt und sie samt ihrem Muttermonster auf Neptuns Friedhof geschickt haben werden.
Kommentar von Deep Roots
19. Mai 2008 @ 22:34
@ Manfred: Ich sehe, Du schüttelst schon.
Sehr gut, ich werde mir zu Deinen Einwänden Gedanken machen und mich dazu äußern - aber nicht mehr heute.
Es hat nicht jeder das Nachtschicht-Stehvermögen von Time (nochmal
).
Bis morgen,
Deep Roots
Kommentar von Time
20. Mai 2008 @ 0:11
Hallo Deep Roots, hallo allerseits,
Deep, meine Kritik an Ihrem hervorragenden Text, den ich sehr interessant finde, und dem ich in weiten Teilen zustimme, ist für Sie vorhersehbar: Es ist dies Ihre Liste der beitrittswürdigen Länder in 3), die dem Kriterium folgt, die Bevölkerungsmehrheit (wieviel % eigentlich? Brasilien 2005 zB.: 49,9 % bezeichnen sich selbst als Weiße, 43,2 als Mischlinge und 6,3 % als Schwarze, 0,7 % als Gelbe oder Indigene. Wiki: “Peru ist neben Bolivien und Guatemala eines der DREI Länder mit MEHRHEITLICH indianischer Bevölkerung”) müsse eine WEISSE Hautfarbe haben.
Nach meiner Anschauung müssen die Kriterien aber in (Poppers) “Welt drei” gebildet werden: Es geht um das Verständnis und die Anerkennung bestimmter THEORIEN: geschriebene Gesetze, Kultur, Verhaltensweisen, Wirtschaftsweisen, Konventionen, Ethik usw. Es geht um die konsequente Durchsetzung dieser THEORIEN, und deshalb würden bei mir im Prinzip auch Grünhäutige Chancen haben. Japan, Süd-Korea (wird eh bald vereinigt) und Rußland sehe ich nicht als gelegentliche Verbündete im Kampf gegen China. Ich befinde Russland als einen Teil Europas - und zwar bis Wladiwostok. Ich stimme Glucksmann nicht zu, der für die mohammedanistischen Tscheschtenen auf Tour geht. Dass Russland ein autoritärer Staat ist mit massiven Problemen, das stimmt mE., und ich bin froh, dass ich Deutscher und kein Russe bin. Aber Europa verdankt Russland unendlich viel, grandiose Dichter, großartige Komponisten, geniale Wissenschaftler, grandiose Beiträge zur europäischen Kultur! Eine Schande und Dummheit, wie bereitwillig Deutschland Geschäfte mit den Mohammedanisten macht, anstatt Einfluss auf Russland zu nehmen! Korea? Absolut liebenswerte und fleißige Leute! Japan? Wussten Sie, dass es im Deutschen mittlerweile 500 (!) Lehnwörter aus dem Japanischen gibt (J. C. A. Heyses Fremdwörterbuch enthielt 1901 lediglich die Einträge Aucuba, Bonze, Geisha, Japan, Mikado, Nippon und Soja)? China? War in der Historie bis auf ca. 250 Jahre (ungefähr seitdem es the USA gibt) DAS Zentrum der WELT in punkto Ökonomie, Wissenschaft, Wohlstand (wie Fjordman herausgearbeitet hat) und ist jetzt wieder groß im Kommen. Indien, das die ganze Welt und besonders Silicon Valley mit exzellenten Mathematikern beliefert… alles Freunde, die mir lieb sind!
Ich glaube nicht, dass ich zwangsläufig mehr Sympathien oder Gemeinsamkeiten zu einem WEISSEN christlichen Assyrer aus dem Irak oder Kopten aus Ägypten entdecken muss, als zu einem SCHWARZEN Bluesmusiker aus NY. Und überdies ist die Genetik DIE Wissenschaft im FREIEN Fall nach OBEN. “Einen Ringelschwanz, Schuppen, Schwingen? Wie hätten Sie es gern? Kein Problem für den Gendesigner”… OK?
Viele herzliche Grüße
von Time
PS: ICH bin WEISS, ich habe BLAUE Augen und HELLblonde Haare - eigentlich der perfekte Nazi! Aber ich mag Blues!
Kommentar von Eisvogel
20. Mai 2008 @ 13:44
Es geht um die konsequente Durchsetzung dieser THEORIEN, und deshalb würden bei mir im Prinzip auch Grünhäutige Chancen haben.
Also, ich hätte vor Grünhäutigen Angst und würde sie “diskriminierend generalverdächtigen”, Außerirdische zu sein
Im Ernst: Wie ich Deep Roots verstanden habe, geht es hier nur um eine Westallianz, nicht um die konsequente Durchsetzung der Theorie der New World Order und die gigantische Idee, alle Menschen brüderlich unter einer wohlmeinenden Weltregierung zwangszuvereinen. Alles bis auf die Orks natürlich - die müssen vorher weggebombt werden, wenn sie nicht abschwören - klar.
Eine Westallianz ist - wie der Name schon sagt - eine Allianz westlicher Staaten, d.h. von Staaten, deren Bevölkerung überwiegend westlich ist. Das sind Japaner und Koreaner nicht - das wollen sie auch nicht sein, sie sind m.E. glücklich damit, was sie sind. Eine solche Westallianz bedeutet ja nicht, dass man allen Staaten, die nicht beitreten können, gegenüber feindlich gesinnt ist oder sie verachtet. Ganz und gar nicht. Da können sehr freundliche Beziehungen gegeben sein.
Zum Beispiel gibt es einen “Club langer Menschen”. Das ist auch genetisch bedingt, wer da beitreten darf und wer nicht (Frauen über 1,80m und Männer über 1,90m glaube ich). Diese Menschen hassen doch deswegen keine kleineren Menschen oder meiden den Kontakt mit diesen.
Sie lassen sie einfach nur nicht in diesen Club eintreten und kein 1,70m-Mensch hat das Recht, deswegen “Diskriminierung” zu kreischen oder zu behaupten, er würde “ausgegrenzt” oder als minderwertig erachtet. Es steht ihm frei, mit anderen Leuten einen “Club mittelgroßer Menschen” zu gründen.
Es gibt die Arabische Liga - da dürfen Japaner und Isländer auch nicht rein. Kein Problem! Das ist das gute Recht der Araber. Sie dürfen da auch gerne den Iran ausschließen, der ihnen weltanschaulich vielleicht sehr nahe steht. Oder auch die Türkei. Die haben ja auch schon über einen so genannten Turan-Bund mit anderen Turkvölkern nachgedacht. Meinen Segen hätten sie! Ich würde niemals erwarten, dass Deutschland da aufgenommen wird, nur weil unsere Regierung ganz offensichtlich die “türkischen Werte” sehr hoch schätzt.
Und die Dritte Welt und die Moslems können von mir aus gerne die UNO haben, die sich sowieso nur für ihr Dauergejammer interessiert. Kein Problem. Sie sollen sie dann nur auch alleine finanzieren.
Warum ist immer nur, wenn wir Westler irgendetwas machen wollen, sofort der Anspruch da, dass wir die ganze Welt mit einbeziehen müssen oder zumindest den “netten” Teil der Welt? Warum sind wir immer so aufdringlich?
Fjordman hat mal geschrieben: Wir sind die Schmocks des Planeten!
Da hat er recht. Wir sind Nervtöter, die auf der ganzen Welt rumrennen, Geschenke und gute Ratschläge verteilen und erwarten, dass man uns liebt. Man liebt uns aber nicht, man hasst und verachtet uns. Und ja, manchmal kann ich ein bisschen verstehen, warum sich gerade die Moslems von uns angewidert fühlen. Natürlich hat das keinen Einfluss auf ihren Djihad, den führen sie gegen alle Ungläubigen. Aber gegen die etwas selbstbewussteren und weniger aufdringlich-penetranten Ungläubigen wie z.B. die Chinesen haben sie nicht so eine grenzenlose Verachtung wie gegenüber dem Westen. Und vermutlich ein bisschen mehr Respekt.
Mit Verlaub, Deep Roots, Dein Entwurf krankt an dem Widerspruch, dass Du einerseits die uneingeschränkte Souveränität der einzelnen Nationalstaaten forderst und gleichzeitig davon ausgehst, die würden untereinander solidarisch sein.
Ich habe nicht den Eindruck, dass Deep Roots von ständiger Solidarität unter diesen Nationalstaaten ausgeht. Ich denke, dass es in so einer Westallianz durchaus heftige Meinungsverschiedenheiten geben würde.
Der Grundgedanke sollte aber nicht sein, dass man immer solidarisch ist, sondern dass man es hinnimmt, wenn ein anderes Mitglied etwas anders macht als man das gerne hätte. Das muss nicht still hingenommen werden, aber hingenommen werden. Es geht doch nur darum, dass man sich gegenseitig Vorteile verschafft, z.B. durch Freihandelszonen. Oder auch durch Unterstützung im Kriegsfall.
Wenn die Esten und die Russen sich um interne Ehrpusseligkeiten wie Kriegerdenkmäler in die Wolle kriegen, muss das andere Mitglieder einer fiktiven Westallianz nicht jucken. Gut, es sollte ja auch ein Verteidigungsbündnis sein. Aber solange Estland Russland wegen dieser Attacke auf die Botschaft nicht den Krieg erklärt (und das stand ja nicht zur Debatte) , tritt das nicht in Kraft. Die Partnerländer können Estland unterstützen, müssen es aber nicht.
Ich bin überzeugt, dass es viel weniger blutige Konflikte gäbe, wenn nicht bei jeder Rumstreiterei zwischen zwei Staaten gleich die Weltmoralpolizei ihren Senf dazu geben würde. Sowas können zwei Länder untereinander besser ausmachen, und dann muss halt im Zweifelsfall auch mal der Schwächere nachgeben, wo’s nur um Ehrpussligkeit geht. So ist die Welt - sie ist kein Waldorfkindergarten. Russland stand ja jetzt nicht davor, Estland zu verwüsten.
Es ist korrekt: Eine Westallianz wäre unsicherer als die EUdSSR und auch in Kleinigkeiten handlungsunfähiger. Ein höheres Maß an Freiheit und Souveränität impliziert immer ein höheres Risiko, dass man streitet.
DAS ist ja gerade der Gedanke dahinter, dass die EU-Eliten im kleinen Kreis regieren wollen, ohne von souveränen Staaten oder gar so etwas schrecklich Unberechenbaren wie dem Volk (Gott bewahre!) in ihren Kreisen gestört und bei der Weltrettung belästigt zu werden.
Barroso hat es doch ganz klar ausgedrückt:
Er hat vollkommen Recht! Ich widerspreche ihm da faktisch gar nicht. Ja, eine Westallianz wie Deep Roots sie beschreibt, wäre schwieriger, sie würde es schwierger machen, irgendwelche Menschheitsbeglückungen in allen Allianzpartnern gleichzeitig zu Gute kommen zu lassen - wie z.B. den Euro. Oder auch wie die Einwanderung von Moslems, die Einführung von Hatespeech-Gesetzen, die Finanzierung von Judenmördern.
Das würden dann vielleicht einige Mitglieder tun, aber nicht alle.
Freiheit und Souveränit ist unbequem, Manfred. Und gefährlich!
Das haben auch die obersten Sowjets gewusst. Alle Totalitarismen sind (zumindest von einigen ihrer Vertreter!) wohlmeinende Versuche, allen Streit zu vermeiden und den Weltfrieden zu bringen - wobei man früher oder später immer darauf kommt, dass es bockige Menschen gibt, die man zu dem Zwecke wegschaffen muss.
Aber wenn die erst weg sind, dann ist alles gut.
Es ist ein Abwägen, was einem wichtiger ist. Freiheit und Souveränität einerseits vs. Sicherheit und hohen Organisiertheitsgrad (Machtkonzentration auf wenige) andererseits.
Kommentar von Bokito
20. Mai 2008 @ 18:46
Ja, es wäre wunderbar, wenn DeepRoots Traum in Erfüllung ginge.
Ich trauere heute um einen Mann, der wenigstens einige kleine Schritte in die richtige Richtung getan hat.
Der bisherige Düsseldorfer Oberbürgermeister Joachim Erwin (CDU) ist letzte Nacht verstorben. PI berichtet ausführlich.
Nur kurz: in seiner Amtszeit wurde Düsseldorf schuldenfrei, erlebt einen anhaltenden Wirtschaftsboom und hat eine stetig wachsende Bevölkerung (übrigens viele leistungswillige Menschen - besonders auch aus Asien).
In den ganzen Jahren seiner Amtszeit hat es kein Islamverein gewagt, auch nur ansatzweise eine Großmoschee wie in Köln oder Duisburg zu fordern!
Joachim Erwin hat seine Freundschaft zu Israel regelmäßig öffentlich bekundet.
Ich hoffe nur, daß es einen würdigen Nachfolger gibt und bin dankbar, daß es in Düsseldorf heute ein kleines bischen besser aussieht, als andernorts.
Sorry, wollte damit natürlich keinen Kölner oder Duisburger angreifen.
Kommentar von Anonym
20. Mai 2008 @ 20:27
“4) in Südamerika nur die beiden „weißen“ Staaten Argentinien und Chile (keine Indio-Staaten)”
Was ist mit Uruguay, das definitv kein “Indio-Staat” ist?
Kommentar von Time
20. Mai 2008 @ 21:59
Hallo allerseits,
off-topic, machen Sie mit bei einem Quiz? Von wem stammen folgende Regeln?
1. Sich der Bohnen zu enthalten.
2. Nicht aufzuheben, was zu Boden gefallen.
3. Keinen weißen Hahn anzurühren.
4. Brot nicht zu brechen.
5. Über kein Querholz zu treten.
6. Das Feuer nicht mit Eisen zu schüren.
7. Nicht von einem ganzen Laib zu essen.
8. Keinen Kranz zu zerreißen.
9. Nicht auf einem Viertelmaße zu sitzen.
10. Nicht das Herz zu essen.
11. Nicht auf Landstraßen zu gehen.
12. Keine Schwalben unter seinem Dache zu dulden.
13. Die Spur des Topfes nicht in der Asche zu lassen, wenn er herausgenommen wird, sondern die Asche durcheinanderzurühren.
14. Sieh nicht neben einem Lichte in einen Spiegel.
15. Wenn du dich aus dem Bettzeug erhebst, rolle dieses zusammen und glätte den Eindruck deines Körpers aus.
Nein, sie sind NICHT von Klo H. Metzel, es sind die Ordensregeln des Pythagoras (gest. 510 v. Chr.), den manche Historiker zu den Pionieren der beginnenden griechischen Philosophie, Mathematik und Naturwissenschaft zählen. Primitive, archaisch-schamanistische Tabus, aber sie standen am Beginn der grandiosen Wissensgeschichte des Westens (während wir den Nullen die “Null” verdanken sollen, die diese aber gar nicht selbst erfunden sondern lediglich - wie alles andere - geklaut haben, und zwar den Indern).
Aber das folgende Rätsel, das stammt von Klo (III/3, S.47): “Es gibt einen Baum, dessen Blätter nicht abfallen und der wie der Muslim ist! Sagt mir: Welcher Baum ist das?” Keiner seiner Gefährten konnte dieses schwere Rätsel lösen, dabei gibt es in Arabien eigentlich nur EINEN einzigen Baum. Klo selbst mußte die Lösung sagen: “Es ist die Dattelpalme.”
Ja, der alte Klo, mit dem konnte man Spaß haben, der hatte Humor, sogar ZWEI diesbezügliche Begebenheiten sind überliefert. In XIX/11, S.234 wird berichtet, dass ein Mann während des Ramadan mit seiner Frau Verkehr hatte (das Gebet braucht übrigens nicht wiederholt werden, wenn es in einem spermabefleckten Gewand verrichtet wird, V/25, S.71). Er hatte jedoch keinen Sklaven, den er als Sühne freilassen konnte, noch war er in der Lage, zwei Monate hintereinander zu fasten (mohamm. Fasten = Tagfasten). Deshalb schenkte Klo ihm einen Korb mit Datteln, damit er sie als “Sühne” an die Armen weiterverschenke. Der Mann: “Bei Gott, in Medina gibt es keine Familie, die ärmer ist als meine!” Da LACHTE Klo, “dass seine Eckzähne zu sehen waren, und sagte: “Dann gib die Datteln deiner Familie!”
Als Klo erzählte, im Paradies habe ein Araber zum Mißfallen Allas Ackerbau betreiben wollen, und ein Beduine daraufhin meinte, das sei aber bestimmt kein Beduine gewesen, da diese keinen Ackerbau betrieben, “… lachte der Prophet” (XXI/10, S.259). Aischa berichtet jedoch in XXXVI/24, S. 436: “Niemals sah ich (Klo, T.) so lachen, dass das Gaumenzäpfchen zu sehen war. Er lächelte immer.”
Folgender Scherz aber ging sogar dem humorvollen Sektenchef zu weit (IV/25, S.71):
“Eines Tages verrichtete (Klo, T.) sein Gebet bei der Kaaba. In unmittelbarer Nähe saßen Abu Gahl und seine Kumpane. Einer dieser Leute sagte: “Wer von euch traut es sich zu, die Nachgeburt der Kamelin des Soundso zu holen und auf den Rücken Muhammads zu legen, während er sich im Gebet niederwirft?” Der Niederträchtigste dieser Leute entfernte sich und brachte wenig später das genannte Organ. Er wartete bis (Klo, T.) sich im Gebet niederwarf und legte es ihm auf den Rücken zwischen die Schulterblätter. Ich war Augenzeuge dieser Missetat, hatte aber nicht die Möglichkeit, einzuschreiten. Wenn doch noch ein paar andere Leute dagewesen wären! Abu Gahl und seine Kumpane brachen in schallendes Gelächter aus und warfen sich dumme Bemerkungen zu. (Klo, T.) verharrte in seiner Lage und erhob sich nicht, bis Fatima kam und die Nachgeburt von seinem Rücken nahm. Darauf hob er seinen Kopf und rief dreimal: “0 Gott, bestrafe diese Quraisch.” Dadurch, daß er Gott gegen Abu Gahl und seine Kumpane anrief, brachte er sie in eine bedrohliche Lage, denn sie waren davon überzeugt, dass Anrufungen in Mekka von Gott erhört werden (der Erzähler des Hadith, Abdulla Ibn Masud, offenbar nicht, T.). Darauf rief (Klo, T.): “0 Gott, bestrafe Abu Gahl, … (es folgen 5 dieser unmöglichen Namen, T.)” Er nannte auch den Namen des siebten Mannes, aber ich habe ihn vergessen. Bei dem, in dessen Hand ich mich befinde! Ich habe Leichen der Missetäter, die (Klo, T.) genannt hat, gesehen, niedergestreckt am Brunnen von Badr!”
Es grüßt Sie
Time
Kommentar von Deep Roots
20. Mai 2008 @ 22:20
@ Eisvogel, #6: Super formuliert, volle Zustimmung!
Hier nun meine Stellungnahme zu den Einwänden:
@ Manfred:
Die Solidarität unter den Mitgliedern der Westlichen Allianz wäre einerseits so weit sinnvoll durch praxisgerechte vertragliche Regeln sicherzustellen, was kein Widerspruch zur Souveränität wäre, weil diese Verpflichtung mit dem Beitritt freiwillig eingegangen wird und jederzeit mit dem regelkonformen Austritt aus der Allianz wieder gelöst werden kann. Und im Gegensatz zur sattsam bekannten EU-Realität gäbe es da keine laufenden nachträglichen Änderungen, zu denen das Volk nicht mehr gefragt wird.
Zum anderen kann sich für diese Solidarität durchaus auch eine emotionale Grundlage entwickeln, jedenfalls viel eher als durch Aufoktroyierung seitens einer bürgerfernen bürokratischen Herrschaftskaste.
Daß so etwas funktionieren kann, zeigt das Beispiel des Nordischen Rates, dessen Mitglieder Dänemark, Island, Schweden, Norwegen und Finnland seit den 50er-Jahren ein Kooperationsforum bilden, das im Wesentlichen auf Basis nicht bindender Empfehlungen an die Mitglieder funktioniert.
Sicher ist das leichter bei nur so wenigen Länder, die sich außerdem ethnisch großteils sehr nahe stehen.
Aber andererseits arbeiten sie auch enger zusammen, als für die Westliche Allianz notwendig bzw. wünschenswert wäre; z. B. sind die Bürger jedes Landes auch in jedem anderen Mitgliedsland voll sozialleistungs- und pensionsberechtigt (in diesem Zusammenhang haben auch die Dänen nicht ganz scherzhaft Überlegungen angestellt, ob sie dereinst nicht die Öresund-Brücke werden sprengen müssen, wenn nach dem Zusammenbruch des schwedischen Sozialsystems die Assigranten und einheimischen Sozialfälle massenhaft nach Dänemark strömen).
So wie zwischen Einzelpersonen in einer funktionierenden Gesellschaft auch, ist für eine solche Gemeinschaft souveräner Staaten eine gesunde Balance zwischen Egoismus und Altruismus erforderlich, und die kulturellen Voraussetzungen hierfür sind weltweit nicht gleichmäßig verteilt. Guckt ihr nochmal hier:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/b0/World_Map_Index_of_perception_of_corruption_nd.png/800px-World_Map_Index_of_perception_of_corruption_nd.png
Wie auf dieser Weltkorruptionskarte (dunkelgrün = am saubersten) ersichtlich, sind die skandinavischen Länder im positiven Spitzenfeld, und die anderen grünen Länder sind auch alles germanische Länder (noch dazu sind das alle germanischen Länder der Welt!). Und der Rest Europas sowie die USA steht diesbezüglich auch noch besser da als jede nichtwestliche Region der Erde.
Wir haben auch sonst einmalige historische Voraussetzungen für das Gelingen einer solchen auch von innerer Überzeugung getragenen Allianz:
Seit mehr als 60 Jahren hat es - mit Ausnahme der Jugoslawien-Konflikte – keinen Krieg mehr zwischen westlichen Ländern gegeben, und zwischen etlichen davon seit mehr als einem Menschenalter nicht mehr;
Wir sind heute diejenige Kultur, die am meisten für andere Völker auf der Welt tut; wenn wir diese Solidarität stattdessen endlich einmal wieder unseren eigenen Landsleuten und Nachbarn zukommen lassen, haben wir schon viel erreicht;
Und schließlich könnte uns die Abwehr gegen die gemeinsame Bedrohung durch Nichtwestler (hauptsächlich Moslems, aber nicht nur!) zu einer Schicksalsgemeinschaft verbinden und uns dazu bringen, das Gemeinsame im Kontrast zu den fremden Unterwanderern stärker zu sehen.
Wenn irgendeine Zivilisation es schafft, so eine dauerhafte, gedeihliche Allianz zustande zu bringen, dann wir.
Eine Mitgliedschaft in der WTO habe ich ausdrücklich ausgeschlossen – die Allianz könnte mit dieser - solange noch existent – allenfalls Wirtschaftsabkommen schließen.
Und die von Dir erwähnten unfairen Praktiken im Freihandel werden sich zwar nicht durch vertragliche Regelungen der Allianz ausschließen lassen, aber eingedenk des Prinzips „wie du mir, so ich dir“ werden die einzelnen Regierungen gut beraten sein, hier Augenmaß walten zu lassen. Wie Eisvogel schon schrieb, kann und wird es da durchaus auch mal Streit geben, aber im großen und ganzen werden wir uns schon konstruktiv zusammenraufen. Ich bin zuversichtlich, daß wir das hinkriegen.
Nun noch zur militärischen Dimension: Ich stelle mir gar keinen so großen Unterschied zur NATO vor, die im Rahmen dessen, wofür sie gedacht war, recht gut funktioniert hat.
Wie ich schon schrieb:
„Aber stellen wir uns einmal vor, wie eine solche „Westliche Allianz“ beschaffen sein könnte, die in erweitertem Rahmen das fortführt, was die NATO in den Jahren des Kalten Krieges für die Freie Welt war.“
Die Unterschiede würden im wesentlichen nur darin bestehen, daß die militärische Dimension hier keine „Stand alone“-Lösung wie die NATO wäre, sondern Teil des Gesamtpaketes „Westliche Allianz“, sowie darin, daß es keine geographische Beschränkung des Geltungsbereiches gäbe und daher auch keine „Out of area“-Gebiete.
Die Probleme mit dem „Hannemann, geh du voran“ in Afghanistan und im Irak sind ja darauf zurückzuführen, daß diese Länder außerhalb des Zuständigkeitsbereiches der NATO liegen, in deren Rahmen diese Einsätze nur deshalb abgewickelt werden, weil sie ein eingespielter militärischer Großverband ist. Bündnisverpflichtung besteht da aber keine.
@ Night-TIME:
Zusätzlich zu Eisvogels hervorragender Stellungnahme zu Ihrer Kritik möchte ich noch anfügen, daß es mir beim Thema „Beitrittswürdigkeit“ nicht um einen biologischen Rassebegriff geht, sondern darum, daß für das Funktionieren einer solchen Allianz so viel an gemeinsamem über die jeweiligen Nationen hinausgehenden „Wir“-Gefühl benötigt wird wie wir nur kriegen können. Und da sind kulturelle und ethnische Gemeinsamkeiten enorm wichtig, das liegt nun mal in der menschlichen Natur.
Einzelpersonen teilweise nichtweißer Abstammung, die in einer weißen Mehrheitsgesellschaft auch emotional eingebettet sind und sich uns zugehörig fühlen, sind o.k. Das sind eben auch „welche von uns“. Und als Amerikaner hätte ich auch keine Probleme mit einem farbigen Präsidenten, wenn es jemand wie Präsident Palmer in „24“wäre.
Aber Obama, der sich eindeutig als Neger-Präsident mit unausgesprochener „bald sind wir am Drücker“-Botschaft präsentiert und jeden als Rassisten brandmarkt, der auf das hinweist? NIE!
Mag sein, daß es so etwas wie Poppers „Welt drei“ irgendwann mal geben wird, wo nur noch das Geistige eine Rolle spielt. Vielleicht wird dann auch, wie Heinlein in „Starship Troopers“ schreibt, „am gleichen Tag der Leopard seine schwarzen Flecken abgeben und einen Job als Milchkuh in Jersey antreten“. Vielleicht.
Aber in der heutigen Welt fällt mir z. B. zu Bolivien vorrangig Evo Morales mit seiner deutlich hervorgekehrten Indio-Identität und seiner „Böse-Westler“-Larmoyanz ein (o.k., früher war da auch noch Raquel Welch
). Und mit all den korrupten, undankbaren mafiosen Minderleistergesellschaften, die uns nur ausnutzen und uns trotzdem nicht mögen, will ich nichts mehr am Hut haben. Sollen sie doch in ihrer eigenen Sch***e krepieren. Wir schulden denen nichts.
Ich stelle mir die Westliche Allianz nicht als verbesserte UNO 2.0 vor, sondern als UNSERE Gemeinschaft, die UNSERE Interessen gegenüber denen wahrnimmt.
Die von mir als beitrittswürdig angeführten christlichen Orient-Völker sind da ja auch schon ein Grenzfall, aber das sind jeweils nur ein paar Millionen, die sich uns schon einigermaßen anpassen werden, noch dazu da sie – solange es ihre Moslem-Nachbarstaaten noch gibt – auf uns bitter angewiesen sein werden.
Und positive Beziehungen zu Ländern außerhalb der Westlichen Allianz habe ich ja nicht ausgeschlossen – sie müssen aber auch zu unserem Vorteil sein.
@ Bokito: Danke!
Und solche noch wahrhaft christdemokratischen Politiker wie von Dir genannt gibt es wohl heute leider nicht mehr…
@ Anonym:
Stimmt - Uruguay käme auch in Frage; hab’ mir gerade Infos dazu angesehen. Danke für den Tip!
Freundliche Grüße,
Deep Roots
Kommentar von Time
21. Mai 2008 @ 3:16
Hallo allerseits,
Clinton hat Kentucky gewonnen - für mich der wichtigste Staat in the USA… genau, wegen des W…hmhm… Nosferatu Obama oder Baba Yaga Clinton, wie würden Sie entscheiden? Ich, TIME, würde für die Clinton stimmen - nicht weil sie WEISS ist oder weil sie eine FRAU ist (doch, ähem, ein kleines bißchen auch deshalb…) … sondern weil ich sie für eine pro-westliche anti-Jihadistin, eine Partnerin Israels halte. Den reptilienhaften Obama kann ich mir dagegen durchaus als mohammedanistische Takija-Langzeit-Geheimwaffe a la Fuhrergan vorstellen. Aber den Jackpot gewinnen wird mE. letztendlich sowieso John ( http://de.wikipedia.org/wiki/John_McCain ).
Also bis später,
Time
Kommentar von Dox
21. Mai 2008 @ 3:55
Deep Roots,
wozu Allianzen?
Keine Allianzen, wäre ein Segen. So wie keine Parteien und keine Verbände einer Nation gut tun würden, wäre es gut für die Welt, wenn es keine Allianzen gäbe. Die gute Allianz gibt es genauso wenig wie es die gute Partei gibt. Wenn wir hier eine Eisvogelpartei gründen würden, gäbe es bald böse Machtspielchen. Auf Individualisten kommt es an. Was ist die CSU ohne Strauß. Er war die Partei. Amerika ist immer so gut wie sein Präsident. Genauso ist es mit Unternehmen. Daher sind gute Manager so teuer.
Ich denke, es ist eine hoffnungsvolle Entwicklung, dass Parteien und Verbände mehr und mehr durch Netzwerke entmachtet werden, in denen streitbare Individualisten den Lauf der Dinge bestimmen. Wir sind so ein Netzwerk. Ich halte uns nicht für bedeutungslos. Wir sind noch ganz Anfang und sollten uns nicht unterschätzen. Wer weiß, was hier noch ensteht? Bei Gelegenheit, im Moment fehlt mir die Zeit, würde ich gern mal eine Diskussion darüber anregen, welche Erfindungen wir brauchen. Vielleicht liest ja ein Tüftler mit und stellt sie dann her.
Kommentar von stary arbat 1683
21. Mai 2008 @ 11:12
Hallo Dox
guter Beitrag, das Seesternprinzip ist angesagt, und Thema Tüftler, das ist meine Leidenschfaft seit ich denken kann.
Alles, was mein Spinnschädel in den letzten Jahrzehnten so visualisiert hat, ist mit einiger Zeitverzögerung gekommen, habe auch Erfinder betreut, zur Kapitafindung usw. - auch in dem Erfinden von Geschäftsideen, Marktlücken usw.bin ich daheim, das ist ein Thema - denn aller Unfrieden der Welt beruht letztendlich auf sozialen Missständen, genau das ist meine Denkweise, für aktive Politik bin ich absolut ungeeignet, zumindest an der Front, in der Öffentlichkeit, das würde so ablaufen:
http://de.youtube.com/watch?v=6scbNyMEuWI
..weil ich ja weiss, das die anderen ALLE unrecht haben!
An diesem Thema sollten wir bleiben, das weckt Leidenschaft, habe zig Tüftler kennen gelernt.
Und Mafia-Banken, die bewusst Patente behindern usw. ganz aktuelle Geschichten - verhinderte Milliardengeschäft im Osten…ohh, da gibts irre Fakten.
Kommentar von stary arbat 1683
21. Mai 2008 @ 11:50
Habe von unten nach oben aufgearbeitet, jetzt erst bin ich bei Kommentar von Eisvogel 20. Mai 2008 @ 13:44 No.6 gelandet,
danke Eisvogel, mit einfachen und vertsändlichen Formulierungen wieder auf den Punkt gebracht.
Da ich sehr viel praktische Erfahrung im Umgang mit Politik und Wirtschaft habe, eben hinter den Kulissen “kosten” durfte, denke ich persönlich immer über die 6. Macht nach, also Volk, Regierung (Militärs),Kapital, Kirchen und Medien, also diese 5 in einer groben Einteilung, aber die 6. spielt eine erhebliche Rolle, nur eben im Hintergrund - die Mafiösen Organisationen.
Das macht mir persönlich Kopfzerbrechen, wenn ich über Einflussnahme und Veränderungspläne im grossen Stil nachdenke, und die Übergänge sind da fliessend.
Es sind verdammt viele Interessen zu berücksichtigen, wenn man die “Weltbühne” betreten will, mit dem Anspruch, als “Systemverbesserer” nun Einfluss nehem zu dürfen. Die Landkarte ist nicht das reale Abbild der Gegend, es ist nur eine grobe Skizze, persönlich habe ich mich wegen der “Einsicht” da eher zurück gezogen.
Grosspolitisch -meine ich.
Kommentar von Time
21. Mai 2008 @ 11:58
Hallo allerseits,
lesen Sie über die zivilisatorische Funktion bzw. Wirkung des Krieges bei Churchill in seinem Buch “Kreuzzug gegen das Reich des Mahdi”:
“Es läßt sich nicht bestreiten, daß es sich bei einer Schlacht, dem Höhepunkt, auf den sämtliche militärische Operationen zustreben, um ein Ereignis handelt, das nicht durch Strategie und Organisation unter Kontrolle zu halten ist. Bei einem rückhaltlos geführten Krieg im flachen Gelände ist allerdings die militärische Maschinerie von solchem Gewicht, daß kaum Menschen aus Fleisch und Blut die Oberhand behalten können, und die Zufälle des Kampfgeschehens sind auf ein Minimum reduziert. Der Krieg gegen die Derwische war in erster Linie eine Frage des Transports. Der Khalifa wurde durch die Eisenbahn bezwungen.” (FAZ200508)
“Die erste Aufgabe also, vor der die Militäringenieure standen, war die Rekonstruktion des Streckenabschnitts zwischen Sarras und Akasha. Dem Mangel an technisch geschulten Arbeitskräften wurde mit der zweifelhaften Einrichtung eines achthundert Mann starken Eisenbahnerbataillons entgegengetreten. Diese Männer entstammten vielen Stämmen und Klassen. Ihre einzige Qualifikation war ihr Wille, zu arbeiten. Der Verband war eine kunterbunte Erscheinung. Gefangene Derwische - wieder auf freiem Fuß, aber immer noch in ihrer Dschibba - halfen strammen Ägyptern beim Abladen von Schienen und Schwellen. Dinka, Schilluk, Jaalin und Barabra schaufelten zufrieden nebeneinander am Bahndamm. Ebenfalls eingestellt waren etwa hundert sudanesische Zivilisten, größtenteils Soldaten, deren Zeit abgelaufen war, und da sie besonders vertrauenswürdig waren und mit großem Stolz auf ihre Arbeit blickten, erlernten sie rasch die Kunst des Vernagelns und Verschraubens der Schienen auf den Schwellen sowie des Verlaschens und des anschließenden Streckens der verbundenen Schienen. Um die Arbeit dieser Männer von unterschiedlicher Rasse und Sprache, aber von ebenbürtiger Erfahrung zu leiten und zu überwachen, wurden einige Schienenleger aus Unterägypten gegen hohe Bezahlung als zivile Vorarbeiter eingestellt. Diese allerdings ließen mit wenigen Ausnahmen zu wünschen übrig, so daß sie nach und nach durch intelligente Männer aus dem Railway Battalion ersetzt wurden, die ihren Beruf mit dem Fortschreiten der Arbeiten vor Ort erlernt hatten. Mit der Projektierung, Bauleitung und Ausführung waren einige subalterne Offiziere der Engineers in Diensten der Ägyptischen Armee beauftragt, unter denen der bekannteste Edouard Girouard war.
Als die Linie an Länge zunahm, wurden einheimische Offiziere und Unteroffiziere der Ägyptischen Armee - aus dem aktiven Bestand oder Reservisten - als Stationschefs eingesetzt. Intelligente Unteroffiziere und Soldaten wurden zu Weichenstellern, Rangierern und Schaffnern. Der Verkehr wurde per Telephon überwacht. Um das Telephon zu bedienen, wurden Männer ausfindig gemacht, die lesen und schreiben konnten - allerdings solche, die gerade ihren Namen schreiben konnten, und auch das nur mit solcher Mühe, daß sie gewöhnlich lieber bei einem Stempel Zuflucht suchten. Um ihre Ausbildung zu verbessern und das Bahnpersonal für die Büroarbeit heranzuziehen, wurden in Halfa zwei Schulen gegründet. In diesen Einrichtungen, die im Schatten zweier Palmen ihren Betrieb aufnahmen, wurden zwanzig Schülern grundlegende Kenntnisse beigebracht.” (FAZ210508)
Forts und Eisenbahnlinien, diese Methode war auch im amerikanischen Westen erfolgreich.
Gruß, Time
Kommentar von Anonymaus
21. Mai 2008 @ 17:08
Passt eigentlich gut hierher (@Eisvogel: falls nicht bitte verschieben)
Kann der Westen gerettet werden?
Vortrag Can the West be saved?
Von Serge Trifkovic, Wien 11 Mai 2008
„Europa ist heute ein Pulverfass,“ sagte Otto von Bismarck, „und seine Regenten agieren wie Männer, die in einer Munitionsfabrik rauchen.“
Ich möchte Ihre Zeit nicht vergeuden mit einer weiteren Abhandlung darüber, dass der Islam nicht die Religion von Frieden, Toleranz und Mitgefühl, oder Ähnlichem ist. Wir sind darüber schon hinweg…
Hätte sich Amerika nach Pearl Harbour damit herum gequält, ob die japanische Staatsreligion Shinto eigentlich OK, nur Bushido, der damals eingeschlagene Weg des Kriegers im alten Japan der Samurai böse war, die angestrebte japanische Übermacht im ostasiatischen Raum (Greater Asian Co-Prosperity Sphere) würde bis heute bestehen.
Unter vernünftigen, von den Vorgaben politischer Korrektheit unverblendeten Menschen, ist die wirkliche Schuld von Mohammed und seiner Gefolgschaft gut bekannt. Und das seit Jahrhunderten.
Dieses Wissen aber, egal wie ruhig auch vorgebracht, ruft in der neo-linken Avantgarde unweigerlich das Geheul von „Islamophobie“ hervor. In den USA nennen wir sie „Neoliberals“, aber in Europa sind es die Sozialisten, die Linken, Mitglieder der 1968er Generation, die Avantgarde, welche viel verändert hat. Über die Jahre wurden sie sehr bürgerlich und sie erfreuen sich bis heute des Reichtums und der Privilegien der westlichen, wohlhabenden Gesellschaft….
http://europenews.dk/de/node/10360
Kommentar von Eisvogel
22. Mai 2008 @ 1:09
Das passt sehr gut hierher, Anonymaus. Diese Rede ist grandios. PI hat es auch schon abgedruckt.
Da sind ein paar Sätze drin, die wirklich neu und gut sind. Besonders hat mir gefallen, dass Serge Trivkovic auf das revolutionäre Potential des Islam eingeht. Denn DAS ist es, was ihn schrecklich macht - nicht seine Altbackenheit (die ist uns zwar auch teilweise unangenehm, aber die wäre keine große Problematik. Leider wird von fast allen Islamkritikern immer nur darauf rumgehackt)… und das erklärt auch die Tatsache, dass fundamentalistische Christen und orthodoxe Juden, die beide mindestens so “altbacken” sind wie Moslems, sehr häufig unter den intensivsten Islamablehnern zu finden sind, während die säkulareren Varianten beider Religionen eher zum peinlich-anbiedernden Dialügisieren neigen und die ganz topmodernenen gendergemainstraimten schwul-frauenbewegten Ökolinken so begeistert von etwas sind, von dem der normale Mensch erstmal denkt: Hä? Das ist doch exakt das Gegenteil von denen? Was finden die dran?
Es ist nicht das Gegenteil! Das selbstherrlich-besserwisseresche Revolutionäere, das Amoralische und Destruktive, der Anspruch, die ganze Welt retten und umkrempeln zu müssen, ist eine Geisteshaltung, die beide haben. Und die eint ganz offenbar mehr als ein bisschen Burkakram und Schwulenhatz trennt.
Ich glaube, ich mache auch noch einen Artikel dazu. Morgen. Die Rede kann nicht oft genug zitiert werden. Ich halte sie für grundlegend.
Zum Thema zurück:
Du hast gar nicht Unrecht, Dox. Fjordman hat irgendwo mal geschrieben, dass adhoc-Allianzen vielleicht manchmal nötig sein könnten. Das denke ich auch.
Was verhindert eine adhoc-Allianz der europäischen Länder gegen die Islamisierung? Die EU, die sie wünscht. Genaugenommen würden wir ohne EU nicht mal Allianzen gegen die Islamisierung brauchen, weil es keine gäbe. Die Moslems kamen nicht mit Panzern in unsere Länder. Ohne EU/EG hätten höchstens EINZELNE Länder den Einwanderungsmist gemacht. Nicht alle.
Und ich habe eigentlich Deep Roots Artikel so verstanden, dass er viel mehr darauf eingeht, was eine Allianz alles nicht darf als darauf, was sie darf.
Wir kommen nicht aus der allianzlosen Welt. Wir kommen aus der EU! Das ist unser Ausgangspunkt. Und von diesem Ausgangspunkt aus ist die Westallianz fast vollkommen “unallianzisch” .
Deep Roots beschreibt vor allem Einschränkungen einer Allianz - nicht ihre Kompetenzen. Und er beschreibt vor allem, dass diejenigen, die dafür sind, die EU lieber heute als morgen wegzuschaffen, durchaus noch zur Zusammenarbeit bereit sind und kein Europa befürworten, in dem nationalstaatlich hinter Grenzen mit Selbstschussanlagen eingeigelte Xenophobe ihren Nachbarstaaten die Pest an den Hals wünschen und lieber nordkorea-style verhungern, bevor sie mit diesen den Freihandel pflegen.
Ich denke, die EU bremst Europa aus.
Es gab sowohl in Dänemark als auch in Österreich (und vielleicht noch anderen Ländern) schon Tendenzen, Multikulti wenigstens einen ganz kleinen Riegel vorzuschieben. Das wurde EU-konform rabiat eingeebnet. In einer sehr lockeren Allianz hätten diese kleinen Länder ( es ist bei kleinen Ländern sicher einfacher als bei Deutschland oder Frankreich, etwas zu bewegen) das eben gemacht. Die anderen hätten vielleicht gemotzt und “Rassismus” gekreischt, aber mehr auch nicht.
Und irgendwann hätte man gesehen, ob die Länder, die ihren Molsemeinwanderern die Aufenthaltserlaubnis nicht verlängern und auch keine neuen mehr reinlassen, besser dastehen. Oder ob die besser dastehen, die “offen” sind und ihre “Vielfalt preisen”.
Und in demokratischen Ländern würde das dann zu Nachahmungseffekten führen.
Die EU verhindert komplett, dass ein Land der Gemeinschaft einen unkonventionellen Weg geht - auf eigenes Risiko - und die anderen dann gucken können, ob der gut ist oder nicht. Die Westliche Allianz würde das ermöglichen.
Die EU schafft vor allem auch eine Situation, in der sich die Exekutiven der Mitgliedsländer gegenseitig näher stehen als die Exekutive und das Volk eines jeden einzelnen Landes.
Kommentar von Dox
22. Mai 2008 @ 2:45
stary arbat 1683,
wir scheinen aber die beiden einzigen zu sein, die das Thema interessant finden. Vielen ist nicht klar, dass Erfindungen den Lauf der Geschichte bestimmen. Ein Beispiel: Wäre anstatt des Verbrennungsmotors ein anderer leistungsfähiger Motor erfunden worden, dessen Treibstoff nicht aus Erdöl gewonnen werden kann, hätten wir heute kein Problem mit den Moslems. Sie wären nie zu Milliarden Dollars und Macht gekommen. Ebenso kann es auch Erfindungen geben, die sie wieder Pleite gehen lassen, wenn sie den Islam nicht zum Teufel schicken. Eine solche Erfindung ist die Atombombe. Und ich bin froh, dass Israel sie besitzt. Aber es könnten auch ganz friedliche Erfindungen sein wie etwa der Lügenmelder in Kretidkartengröße, mit dessen Hilfe man sofort erfahren kann, ob ein Gesprächspartner die Wahrheit sagt. “Herr Minister Schäuble, sind Sie heimlich zum Islam konvertiert, um sich an den gesunden fröhlichen Menschen wegen Ihres körperlichen Gebrechens zu rächen?” Ein Blick auf den Lügenmelder genügt, um den Heuchler zu überführen. Eisvogel, jeder Verschwörung könnte man damit aufdecken. Welche Erfindungen würdest du dir wünschen? Und beachte, nichts ist unmöglich!
Entschuldigt! Wir sind hier bei einem anderen Thema. Ich wollte Deep Roots nicht ins Wort fallen. Behandeln wir die Erfindungen irgendwann später einmal.
Zurück zum Thema Allianz:
Ich glaube zum Beispiel nicht, dass uns die Nato vor einer Sowjetisierung des Westens bewahrt hat. Es war einzig und allein Amerika, dass die Nato nicht gebraucht hätte. Es machte nur mehr Eindruck auf die Russen, westliche Verbündete zu haben. Aber entscheidend war es nicht. Genauso verhält es sich im Irak. Mit Amerika steht und fällt alles. Die Alliierten sind nur Makulatur. Übrigens sind Amerikas Partner stets unzuverlässige Partner. Ein Sprengstoffanschlag in Spanien und schon springt einer ab. Amerika hat sich noch nie auf seine Bündnisse verlassen. Israel tut das auch nicht. Es mißtraut seinem “besten Freund” USA zutiefst und mit recht. Die Friedensvermittlungen amerikanischer Präsidenten haben Israel noch nie etwas gebracht. Mit dem Islam gibt es keinen Frieden. Vielleicht gibt es mal einen neuen Reagan, der das erkennt und sie entschieden wie jener den Kommunismus bekämpft hat, nunmehr dem Islam den Krieg der Sterne erklärt. Israel tut gut daran, von aller Welt militärisch unabhängig zu sein. Es ist die zweitgrößte Militärmacht der Welt und scheißt auf Allianzen. Denn wenn man sie am dringendsten braucht, werden sie einem verweigert. Daher ist es lieber das erfindungsreichste als das netteste Land. Womit ich verflixt noch mal wieder bei den Erfindungen wäre. Ich schwöre, das war nicht beabsichtigt. Es ergab sich irgendwie. Scheint doch fundamental zu sein.
Kommentar von Carolina
22. Mai 2008 @ 6:51
@ Eisvogel
Die EU verhindert komplett, dass ein Land der Gemeinschaft einen unkonventionellen Weg geht - auf eigenes Risiko - und die anderen dann gucken können, ob der gut ist oder nicht. Die Westliche Allianz würde das ermöglichen.
Das zeigt deutlich, wie sozialistisch die EU ist. Sie verhindert durch diese Gleichmacherei eine gesunde Konkurrenz unter den Staaten, die zu höchsten Leistungen anregt und befähigt.
Dieser Vorschlag von Deep Roots ist hervorragend. Ich bin überzeugt, die Mehrheit der Bürger Europas haben sich die EU genauso vorgestellt und sind plötzlich in der EU, wie sie heute ist, aufgewacht. Bei einer Volksabstimmung europaweit würde diese EU ganz bestimmt abgewählt.
Das Ziel hat Deep Roots sehr gut dargelegt. Die Probleme beginnen mit dem Weg dahin.
1. Wie schaffen wir die EU ab? Müssen wir warten, bis das ganze zusammenbricht oder kann man den Zusammenbruch beschleunigen?
2. Ein grosses Problem für mich ist die Integrität der Politiker. Es hat sich doch gezeigt, dass alle unsere Politiker, trotz Demokratie und der Möglichkeit zur Abwahl, korrumpierbar sind und ich habe jegliches Vertrauen in diese Leute verloren. Diese Leute haben uns doch, von einem Nationalstaat kommend, in dieses Gebilde “EU” hineinmanövriert. Wie könnte man dem entgegensteuern?
Kommentar von Deep Roots
22. Mai 2008 @ 14:36
@ Dox: Wozu Allianzen?
Weil man gemeinsam stärker ist als allein, was auch der Grund dafür ist, daß die Menschen durch ihre ganze Geschichte hindurch immer Gemeinschaften gebildet haben.
Man kann zwar selber darauf verzichten, Mitglied einer Allianz zu sein, aber nicht verhindern, daß andere um einen herum Allianzen bilden, und gegen die steht man dann schlecht da.
Die Kelten der Britischen Inseln sind auch deshalb ihren germanischen Nachbarn unterlegen, weil es ihnen stets schwerer als diesen fiel, sich gegen Bedrohungen zusammenzuschließen.
Das soll jetzt keine Absage an den Individualismus sein, sondern ich meine, jede Gesellschaft muß die richtige Balance finden zwischen Individualismus und sozialem Verhalten.
In unserer westlichen Kultur liegt der Schwerpunkt beim Individualismus, und damit sind wir bisher recht gut gefahren. Eine der geistigen Errungenschaften der Renaissance war auch die verstärkte Sichtweise des Menschen als Individuum, statt ihn hauptsächlich als Teil eines Kollektivs zu sehen. Bei uns ist die Gemeinschaft kein Selbstzweck, sondern soll ihren Mitgliedern einen bestmöglichen Rahmen für die individuelle Entfaltung bieten. Damit sie das aber kann, muß jeder einzelne etwas dafür investieren.
Andere Kulturen ticken da anders, sind kollektiver orientiert. Anders als für uns bedeutet es für Russen keine Vergünstigung, irgendwo ein Einzelzimmer zu haben, sondern sie brauchen „Ellbogenkontakt“, und Ostasiaten sind noch gemeinschaftsorientierter.
Und Moslems sind da sowieso ein Fall für sich…
Ich denke, die dadurch geprägten Mentalitäten haben auch Einfluß darauf, was die jeweiligen Gesellschaften zustande bringen. Die Westler mit ihrer individuumsorientierten Mentalität neigen eher zum Unkonventionellen, haben Talent zum Querdenken, zum Geistesblitz. Nicht umsonst wird die Mehrzahl der Erfindungen (womit wir bei Eurem Thema sind, Dox & Stary
) auch heute noch im Westen gemacht, während die Ostasiaten offenbar ein besonderes Talent dazu haben, aus diesen Erfindungen praktische, rationell zu produzierende Produkte zu entwickeln. So gesehen, könnten Westler und Ostasiaten einander in Zukunft eher noch brauchen und partnerschaftlich ergänzen als gewisse andere „Kulturen“.
Ob es dazu kommt, wird die Zukunft zeigen müssen, und welche Orientierung – ob individualistisch oder kollektivorientiert – dem Fortbestehen einer Gesellschaft eher nützt, wird sich auch noch weisen.
Um wieder mal meinen Heinlein zu zitieren (aus „Starship Troopers“):
„Das Universum wird uns wissen lassen – später – ob der Mensch ein „Recht“ dazu hat, sich in ihm auszubreiten oder nicht.“
Die Westliche Allianz, wie ich sie mir vorstelle, soll auch kein Korsett sein, das die Partnernationen einengt, sondern hat viel mit dem gemeinsam, was Du mit „Netzwerk“ meinst; eine Art Netzwerk freier Nationen nach dem Prinzip: „nur so viel Allianz wie nötig, so wenig Allianz wie möglich“.
Eisvogels diesbezügliche Ausführungen aus #17 beschreiben das sehr schön und treffend (danke, Eisvogel!).
Bezüglich der NATO meine ich, daß sie früher (vor allem vor dem Beginn der 68erisierung) sehr wohl eine wertvolle Rolle zur Eindämmung der Sowjetunion gespielt hat. Wahrscheinlich hätte Amerika notfalls auch allein dagegen bestehen können, aber die Lastenverteilung und vor allem die strategische Positionierung waren so doch um einiges besser.
In der Einleitung zu „Die Westliche Allianz“ habe ich übrigens von einem „Reboot“ unserer Gesellschaften geschrieben – damit meinte ich neben der Abkehr von Multikulti auch insgesamt ein radikales Zurückstutzen all der verderblichen linken bzw. linksfeministischen Einflüsse, die uns dermaßen geschwächt haben, daß der Verteidigungswert der NATO so weit gesunken ist und daß der ganze Schlamassel, über den wir uns so aufregen, überhaupt erst möglich wurde.
Klar ist, daß die Mitgliedschaft in einem Verteidigungsbündnis (oder überhaupt in einer Allianz) einen nicht zur Vernachlässigung der eigenen Stärke führen darf – man soll sehr wohl danach trachten, im Rahmen der eigenen Möglichkeiten so weit es geht eigenständig zu sein. Aber wenn diese einzelnen Stärken in gemeinsamem Interesse vereint eingesetzt werden, dann kann man gegen einen Gegner bestehen, gegen den man allein verloren wäre.
Zum Thema „Erfindungen“ werde ich sicher auch mal Gedanken äußern (das interessiert mich sehr wohl!), aber bei Gelegenheit in einem eigenen Kommentar.
@ Carolina: Volle Zustimmung auch zu Deinem Kommentar!
. Forza Italia!
Zu Deiner Frage 1): Warten wir mal den 12. Juni ab – lang ist’s ja nicht mehr bis dahin; dann schauen wir weiter.
Zu 2): In Österreich haben wir wenigstens noch die FPÖ, die noch national orientiert ist. In Deutschland sieht’s da schon trüber aus, aber vielleicht wird aus den Pro-Parteien noch was.
In Italien gibt es jedenfalls schon hoffnungsvolle Zeichen: wie Gates of Vienna berichtet, wurde in einer Ortschaft bei Verona ein bisheriges Musel-Gebetshaus geschleift, und dort soll ein Oriana-Fallaci-Platz entstehen
@ Time, den hoffentlich-nicht-Mahdi:
Forts und Eisenbahnlinien – jawohl! Heute wären das Artillerie-Feuerstützpunkte, Hubschrauber und Transportflugzeuge…
The West
is the best…
Deep Roots
Kommentar von Time
22. Mai 2008 @ 21:50
Hallo allerseits,
im Interesse, einerseits nicht völlig off-topic zu schreiben, andererseits das Thema “neuer Kolonialismus/Imperialismus” zZ. am Beispiel des Mahdi-Aufstandes im Sudan weiterzuverfolgen, habe ich eine unerwartete Gelegenheit durch einen bedeutenden Protagonisten dieses Konfliktes erhalten, der wie Deep Roots nämlich ÖSTERREICHER war (seien Sie gegrüßt, Deep!): RUDOLF SLATIN.
Slatin, der seinen Vornamen (anders als Wiki vermuten läßt) in einem mir vorliegenden Faksimile von 1932 mit “ph” am Ende schrieb, wurde 1880 als 23-Jähriger zum Gouverneur von Darfur ernannt, nachdem er sich in leitender Positition - stark protegiert vom Gouverneur Sudans, Generalmajor Charles George Gordon (”Gordon Pascha”), bei der Aufstandsbekämpfung bewährt hatte.
Zu dieser Zeit hatte Ägypten (das relativ unabhängig von der osmanischen Zentralregierung geworden war) im Interesse, Sklaven für seine Armeen zu gewinnen, immer weiter nach Süden ausgegriffen. Nach dem Staatsbankrott 1875 (ua. wg. Suezkanal) geriet das Land aber unter eine internationale Finanzaufsicht unter der Leitung Großbritanniens. Diese forcierte den Aufbau eines vor allem von europäischen Fachkräften getragenen Verwaltungssystems, welches auch das Ziel verfolgen sollte, die Sklaverei abzuschaffen. Beides (sowie ein extremer Steuerdruck) führte ab 1879 zu einer Gegenbewegung und zu Unruhen, an deren Spitze sich 1881 der seit 1871 predigende Muhammad Ahmad stellte, der sich nunmehr auch zum Mahdi erklärte. 1883 eroberten die Mahdisten die Stadt El Obeid, das ihnen entgegengesandte Heer von 12.000 Mann wurde von den Mahdisten vollständig ausgelöscht. Bis zum Dezember des Jahres hielt Gouverneur Slatin tapfer die Stellung in Darfur. Aber selbst sein Übertritt zum Mohammedanismus konnte seine (überwiegend orkischen) Truppen nicht mehr begeistern, so dass er sich in die 12 Jahre währende Gefangenschaft des Mahdi begeben mußte. In seinem zweibändigen Buch “Feuer und Schwert im Sudan” beschrieb er den Mahdi später folgerndermaßen: “… ein dunkler Bart umrahmte sein Gesicht, Nase und Mund waren gut geformt und beide Wangen durch drei Einschnitte TÄTOWIERT (vergl. Hadith Buhari, Recl. XXXIV/15, S.404: “Und er (Klo, T.) verbot das Tätowieren.”). Er hatte die Gewohnheit, immer zu lächeln und sein weisses Gebiss zu zeigen. Seine oberen Schneidezähne waren etwas getrennt, eine Eigenschaft, die im Sudan als Merkmal besonderer Schönheit gilt… ein eigentümlicher Geruch strömte… von ihm aus, der als der “Geruch des Mahdi” mit den im Himmel herrschenden Wohlgerüchen verglichen wurde”. Nach anfänglich guter Behandlung wurde Slatin bald jedoch in schwere Ketten geschmiedet. Nachdem im Januar 1885 Khartum erobert worden war, wobei es zur Ermordung Generalgouverneurs Gordon Paschas kam (dieser hatte zwischen 1879 und 1884 Aufgaben ausserhalb Sudans wahrgenommen), überbrachte man Slatin den abgetrennten Kopf seines Freundes.
Muhammad Ahmad verstarb am 22. Juni 1885 plötzlich und unter ungeklärten Umständen. Seinem Nachfolger, dem “Kalifa” Abdallahi ibn Muhammad gelang es, so Wiki, “das gesamte Gebiet zwischen den Provinzen Darfur im Westen, Sawakin im Osten (ohne die Stadt Sawakin selbst, die durch eine britische Garnison gehalten wurde), Dungula im Norden und Bahr al-Ghazal im Süden zu unterwerfen. Das Kalifat bildete die erste nationale sudanesische Regierung. Die Schari’a regelte alle Bereiche des menschlichen Daseins. Der Sklavenhandel wurde unter dem Kalifen wieder erlaubt.”
Der Kalifa nahm Slatin in sein Haus. In einer Exzerpte von Slatins Buch schreibt Bernhard R. Friedrichs 1932: “Dabei verlangt der Herrscher von seiner Umgebung die größte Unterwürfigkeit. Besonders hält er darauf, dass die Augen vor ihm immer niedergeschlagen werden, während er selbst unausgesetzt scharf beobachtet. Während des langjährigen Verkehrs mit ihm hat Slatin den Kalifa nicht ein einziges Mal im Inneren seines Hause ein Gebet verrichten sehen… Vor den Augen der Welt geht der Kalifa seinen Gläubigen mit bestem Beispiel voran, doch im Inneren seines Hauses gibt er sich den übertriebensten Ausschweifungen hin. Hemmungslose Schwelgereien füllen seine Zeit.”
1895 gelang Slatin (nach einem gescheiterten aber unentdeckten ersten Versuch ein halbes Jahr zuvor) die Flucht. Ganz Europa nahm Anteil an seiner Geschichte, er wurde mit Ehrentiteln überhäuft, und sein Buch kann als wesentlich dafür betrachtet werden, dass sich Großbritannien zum erneuten Kampf gegen die Madhisten entschloss. “An der Spitze eines englischen Heeres, dem er den Kriegsplan entworfen, zieht er nach Omdurman”, so Friedrichs. 1.9.1898: Das jihadistisch-mahdistische Heer wurde vernichtend geschlagen, das Grab des Mahdi zertrümmert, seine Leiche in den Fluß geworfen. Truppenstärken: 8.200 Briten und 17.600 Ägypter gegen 50.000 Mahdisten, Opferzahlen: 49 Tote und 382 Verwundete bei uns, 9.700 tote, 10.000 verwundete und 4.000 gefangengenommene Orks.
“Der Mahdi-Aufstand entwickelte sich zum ersten erfolgreichen Aufstand gegen den Kolonialismus in Afrika. Noch heute wird Muhammad Ahmad dafür in Sudan als Abu l’Istiklal (Vater der Unabhängigkeit) verehrt. Wie schon in der Zeit des Kalifats dient sein Grab auch heute noch als Pilgerstätte. Die von ihm gegründete Bewegung hat heute in Sudan ca. drei Millionen Anhänger”, kann man bei Wiki lesen. Da waren wir wohl nicht (”einer paßt immer”) GRÜNDLICH genug, das muss nächstes Mal besser werden.
Mit freundlichen Grüßen
von Time
PS, hier ein paar Links:
http://de.wikipedia.org/wiki/Mahdi-Aufstand
http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Omdurman
http://de.wikipedia.org/wiki/Maxim-Maschinengewehr
http://de.wikipedia.org/wiki/Charles_George_Gordon
http://de.wikipedia.org/wiki/Mahdi
Kommentar von Dox
23. Mai 2008 @ 3:32
Deep Roots 20
Es gibt ein Gesetz, dass von Nietzsche entdeckt wurde. Er hatte folgendes erkannt: Das Böse organisiert sich immer zuerst und am besten.
Deine Idee ist, diesem organisierten Bösen, dass überall um uns herum existiert, eine Organisation des Guten entgegenzustellen. Nietzsche würde dir sagen: vergiss es, organisieren können sich die anderen besser. Und ich meine, dass er recht hätte. Schau dir mal an, wer die meisten Leute bei Demonstrationen auf die Beine bringt. In einer freien Gesellschaft sind es immer ihre Feinde.
Durch Organisation ist das Böse nicht zu schlagen. Bisher wurde es immer durch Individualismus besiegt. Ein Volk von bewaffneten Individualisten ist die Lösung. Israel, Amerika und die Schweiz kommen der Sache am nächsten. Daher sind sie auch so erfolgreich. Die von dir entworfenen Allianz würde durch solche halbsozialistischen Staaten wie Deutschland und Frankreich handlungsunfähig.
P.S. Aber was uns durchaus voranbringt, sind Diskussionen wie diese hier. Wir klären grundsätzliches. Entkräfte meine Grundsätze und ich werde dir ewig dankbar sein. Dann muss ich nämlich bessere finden.
Kommentar von Time
23. Mai 2008 @ 12:09
Hallo allerseits,
meine Ausführungen (bzw. die von Friedrichs) unter #21 könnten den Eindruck hinterlassen, dass Slatin den Oberbefehl über die Omdurman-Unternehmung gehabt hätte. Dies war nicht der Fall, er lag vielmehr in den Händen von “Sirdar” H. H. Kitchener ( http://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Slatin / http://de.wikipedia.org/wiki/Horatio_Herbert_Kitchener ). Lesen Sie Churchills Bericht, wie der Feldzug weiter vorbereitet wurde.
Mit freundlichen Grüßen
von Time
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“Die bekannte Stärke des Khalifa ließ kaum Zweifel daran, daß die Zerstörung seiner Armee und die Einnahme der Hauptstadt große Kräfte erfordern würden. Notwendig war eine Eisenbahn, die den Nil an einem Punkt erreichte, von dem aus er einen offenen Wasserweg bot. (…) Durch den Ausschluß der Alternativen fiel so die Wahl auf die Route via Abu Hamed… Abu Hamed lag in der Reichweite der Armee in Merawi. Der Ort war kein entscheidender Punkt in der Verteidigung der Derwische, und deshalb war nicht damit zu rechnen, daß sie ihn wie Berber oder Metemma befestigen würden. Abu Hamed ließe sich, so die Überlegung, durch eine Kolonne einnehmen, die durch die Wüste anmarschierte und klein genug bliebe, um mittels Kameltransporten ausreichend versorgt werden zu können. In der Wüste, durch welche die Eisenbahnstrecke nach Abu Hamed verlaufen sollte, gab es sehr wenig Wasser, und deshalb wäre es sehr schwierig für kleine Kommandos, die Linie zu unterbrechen oder die Baumannschaften anzugreifen. Bevor die Bahn die Garnison der Derwische in Abu Hamed erreichen würde, wären diese daraus vertrieben und der Ort besetzt. Der Plan war perfekt und die Argumente zu seinen Gunsten schlüssig. Ein Punkt allerdings blieb ungeklärt: War das Projekt der Wüsteneisenbahn überhaupt realisierbar? Hervorragende Eisenbahningenieure in England wurden konsultiert. In Anbetracht der Umstände, so antworteten diese einhellig, das heißt unter den Bedingungen des Kriegszustandes, unter denen die Arbeiten vonstatten gehen müßten, sei es unmöglich, eine solche Linie zu bauen. Ausgezeichnete Soldaten wurden in der Angelegenheit um ihre Meinung gebeten. Das Projekt sei nicht nur unmöglich, antworteten diese, sondern absurd. Nachdem er diese Ratschläge eingeholt und darüber gehörig nachgedacht hatte, befahl der Sirdar, die Bahn ohne weiteren Verzug zu bauen. (…)
Lieutenant Girouard, dem das ganze Projekt anvertraut war, wurde aufgefordert, eine Kalkulation auszuarbeiten. Am Schreibtisch in seiner Hütte in Wadi Halfa erstellte er eine umfassende Liste. Nichts wurde vergessen. Jedes Erfordernis war notiert, für alles Nötige gesorgt, jede Schwierigkeit vorausgesehen. Die aufgeworfenen Fragen waren zahlreich und verwickelt. Die Antworten auf alle diese Fragen hatte Lieutenant Girouard in einem Folianten von mehreren Zoll Dicke versammelt, und seine Schätzungen waren von solch umfassender Treffsicherheit, daß die Bauarbeiten und die Mannschaften niemals auch nur durch den geringfügigsten Mangel aufgehalten wurden.
Auch ohne besondere Umstände wäre es eine Aufgabe von enormen Ausmaßen gewesen. Sie wurde jedoch in fünf Punkten noch erschwert: Die Arbeiten hatten unter militärischen Sicherheitsvorkehrungen vonstatten zu gehen. Es gab kein Wasser entlang der Linie. Die Versorgung von zweitausend Schienenlegern in einer menschenleeren Wüste war schon für sich allein ein Problem. Die Arbeit mußte vor dem Winter erledigt sein. Und schließlich durfte das bewilligte Budget nicht überzogen werden. Auf diesen letzten Punkt achtete der Sirdar persönlich.
Girouard wurde nach England geschickt, um die Lokomotiven und das Rollmaterial zu kaufen. Fünfzehn neue Maschinen und zweihundert Wagen wurden bestellt. In Halfa wurden die erforderlichen neuen Werkstätten eröffnet. Erfahrene Mechaniker wurden zu deren Leitung beigezogen. Für das Railway Battalion wurden weitere tausendfünfhundert Mann rekrutiert, die auszubilden waren. (…)
Worte sind kaum zureichend, um die grausame Verlassenheit der Landstriche zu beschreiben, in welche die Bahnlinie und die Bauarbeiter nun eintauchten. Ein geglätteter Ozean hellen Sands dehnte sich weit und breit bis zum Horizont. Mit sinnloser Härte brannte die tropische Sonne auf den flachen Erdboden, der mit bloßer Hand nicht berührt werden konnte, und die dünne Luft flimmerte wie über einem glühenden Heizkessel. Da und dort wuchsen hohe Haufen zerborstenen Gesteins aus dem Boden wie Schlackeninseln im Feuermeer. Und einsam in der unermeßlichen Weite lag Railhead, die Endstation, eine Segeltuchstadt von zweitausendfünfhundert Einwohnern, vollständig ausgestattet mit Bahnhofsgebäude, Läden, Postamt, Telegraphenamt und Kantine mit der bewohnbaren Welt verbunden nur durch zwei parallele Eisenstriche, drei Fuß und sechs Zoll auseinander, die in der Ferne matter und schmaler wurden, bis sie von einer Luftspiegelung verwischt wurden und im Unbestimmten verschwanden.”
Kommentar von Anonym
23. Mai 2008 @ 14:43
“Durch Organisation ist das Böse nicht zu schlagen. Bisher wurde es immer durch Individualismus besiegt.”
Unsinn.
Bessere Organisation ist ein Hauptgrund für Siege.
Ein excellentes Beispiel ist Israel das heute wie vor 50 Jahren auch dank besserer Organisation gegenüber seinen arabischen Feinden überlegen ist.
“Ein Volk von bewaffneten Individualisten ist die Lösung. Israel, Amerika und die Schweiz kommen der Sache am nächsten. Daher sind sie auch so erfolgreich.”
Zahlreiche einigere und kollektivistische Staaten stehen diesen beim Erfolg nicht hinterher.
Individualismus ist kein Garant für Erfolg und kann in Anarchie und Chaos ausarten.
“Die von dir entworfenen Allianz würde durch solche halbsozialistischen Staaten wie Deutschland und Frankreich handlungsunfähig.”
(Überzogener) Individualismus ist nicht fürs jede Land die Wahrheit nach der man sich richten soll.
Kommentar von Dr. Tamkin
23. Mai 2008 @ 16:17
ich habe einige anmerkungen zu den vorgeschlagenen beitrittskandidaten dieser allianz, die mir als etwas vage erscheinen.
1) russland ist in seiner kulturellen idendität und geschichte (stichwort türkenkriege - schon im krimkrieg haben hier frankreich und grossbritannien lieber mit dem osmaischen reich gemeinsame sache gemacht) wesentlich “westlicher” als die ägyptischen kopten.
gleichwohl haben die sephardischen juden in israel einen ganz anderen kulturellen hintergrund als die ashkenazischen - müsste man dann israel auf ähnliche weise trennen wie südafrika oder namibia? ein befreites christliches “kernägypten” halte ich bei der gegenwärtigen lage für äußerst unrealistisch. de facto würde dies auf eine winzige “gated community” hinauslaufen.
2) was macht das “mehrheitlich weiße” argentinien westlicher als das überhaupt nicht weiße botswana?
und wie stellen sie sich überhaupt die ethnischen teilungen in den afrikanischen ländern und in lateinamerika vor? weiße minderheiten gibt es übrigens auch noch in zimbabwe und sambia (die farmer, die seit mugabes enteignungen dorthin flüchteten), dennoch zweifle ich daran, dass diese weltpolitisch (und eine solche allianz ist ja, wie von ihnen beschrieben, global aktiv) irgendwelche gemeinsamkeiten mit europa und nordamerika haben.
weiter oben schrieben sie, dass diejenigen ethnischen minderheiten (betrifft das eigentlich nur schwarze? oder auch latinos / türken / araber,